Honda Civic Tourer (2014): Fahrbericht

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Honda Civic Tourer: Fahrbericht

— 04.12.2013

Erste Fahrt im Civic-Kombi

Anfang 2014 startet der neue Honda Civic Tourer durch. Wir sind die Kombi-Version des Kompakten mit dem gigantischen Kofferraumvolumen gefahren.

Anfang 2014 lässt Honda den Civic als Tourer auf die deutschen Straßen. Endlich, mag man sagen, schließlich mussten Civic-Fans zwölf lange Jahre auf eine Kombi-Variante warten. Doch wie heißt es so schön? Was lange währt, wird endlich gut. Oder etwa nicht? Wir haben den Civic Tourer bereits ausprobiert.

Preise: Das kostet der Honda Civic Tourer

Im Innenraum haben die Honda-Ingenieure im Vergleich zum Fünftürer wenig verändert. Von den Luftaustrittsdüsen über die Umrahmung des Schaltsacks bis hin zu den Cupholdern schmeicheln nun silberfarbene Einfassungen dem Auge, die Bedienelemente des Multifunktionslenkrads sind in Klavierlackblenden eingebettet. Und das ab Sport serienmäßige Lederlenkrad zieren weiß abgesetzte Nähte. Ebenfalls neu: ein Prallkissen für das rechte Fahrerknie an der Innenseite der Mittelkonsole. Auf der linken Seite hätte so etwas auch nicht geschadet, die Verkleidung ist hier recht kantig.

Video: Honda Civic Tourer

Das kann der neue Civic-Kombi

Die Sitzposition ist für alle über 1,85 Meter selbst in der untersten Raste der Sitzhöhenverstellung zu hoch. In Rechtskurven stört deshalb der Innenspiegel die Sicht auf die Straße. Kopffreiheit ist dennochgenügend vorhanden. Ursache für den japanischen Hochsitz: Honda verbaut auch beim Tourer den Kraftstofftank unter den Vordersitzen, um unter der Rückbank Platz für das hauseigene Magic-Seat-System zu schaffen. So können bis zu 1,30 Meter hohe Gegenstände aufrecht transportiert werden. Sollte der Platz nicht reichen, stehen im Heck gigantische 624 Liter Ladevolumen bereit.

Praktisch: Das Gepäckrollo fährt mit einem Fingertipp nach vorn, ist kinderleicht ausbaubar und verschwindet bei Bedarf in einem eigens dafür konstruierten Fach vor der Ladekante. Die Rücksitzreihe klappt mit einem Hebelzug nach vorn – zusammen mit der sich automatisch absenkenden Sitzfläche ergibt sich ein völlig ebener Laderaum. Unter diesem versteckt sich zudem ein 117 Liter großes Zusatzstaufach (bereits in den 624 Litern eingerechnet), in dem passgenau zwei Kabinentrolleys Platz finden.

Der Kombi kann's auch sportlich

Die Lenkung spricht im Kombi merklich spontaner an.

Auf der Straße merkt man dem Civic die Detailverbesserungen gegenüber dem Fünftürer aus dem 2013er-Modelljahr an, auch wenn sich die beiden aufgrund der unterschiedlichen Gewichtsverteilung und des ultralangen hinteren Überhangs des Tourers nur bedingt vergleichen lassen. Die Lenkung spricht vor allem kurz hinter der Mittellage merklich spontaner an und macht zudem einen verbindlicheren Eindruck.

An der Vorderachse ist der Tourer schlicht einen Tick straffer abgestimmt, hinten gibt es dagegen – für Sport optional, bei Lifestyle und Executive serienmäßig – ein adaptives Dämpfersystem, mit dem sich die Hinterachse je nach Wunsch oder Beladungszustand komfortabel, sportlich oder im Allroundmodus abstimmen lässt. Die Komfortfunktion bügelt auf der Autobahn grobe Unebenheiten sauber weg, während der Sportmodus sich prima für die Landstraße eignet. Hier sprechen die Dämpfer deutlich spontaner an, geben Unebenheiten zwar härter an den Fahrer weiter, mildern deren Nachwirkungen jedoch souveräner ab. Zudem dreht sich das Heck in schnell durchfahrenen Kurven sogar leicht ein und vermittelt somit ein sportlich übersteuerndes Fahrgefühl – und das bei einem Kombi!

Alle News und Tests zum Honda Civic

Geht es nach Honda, wird der neue 1,6-Liter-Diesel der unangefochtene Topseller im Programm. Rund 65 Prozent aller Civic sollen mit diesem Motor ausgestattet werden. Im Vergleich zum alten 2,2 Liter-iDTEC mit 150 PS spürt man kaum Nachteile. Dieser bot zwar 30 PS und 50 Newtonmeter mehr, war jedoch deutlich schwerer und machte den Civic somit auf der Vorderachse schwerfällig. Davon ist nun kaum noch etwas zu spüren. Die 300 übrig gebliebenen Newtonmeter ziehen auch bei Zwischenspurts vehement nach vorn und bis Tempo 160 gibt er sich auch auf der Autobahn keine Blöße. Zudem zeigt er sich mit 3,8 Litern Normverbrauch an der Zapfsäule genügsam, wobei bei normaler Fahrweise wohl eher um die fünf Liter realistisch sind.

Alternativ hat Honda den auf dem Papier stärkeren 1.8 i-VTEC mit 142 PS im Angebot, der jedoch auf einen Turbolader verzichten muss und somit nach deutlich höheren Drehzahlen lechzt. Dennoch geht es selbst für den downsizingturboverwöhnten Redakteursgasfuß für einen Sauger angenehm forsch voran. Der 1800er dreht sauber aus und die Schaltübergänge passen astrein. Apropos Schaltung: Diese ist hondatypisch knackig ausgefallen, lässt den Knauf präzise in die Gassen gleiten – so muss das sein.

Autor: Alexander Bernt

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