Zusatztverdienst für Pendler

Holland: Zusatzverdienst für Pendler

— 31.05.2012

Stau vermeiden und kassieren

Wer außerhalb der Hauptverkehrszeiten fährt, bekommt Bares: So versuchen gerade zwei Städte in Holland, das Verkehrsaufkommen besser zu verteilen und Staus abzubauen.

In Holland können Pendler Geld verdienen, wenn sie außerhalb der Hauptverkehrszeiten unterwegs sind. Rund fünf Prozent der Autofahrer lassen sich mit finanziellen Anreizen dazu bringen, die Rushhour zu meiden. So die Zwischenbilanz von zwei Modellversuchen in den Niederlanden, die seit 2011 in den Großräumen Utrecht ("Spitsvrij") und Nijmegen ("Slim Prijzen") laufen. Fünf Prozent weniger Autos reichen danach vielerorts schon, um Staus abzubauen. Ziel der Versuche ist es, das vorhandene Verkehrsaufkommen besser zu verteilen. Neben der Reduzierung von Staus könnten dann auch Investitionen in zusätzliche oder breitere Straßen überflüssig werden. Die Anti-Stau-Prämien würden sich dann selbst tragen.

Jede Woche aktuell: ADAC-Stauprognose

Im "Spitsvrij"-Projekt nutzen die 5000 beteiligten Berufspendler einen GPS-Empfänger im Armaturenbrett, der jede Fahrt aufzeichnet. Jeder Teilnehmer erhält am Monatsanfang ein Guthaben, das abhängig vom Arbeitsweg ist. Fährt der Pendler in der Hauptverkehrszeit wird von diesem jeweils ein Betrag abgebucht. Was am Monatsende vom Guthaben noch übrig ist, darf der Autofahrer behalten. Je nach Strecke können das bis zu 120 Euro sein. "Slim Prijzen" funktioniert nach dem gleichen Prinzip, allerdings wird der Verkehr mit Kameras ähnlich der Toll-Collect-Mautbrücken überwacht. Eine Übertragung der Modelle auf Deutschland sehen Fachleute mit Skepsis. ADAC-Sprecher Andreas Hölzel betont, dass die Überwachungs-Infrastruktur eines Belohnungssystems die Einführung eines Bezahlsystems durch die Hintertür möglich macht. Für Uwe Beckmeyer (SPD) klingt das "Sparschwein-Modell" zunächst verlockend, allerdings sieht der Verkehrsexperte die hohen Kosten für die Technik in keinem Verhältnis zu den erzielten Effekten. Würden Sie Ihr Fahrverhalten ändern, wenn es dafür Geld gibt? Stimmen Sie auf der rechten Seite ab!

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