Honda Accord Tourer 2.4 Type S

Honda Accord Tourer 2.4 Type S Honda Accord Tourer 2.4 Type S

Honda Accord Tourer 2.4 Type S

— 03.04.2003

Honda entdeckt den Kombi

Mit Kombis hat Honda bislang kein so glückliches Händchen gehabt. Jetzt folgt nach dem Aerodeck der Tourer. Am Ende mehr als nur ein neuer Name?

Wie der pefekte Schwiegersohn

Mag sein, dass Japaner unter Lifestyle etwas anderes verstehen als mitteleuropäische Langnasen. Vielleicht ein bisschen Sushi, Karaoke – und wohl auch den neuen Kombi von Honda. Den finden zumindest die Verantwortlichen des japanischen Importeurs ungemein modisch.

Dabei sieht der Tourer selbst aus wie der perfekte Schwiegersohn: mit Mittelscheitel auf der Motorhaube, einem herzförmigen Lufteinlass wie beim Mazda6 und herausgeputzten Chromtürgriffen. Bis zur B-Säule sind Kombi und Accord Stufenheck identisch, beim Tourer musste der Radstand um 40 Millimeter verlängert werden. Eher unharmonisch wirkt dagegen die nach hinten abfallende Dachlinie, der lange Überhang und das schachtelförmige Heck.

Mit einer Länge von 4,75 Metern und der elektrisch auf- und zuschwingenden Kofferraumklappe erweist sich Japans Familienfreund vor allem als praktisch. Dabei könnte er sagen: "Steig ein, wir werden jede Menge Menge Spaß miteinander haben." Hondas Lust-Zentrum steckt unter der Haube: Der 2,4-Liter-Vierzylinder des Tourer Type S zieht mächtig an und summt zufrieden auch bei höheren Drehzahlen. Spurtstärker wirkt dennoch der kurzhubige 2,0-Liter-Liter-Motor mit 155 PS. Ja, der Tourer will gedreht werden. Und so ab 5000, spätestens dann im tiefroten Feld von 6000 Touren lärmt der Kombi – in einem Bereich, wo andere Motoren heulen.

Präzise Lenkung und straffes Fahrwerk

Die Sechsgangschaltung des Type S flutscht anstandslos in alle Gänge, das Einkuppeln im Rückwärtsgang bestätigt der Japaner durch ein leises Fiepsen. Vorbei sind die Zeiten, in denen Sportwagenbesitzer mitleidig zu ihren Kumpels in Kombis mit Kindersitzen guckten. Im Honda Accord Tourer wird Papi wieder zum Mann – dank 190 PS, einer präzisen Lenkung und straffem Sportfahrwerk. Anders als nach McPherson wurden Dämpfer und Federn hinten voneinander getrennt, damit die Radkästen nicht vergrößert werden mussten.

Mächtig zugelegt hat der Kofferraum des Tourer im Vergleich zum Gepäckabteil seines Vorgängers namens Aerodeck. Der fasste gerade mal 430 Liter – für einen Kombi ein besseres Schminkköfferchen. Hondas Neuer schluckt im Minimum 518 Liter, bei umgeklappter Rückbank steckt er sogar 1657 Liter weg. Und ist mit so viel Volumen ein ganz Großer in seiner Klasse. Im Vergleich: In den Audi A4 Avant passen 442 bis 1184 Liter und damit bis zu 473 Liter weniger als in den Honda.

Wie das kommt? Ganz simpel: Beim Tourer klappt einfach alles. Sogar die Rücksitze. Und wie das klappt! Beim Entriegeln der Rückbank fallen die Kopfstützen nach vorn, und das Sitzpolster verschwindet senkrecht hinter die Vordersitze, sodass mit nur einem Handgriff ein ebener Laderaumboden entsteht. Nur der abstehende Kasten für das Gepäcknetz auf der Rückseite der Lehnen stört beim Durchreichen der Koffer. Auf das Gepäcknetz kann ohnehin gut verzichtet werden – es sei denn, der Fahrer hat Spaß an Fallmaschen und Knotenkunst. Der Versuch, das 60 zu 40 teilbare Seilgitter nur auf einer Hälfte hochzuziehen, scheiterte. Laut Bedienungsanleitung soll das aber kein Problem sein.

Preise und Technische Daten

Der Kofferraumdeckel gehört nicht zu den Problemzonen des jungen Japaners, der am 5. April 2003 in den Handel fährt. Die Heckklappe öffnet und schließt automatisch auf Knopfdruck. Über so viel Service beim Verstauen freuen sich sonst nur Oberklassekombi-Besitzer. Die dafür wie zum Beispiel beim Mercedes-Benz T-Modell der E-Klasse 574 Euro extra zahlen müssen.

Bei Honda ist diese Höflichkeit schon im Grundmodell 2.0 für 23.900 Euro serienmäßig enthalten. Völlig ohne Aufpreis kam Honda übrigens auch an den Namen für seinen neuen Lifestyle-Transporter – ein Geschenk vom ehemaligen Partner Rover. Die britischen Kombis hießen lange vor dem Japan-Neuling Tourer.

Technische Daten Vierzylinder-Reihenmotor • 4 Ventile pro Zylinder • Hubraum 2354 cm3 • Leistung 140 kW (190 PS) bei 6800/min • maximales Drehmoment 223 Nm bei 4500/min • Frontantrieb • Sechsgang • Einzelradaufhängung vorn und hinten • Kofferraumvolumen 518/1657 l • Tank 65 Liter • Länge/Breite/Höhe 4751/1761/1471 mm • Reifen 205/55 R16 V • Leergewicht 1578 kg • 0–100 km/h in 8,4 s • Spitze 220 km/h • Euro 4 • 9,7 l/100 km (Super) • Preis 28.100 Euro

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