Honda Civic (1995-2001)

Gebrauchtwagen Honda Civic (1995-2001) Gebrauchtwagen Honda Civic (1995-2001)

Honda Civic (1995-2001)

— 25.03.2004

Der TÜV ist kein Thema

Das ganz normale Prüfprogramm: Rauf auf die Bühne, runter – und tschüss! Typisch Honda Civic.

Qualität und Antrieb

Unauffällig bewegt er sich durch den Verkehr, und genau diese Rolle spielt er auch beim TÜV: "Keine Beanstandungen!", heißt es in der Regel, wenn der kompakte Japaner seine bühnenreife Vorstellung gibt. Das spricht für seine solide Konstruktion, doch im Alltag können trotzdem schon mal kleine Nickeligkeiten auftreten. So mussten laut ADAC pro 1000 zugelassene Honda Civic des Baujahres 98 statistisch 17,8 Fahrzeuge den Pannendienst in Anspruch nehmen, vom Baujahr 2000 immerhin noch 13,7.

Absolut betrachtet eine geringe Zahl, aber von der in Teilen als überraschend unzuverlässig verschrienen Mercedes-Benz C-Klasse des Baujahres 2000 waren es eben nur 12,9 Fahrzeuge; vom Klassenprimus Mazda 323 noch weniger: 11,4. Allerdings finden sich im Honda Civic keine typischen Schwachstellen, sondern ein recht breit gefächertes Spektrum an Störungsquellen, die zudem einsatzbedingt zutage treten.

Stadtverkehr mit häufigem Anfahren führt beispielsweise zu heftigem Verschleiß der Kupplung. Eigentlich eine Binsenweisheit, aber betroffen ist fast nur der kleine 1,4-Liter. Grund: Seine milde Drehmomententfaltung benötigt zum zügigen Anfahren hohe Drehzahlen, die gehen zu Lasten der Kupplung. Die kräftigeren Triebwerke haben damit kaum Probleme, leiden dafür unter GTI-ähnlich teuren Versicherungs-Typklassen.

Abgesehen von der Kupplung wird der Antriebsstrang kaum auffällig, nur in Einzelfällen kann das exakt schaltbare Getriebe undicht werden oder sich der Rückwärtsgang vehement gegen das Einlegen wehren. Auch die beiden angebotenen Automatikgetriebe arbeiten bis weit über 100.000 Kilometer hinaus sehr zuverlässig. Weder die konventionelle Vierstufenautomatik noch das stufenlose CVT-Getriebe tragen erwähnenswert zum Pannenkonto bei.

Motor und Technik

Eher dringen da Klagen über die Motoren durch. Allerdings nicht über den komplizierten Ventilverstellmechanismus der VTEC-Motoren, die Ursachen sind ganz banal: Zahnriemen und Überhitzungen. Wobei der Treibriemen für die ein oder zwei Nockenwellen besonders im Baujahr 97 auffällt und wohl angenommen werden darf, dass die betreffenden Riemen so langsam gegen haltbarere ausgewechselt sein dürften – im Zweifel also lieber zweimal nachfragen.

Überhitzungen haben dagegen mehrere Ursachen. So können beim Civic des Baujahres 96 die Keilriemenscheiben brechen. Folge: Die Wasserpumpe wird nicht mehr angetrieben, der Motor heiß. Den gleichen Effekt bewirken ein klemmender Thermostat oder auch böse Marderbisse in die Kühlschläuche, die zu Wasserverlust führen.

Ganz vereinzelt springt der Civic auch gar nicht erst an. Dann kann die Batterie schuld sein, deren Lebensdauer meistens am Tag nach Ablauf der dreijährigen Garantie endet; der ADAC diagnostiziert gelegentlich auch verwirrte Wegfahrsperren. Zudem gab es einen Rückruf wegen defekter Zündschlösser für die Civic-Coupés der Baujahre 1999 und 2000.

Störungen, welche die Verkehrssicherheit nur bedingt beeinträchtigen und den TÜV daher nicht weiter interessieren. Die mitunter geräuschvoll und einseitig wirkende Trommelbremse an der Hinterachse oder deren poröse Gummimetallbuchsen dagegen schon. Wird dergleichen festgestellt, muss auch ein Civic zur Nachprüfung vorfahren.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 2/95 Modellwechsel auf die Baureihe EJ/EK, zunächst nur als fünftürige Schräghecklimousine. Motoren von 75 bis 160 PS, Fahrer- und Beifahrerairbag serienmäßig 9/95 Einführung Dreitürer und viertürige Stufenhecklimousine, Motoren wie beim Fünftürer 3/96 Vorstellung Civic Coupé. 1,6-l-Motoren, 105 oder 125 PS 10/96 Neuer 1,8-l-VTi-Motor für die Limousinen, 169 PS 4/98 Kombiversion Aerodeck, Motoren wie Limousinen 1/01 Modellwechsel beim Fünftürer, wenig später beim Coupé

Schwachstellen • Elektrik bereitet gelegentlich Probleme mit dem Anlasser, defekten Batterien oder stummen Hupen • Zahnriemen zeigt besonders beim Civic-Baujahr 97 hohen Verschleiß – Gefahr des Reißens • Wasserkreislauf samt Peripherie gilt als anfällig. So können Thermostate defekt sein, Kühler und -schläuche undicht werden und besonders im Baujahr 96 die Keilriemenscheibe brechen • Bremsanlage verursacht besonders an den hinteren Trommelbremsen Geräusche und vereinzelt einseitige Bremswirkung • Kupplung – besonders der 1,4-Liter verschleißt recht zügig, was zum Teil auf das hohe Drehzahlniveau zurückzuführen ist.

Reparaturkosten Preise inklusive Lohn und Mehrwertsteuer am Beispiel Honda Civic 1.4i, 55 kW/75 PS, Baujahr 1996. Leicht gehobenes Preisniveau, Lichtmaschine und Anlasser sind extrem teuer – vielleicht, weil sie nur selten ersetzt werden müssen.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Selbstverständlich mögen TÜV-Prüfer auch solide Autos wie den Honda Civic, unter denen einem nicht ständig Motoröl oder Rostpartikel in den Kragen rieseln. Wesentlichster Kritikpunkt sind die Buchsen der Hinterachse, die oft versprödet sind und Risse aufweisen. Gelegentlich gibt es wie bei fast allen Fronttrieblern Probleme mit undichten Antriebswellenmanschetten, und manchmal zieht die Handbremse einseitig." Werner Lyrmann, Gutachter TÜV Rheinland Group

Modellempfehlung Honda Civic 1.4i (55 kW/75 PS)

Steuer/Schadstoffklasse: 103 Euro im Jahr/Euro 2 Testverbrauch: 8,1 Liter. Werksangabe 7,5 Liter (Normal) Versicherung: Vollkasko (18/500 Euro SB): 896 Euro Teilkasko (32/150 Euro SB): 270 Euro. Haftpflicht (16): 847 Euro (Basis: ONTOS-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, 100 Prozent) Inspektion/Kosten: 10.000 Kilometer, etwa 250 bis 400 Euro Wertverlust: Dreijährige verlieren rund 38 Prozent vom Neupreis (Händlerverkaufspreis), danach jährlich um 700 Euro Verlust

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