Flottengeschäft macht Hoffnung

VDA setzt auf verspäteten Autofrühling

Hoffnung im Flottengeschäft

— 13.05.2003

VDA setzt auf verspäteten Autofrühling

Einen kühlen April erlebte die deutsche Autoindustrie. Doch die Branche hofft auf ein blühendes Firmenwagengeschäft.

Keine Anhebung der Firmenwagensteuer

Die deutsche Automobilindustrie hat den Autofrühling noch nicht abgeschrieben. Trotz eines Auftragseinbruchs im April rechnet der Verband der Automobilindustrie (VDA) in den kommenden Monaten wieder mit einer Belebung. Die große Hoffnung ist dabei das Flottengeschäft mit Firmenwagen. "Die Entscheidung, die Firmenwagensteuer nicht anzuheben, wirkt auf die Kunden befreiend", sagt VDA-Präsident Prof. Bernd Gottschalk.

Erste Signale stimmen den Branchenverband bereits optimistisch. "Seit Ostern ist die Bereitschaft für eine Ausweitung der Flotte sprunghaft um ein Drittel gestiegen", betonte Gottschalk. Dies ergab eine Umfrage des Frankfurter Instituts Dataforce bei mehr als 2000 Fuhrparkmanagern von Unternehmen mit mehr als zehn Personenwagen. Mit Beginn der Diskussion um die Firmenwagensteuer war dagegen die Bereitschaft, in die Firmenflotten zu investieren, um 40 Prozent eingebrochen, berichtet der VDA.

Das Firmenwagengeschäft ist für die deutschen Autobauer von zentraler Bedeutung, weil sie gegen die ausländischen Anbieter in diesem Segment einen Marktanteil von 90 Prozent halten. Dieser Effekt lässt sich auch an den bisherigen Zulassungszahlen ablesen. Während von Januar bis April die Pkw-Neuzulassungen um zwei Prozent auf 1,08 Millionen Modelle zurückgingen, konnten die ausländischen Marken rund ein Prozent auf 380.500 Personenwagen zulegen.

Kühler April auch für Nutzfahrzeuge

Im April musste Deutschlands wichtigster Industriezweig aber zunächst einen herben Einbruch hinnehmen. Die Inlandsbestellungen lagen um 16 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Auch die ausländischen Kunden orderten drei Prozent weniger als im April 2002. Das Ende des Irak-Krieges, die gekippte Erhöhung der Firmenwagensteuer sowie niedrigere Spritpreise und die Einführung neuer Modelle sollten nach Ansicht von Gottschalk in den nächsten Monaten aber wieder für eine höhere Nachfrage sorgen.

Im bisherigen Jahresverlauf wurde die deutsche Autokonjunktur ausschließlich vom guten Export getragen. Die Ausfuhren zeigen aber mittlerweile Ermüdungserscheinungen. Deshalb ist eine bessere Binnennachfrage dringend notwendig, um die für 2003 gesteckten Ziele erreichen zu können. Von Januar bis April zogen die Pkw-Exporte zwar um sechs Prozent auf 1,25 Millionen Modelle an. Im April gab es gegenüber dem Vorjahr aber nur noch ein bescheidenes Plus von einem Prozent auf 307.300 Fahrzeuge. Ein noch schlechteres Bild zeigt die Produktionsstatistik: In den ersten vier Monaten rollten mit 1,76 Millionen Modellen vier Prozent mehr Fahrzeuge von den Fließbändern deutscher Hersteller, im April wurde jedoch das Vorjahresniveau mit 433.000 Autos bereits um vier Prozent unterschritten.

Auch die bislang stabile Nutzfahrzeugsparte erlebte im April einen äußerst kühlen Frühlingsmonat. Sowohl bei den schweren Einheiten wie bei leichten Transportern fiel die Produktion etwa sechs Prozent niedriger aus als vor einem Jahr. Vor allem ist der Export um zehn Prozent gefallen. In den ersten vier Monaten gab es aber immer noch ein leichtes Produktionsplus von zwei Prozent auf 116.700 Lkw.

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