Honda Civic 1.6 VTEC von Cristiano

Honda Civic 1.6 VTEC von Cristiano

— 11.03.2005

Ein echter Roadstar

Mit 320 PS unter Haube, Airride unter den dickeren Kotis und Lambo-Doors gehrt dieser Honda Civic zur Spitze seiner Klasse.

Spektakulre Show-Fahrzeuge

Cristiano ist in der europischen Tuningszene schon lange kein Unbekannter mehr. Sorgt der 24jhrige doch jedes Jahr mit seinen neuesten Exponaten fr eine tolle Show bei den groen Tuning-Events in Frankreich, Belgien und in der Schweiz. AUTOTUNING erwischte ihn mit seinem neuen "Roadstar" auf der Tuningshow im schweizerischen Fribourg.

Wieso Cristiano jedes Jahr mit neu gestylten Autos auftreten kann? Ganz klar, der in Italien geborene Schweizer ist Tuner. Besser gesagt, er ist der Bo der wohl angesagtesten Tuningschmiede fr Japaner in der Schweiz. Die Rede ist von JA Imports. Und weil die Kunden nicht immer mit den Abbildungen der Tuningteile in den Prospekten leben knnen, stellt er die neuesten Trends an seinen Democars vor.

Eines dieser spektakulren Show-Fahrzeuge ist dieser Honda Civic. Rundum wurde der Japaner mit den trendigsten und auergewhnlichsten Zubehr-Teilen bestckt. Das fing beim Motor an und hrte erst mit einer bombastischen HiFi-Anlage wieder auf.

Gekauft wurde der japanische Dreitrer Ende des Jahres 2003. Cristiano hatte gerade sein letztes Projektfahrzeug, einen Golf III, verkauft. Die "Fast and Furious"-Welle hatte auch ihn und sein Team erreicht. Und da war es gar keine Frage, welche Marke fr den nchsten Umbau in Frage kam. "Der Honda bot uns eine gute Basis. Fr den Japaner bekommt man sehr viele Teile, und ich hatte noch einige Highlights im Kopf", erinnert sich der Schweizer.

Walzer auf Lexani Kristal

Wie gewhnlich wurde zuerst die Karosse zerrissen. Der 99er Civic befand sich in einem sehr guten Zustand. Also kein Rost, keine Beulen, alles einwandfrei. Kein Wunder, hatte ihn doch ein lterer Herr lediglich fr die Fahrt zum Kaffeekrnzchen benutzt. So kamen auch nur schlappe 10.000 Kilometer auf die Uhr. "Ein echter Glcksgriff. Wir wunderten uns nur, wie man einem ber 70jhrigen einen Civic mit VTEC und 170 PS unter der Haube verkaufen kann. Der Wagen hat bestimmt nie seine Drehzahl-Power entfaltet", grinst Cristiano whrend des Foto-Shootings in Fribourg.

Nachdem alle Karosserieteile ihre Arbeitspltze verlassen hatten, konnte man ans Tuning gehen. Als erstes stand das Fahrwerk auf dem Programm. Airride sollte die Serien-Feder/Dmpfer-Einheit ersetzen. Cristiano setzte dabei auf ein System aus den USA, das wie ein Lowrider-Fahrwerk arbeitet. Er kann es mit einem Schaltpult einzeln ansteuern. Das heit: linkes Vorderrad hoch, rechtes Hinterrad runter. Nur tanzen mchte er mit dem Civic nicht. "Dafr bin ich zu unerfahren in der Lowrider-Szene", meint der JA Imports-Mann.

Kurz darauf konnten die Jungs auch schon die neuen Rder anprobieren. Dabei handelt es sich um Lexani Kristal in der Dimension 7,5x17 Zoll mit 205/40er-Falken-Gummis. Da sich vorher in den Radhusern schmale 15-Zller drehten, muten nun die Radlufe entsprechend geweitet und drunter Platz geschaffen werden. Schlielich sollten die Lexanis spter einmal per Airride fast zur Hlfte in den Kotis verschwinden.

