Kaufberatung Honda Civic

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Honda Civic: Kaufberatung

— 01.06.2017

Gesucht: Der beste Civic

Breiter, länger und flacher, soll das neue Volumenmodell der Marke – na klar – der "beste Civic aller Zeiten" sein. Was die zehnte Generation des etwas anderen Kompakten tatsächlich zu bieten hat, klärt die Kaufberatung.

Video: Fahrbericht Honda Civic (2017)

Honda mit Turboherz

Die Schlagzahl beim Honda Civic ist hoch: Zehn Generationen in 45 Jahren, das bedeutet im Durchschnitt alle fünf Jahre ein neues Modell, was Kunden vor allem in den asiatischen und amerikanischen Märkten dankend annehmen. Doch auch bei uns verschrecken die schnellen Wechsel den Käufer nicht: Gut ein Viertel der in Europa abgesetzten Honda zählten zur Civic-Baureihe, der Zuwachs in 2016 war allerdings größtenteils dem HR-V zuzuschreiben. Ein Blick auf den Markt zeigt: Honda ist wieder zurück auf der Überholspur. 2016 legten die Japaner mit rund 160.000 Verkäufen in Deutschland fast 19 Prozent zu, wuchsen damit dreimal so stark wie der Markt. Die Delle der Vergangenheit wird also ausgebügelt. Ab März 2017 sollen der neue Schrägheck-Civic und später das vielleicht hübscher auftretende Stufenheck dazu beitragen. Die veränderten Proportionen bescheren dem Civic mehr Statur. In der Höhe hat er zwei Zentimeter verloren, die Breite dagegen gewann drei Zentimeter dazu. Das beachtliche Längenwachstum von 15 Zentimetern streckt den Civic auf nun 4,52 Meter und damit bis an die Obergrenze der Kompaktklasse; rund zehn Zentimeter davon kommen dem Radstand zugute. Das beschert den Passagieren im Fond mehr Platz, und tatsächlich schlägt man auf der Rückbank locker die Beine übereinander; dazu steigt das Kofferraumvolumen auf 478 bis 1267 Liter – mehr bietet in dieser Klasse keiner. Fast noch wichtiger: Der Fahrer sitzt 3,5 Zentimeter näher am Asphalt, weil der Tank, früher unter den Vordersitzen platziert, nun wie bei den Konkurrenten vor der Hinterachse liegt. Damit verschwindet aber auch die außergewöhnlich variable, "Magic Seats" genannte Klappfunktion der Rückbank, deren Sitzfläche sich wie im Kino nach oben klappen ließ.

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Hinterherfahrenden präsentiert der Civic sein spannendes Heck

Der zerklüftete Heckabschluss trifft sicherlich nicht jedermanns Geschmack.

Formal bewegt sich der neue Civic auf einem schmalen Grat. Ein polarisierend auffälliges Design prägt die Front mit eher freundlichem Ausdruck. Die großen Lufteinlässe lassen dennoch erahnen, dass hinter dem Grinsen auch Kraft steckt. Hat der Civic auf der Straße den Überholvorgang abgeschlossen, zeigt er, dass sich kaum je ein Designteam mehr Mühe gegeben hat, dem Hinterherfahrenden den Anblick eines spannenden Hecks zu bieten. Über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten, daher enthalten wir uns einer Beurteilung. Bei Honda liegt die Zukunft ohnehin vorn; der Blick zurück wird nicht gepflegt, und so versperrt der quer über die Heckscheibe verlaufende Spoiler samt Wischer wie schon bei den Vorgängermodellen die Sicht nach hinten. Verschwunden ist hingegen das mehrstöckige Cockpit, dagegen wirken das einstellbare Tachodisplay und der aufgesetzte Infotainmentmonitor aufgeräumt modern, trotz der Vielzahl an Informationen, die das elektronische Cockpit vermittelt. Quasi analog wird die Drehzahl dargestellt, die Geschwindigkeit stets digital. Die Bedienung gibt denjenigen keine Rätsel auf, für die die Digitalisierung bereits zum Alltag gehört. Die virtuellen Anzeigen im Blickfeld des Fahrers lassen sich programmieren; der Sieben-Zoll-Touchscreen in der Mittelkonsole verlangt ebenfalls keine große Lernphase. Das ab Elegance serienmäßige Honda-Connect-Navi beherrscht sowohl Apple CarPlay als auch Android Auto. Ansonsten gibt sich der Civic innen hochwertig, zeigt Stil und gute Materialien. Die Sitze sind bequem und geben guten Seitenhalt, könnten aber für norddeutsche Sitzriesen einen größeren Einstellbereich bieten.
Überblick: Alles zum Honda Civic

Die Progressivlenkung macht einen super Job

Die Progressivlenkung bewirkt, dass die Räder mit zunehmendem Lenkeinschlag überproportional stark einschlagen.