Gesagt, getan. Mit viel Schwei und Hammer-Einsatz formten die Jungs von JA Imports neue, breitere Rundungen vorn und hinten. Die Radhausschale wurde auf das uerste gecleant. In die hinteren Kotflgel wurden sogar zwei groe Lufteinlsse vor den Hinterrdern plaziert. Diese Diese sorgen nun gleichzeitig fr mehr Khlung des Gummis.

Satt: Leistung fast verdoppelt

In der Zwischenzeit orderte man bei den einschlgigen Tunern in Japan einen Turbo-Kit, eine Hubraumerhhung auf 1,8 Liter sowie diverse Extras fr mehr Power. Alles wurde fein zusammengebaut und auf dem Prfstand abgestimmt. Ergebnis: 250 PS und jede Menge Sound. AUTOTUNING konnte sich berzeugen, der Wagen klingt rauh und heiser wie ein echter Rennwagen. Auch die Greddy-Auspuffanlage ab Krmmer hat einen groen Anteil an der Musik.

Doch Cristiano war das noch nicht genug. Um den "Fast and Furious"-Trend auch bei der Leistung unterzubringen, besorgte man sich ein NOS-System. Das bringt noch mal gute 70 PS. Also insgesamt deren 320! Im Civic! Wahnsinn. Power und Fahrwerk waren damit erledigt. Was fehlte, war die entsprechende Optik. Die Jungs von JA Imports griffen dabei nicht nach Japan, sondern entwickelten eigene Ideen. So entstand eine uerst grimmige Frontschrze inklusive emblemlosem Grill.

Auch die Heckschrze mit Sportauspuff-Ausschnitt kann sich sehen lassen. Das Kennzeichen wanderte von der Heckklappe eine Etage tiefer. Die Klappe erfuhr ebenfalls ein Cleaning der allerersten Gte. Beim Subern kam Cristiano noch die Idee, andere Rckleuchten zu verbauen. Kein Klarglas oder LEDs. Nein, der Schweizer besorgte sich einen Satz Smart-Roadster-Heckleuchten, pate diese genau ein und fllte die offenen Stellen an der Klappe mit jeder Menge Blech aus. Zu guter Letzt sorgt noch ein Escort-Cosworth-hnlicher Heckflgel fr den letzten Kick am Heck.

Das blaue Gruseln

Es war nun Zeit fr den Gang in die Lackierkabine. Bei der Farbauswahl machten die Jungs keine groen Tnzchen. Der Farbton ist zwar geheim, aber es handelt sich um ein ganz normales Blau eines bekannten Fahrzeugherstellers in Europa. Der Lack war kaum trocken, da machte sich schon ein Meister der Airbrush-Pistole an der Karosserie zu schaffen.

Er kreierte furchterregende Szenen eines Gruselfilms auf den Seiten, am Heck und der Haube. Man beachte die beiden Arme, die optisch aus den Lufteinlssen kommen. Genial diese Optik. Aber warum so gruselig? Ganz einfach, Cristiano ist ein Fan von Horrorfilmen. Und weil er von solchen Streifen nie genug bekommen kann, hat er beim Innenausbau des Civic vor allem Wert auf eine DVD-Anlage gelegt.

Nachdem das Armaturenbrett entfernt war, alle Tacho- und Zusatzinstrumente verschwunden waren, montierte man neue Rundinstrumente. Als Drehzahlmesser whlte man ein ppiges Rund, welches seitdem auf der neugestalteten und mit Leder bezogenen Armaturentafel thront. Die Mittelkonsole hat etwas von der Auenfarbe abbekommen. Auerdem integrierte Cristiano die Anzeigen der Airride-Fahrwerk-Kompressoren, die im Kofferraum "wohnen". Zwischen den Tenzo-R-Schalensitzen ist die NOS-Flasche verankert. Navigiert wird der "Roadstar" auch in der neuen Saison 2005 mittels Colorado-Custom-Chrom-Lenkrad.

Autor: Guido Naumann

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