Seit jeher wolle Honda fahraktive Autos anbieten, dies sei beim neuen Civic eines der vordringlichsten Ziele gewesen, sagt Ko Yamamoto vom europäischen Entwicklungsteam im deutschen Offenbach. Lenkung und Fahrwerk belegen den Erfolg der Mühen – der Civic lässt sich mit beeindruckender Präzision um Kurven dirigieren, kaum eine Korrektur ist nötig, wenn der gewünschte Kurs einmal eingeschlagen ist. Schon auf den ersten Kilometern durch das spanische Hinterland konnte die Progressivlenkung, die in abgewandelter Form auch im Supersportler NSX zum Einsatz kommt, zeigen, was sie kann: Selbst in engen Serpentinen muss man nicht umgreifen, da die Räder mit zunehmendem Lenkeinschlag überproportional stark einschlagen. Gut gefiel uns auch die serienmäßige Sechsgang-Handschaltung, deren kurzer Knüppel sich auf knappen Wegen leicht und knackig durch die Gassen schieben lässt. Eine richtige Überraschung bot die 1300 Euro teure CVT-Automatik, die stets – nicht nur bei manuellen Eingriffen – sieben Gänge simuliert. Dies hat das klassische Klangbild einer Wandler- oder DSG-Automatik zur Folge, womit Honda das irritierend gleichbleibende Motorgeräusch bei zunehmendem Tempo umgeht. Nur beim Kickdown stellt sich noch das konstante Drehzahljaulen ohne Bezug zur Beschleunigung ein.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Der neue 1.0 VTEC Turbo zeigt sich Honda-typisch innovativ

Der 1.0 VTEC Turbo lässt sich wahlweise mit einer Sechsgang-Handschaltung oder dem stufenlosen CVT-Getriebe kombinieren.

Der richtig große Wurf scheint indes den Motorenbauern gelungen zu sein. Honda gibt sich traditionell innovativ, wenn es um neue Techniken geht. So auch beim 1.0 VTEC Turbo, der im neuen Civic debütiert. Die variable Ventilsteuerung (VTEC), Benzin-Direkteinspritzung, ein besonders kleiner Turbolader mit maximal 1,5 Bar Ladedruck und ein Ladeluftkühler bilden die technische Basis des Einliter-Dreizylinders. Dazu setzt Honda auf leichte Kolben mit Kühlkanälen sowie mit Natrium gekühlte Auslassventile. Den bei Downsizing-Turbobenzinern stark erhöhten Verbrauch unter Volllast sowie störendes Klopfen will Honda so in den Griff bekommen haben. Leistung: 129 PS und ein Drehmoment von maximal 200 Newtonmetern, das schon ab 1500 Touren anliegt. Zum Vergleich: Die 1.0 TSI aus dem Hause Volkswagen bringen es auf maximal 110 PS, das maximale Drehmoment von ebenfalls 200 Nm steht jedoch 500 Touren später an.
Preise: Honda Civic
1.0 VTEC Turbo 1.5 VTEC Turbo
ab 19.990 Euro ab 27.960 Euro
Der zweite Benziner arbeitet mit vier Zylindern und generiert – ebenfalls turbogeladene – 182 PS und 240 Nm aus 1,5 Liter Hubraum. 5,8 Liter verbraucht er nach Norm pro 100 Kilometer; anders als beim Dreizylinder führt die CVT-Automatik hier zu einem Mehrverbrauch von 0,3 Liter, die Höchstgeschwindigkeit sinkt von 220 auf 200 km/h, die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h bleibt mit 8,2 Sekunden identisch; zudem wird wie beim Einlitermotor das Spitzendrehmoment bei der Kombination mit der CVT-Automatik um 20 Nm abgesenkt. In der Preisliste steht der Vierzylinder ab 27.960 Euro mit der Ausstattungslinie Sport; darüber rangiert Sport Plus, zu deren Umfang eine adaptive Dämpferregelung zählt. Die Preise lesen sich zunächst recht anspruchsvoll. Aber: Der Civic tritt schon als Basismodell mit umfangreicher Ausstattung an. Nicht nur die Komfortansprüche werden grundsätzlich mit elektrischen Fensterhebern, einer cleveren, sich quer zur Fahrtrichtung spannenden Gepäckraumabdeckung oder einer Mittelarmlehne bedient, auch diverse Sicherheitsassistenten gehören dazu. So tun zum Beispiel Spurüberwachung, Notbremsfunktion, Fernlichtassistent und Abstandsregeltempomat in jedem neuen Civic Dienst. Alle weiteren Infos zum Civic und den Blick auf seine wichtigsten Konkurrenten finden Sie in der Bildergalerie!

Kaufberatung Honda Civic

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Autor:

André Huster

Fazit

Raumangebot, Ambiente und Sicherheitsausstattung lassen aus dem Honda Civic der zehnten Generation ein attraktives Angebot werden. Seine Fahreigenschaften, bereits der kleine, aber erst recht der große Turbomotor, die Lenkung, das Fahrwerk und – wer hätte gedacht, dass mir das jemals in die Tastatur fließen würde – das verbesserte CVT-Getriebe muss die Konkurrenz tatsächlich als ernste Kampfansage betrachten.

Stichworte:

Kompaktklasse

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