Honda Civic Type R (2014): Fahrbericht

Honda Civic Type R (2014): Fahrbericht

— 19.11.2013

So fährt der neue Über-Civic

Gefühlt über 300 PS stecken unter der Haube des neuen Honda Civic Type R. Erste Fahreindrücke mit dem Prototyp – inklusive Auspuffsound!

Japaner sind für ihre Zurückhaltung bekannt. Noch auf der IAA kündigte Manabu Nishimae (Präsident Honda Motor Europa) an, den neuen Civic Type R mit mindestens 280 PS zu bewaffnen. So viel Kraft sei nötig, um die Rundenbestzeit von 8:07.97 Minuten des Renault Megane RS Trophy auf der Nordschleife zu schlagen, sich den Titel "Schnellster Fronttriebler" in der Grünen Hölle zu sichern. Doch nach den ersten Fahrten im Prototypen steht fest: Der Honda Civic Type R wird deutlich mehr Wumms unter der Haube haben!

Optik: Nicht weit von der Serie entfernt

Der mattschwarze Prototyp zeichnet sich durch stark ausgestellte Radhäuser, rote Brembo-Bremssättel, fette Schürzen und Schweller sowie einen ausladenden Heckspoiler aus. Aluminium-Kotflügel und Kunststoff-Karosserieteile sollen das Gewicht senken. Das Cockpit unterscheidet sich durch Sportlenkrad, Schalensitze und kürzerem Schaltknüppel vom normalen Civic. Was davon alles endgültig im Jahr 2015 in die Serienversion kommt, verrät Honda noch nicht. Bleibt zu hoffen, dass die Sitzposition noch ein paar Zentimeter nach unten geht und das Lenkrad dann mit Alcantara- oder gelochtem Lederbezug etwas griffiger wird.

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Fahren: Der Turbo hat Wumms wie ein Elefantentritt

Der Prototyp hat stark ausgestellte Radhäuser, rote Brembo-Bremssättel, fette Schürzen und Schweller sowie einen ausladenden Heckspoiler.

Während der Vorgänger mit einem hochdrehenden Saugmotor (201 PS bei 7800 Touren) arbeitete, setzt die neunte Generation Type R auf einen neuen 2,0-Liter-Turbomotor. Der meldet sich unmittelbar nach Start über die vier Endrohre tief grollend zu Wort. Für einen Vierzylinder ein satter, basslastiger Klang. Damit der noch deutlicher bei den Insassen ankommt, bedarf es allerdings eines Soundgenerators, der wie beim Ford Focus ST oder VW Golf GTI das Motorengeräusch über einen Kanal ins Innere leitet. Dafür geht der Type R schon als Prototyp deutlich kräftiger zu Werk als die Konkurrenz. Nach gefühlt weniger als sechs Sekunden erreicht er 100 km/h. Dank verkleinertem Lader ohne spürbares Turboloch und mit großer Drehfreude. Bei 2300 Umdrehungen drücken 400 Nm auf die Vorderachse, und mindestens 320 PS liegen an – da sind sich alle Journalisten nach den Fahrten in Tokio sicher.

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Die sechs Gänge sausen auf kurzen Wegen durch die Schaltung. Wie in einem Rennwagen zeigt eine Schaltpunktanzeige über dem Tacho, wenn bei spätestens 7000 Umdrehungen in den nächsten Gang zu wechseln ist. Während der Prototyp bei 200 km/h abgeriegelt, soll die Serie deutlich über 250 km/h hinausschießen. Im Race-Modus ändern sich das Setup von Fahrwerk, Lenkung, Motorsteuerung und ESP. Dann ist der Type R geschärft für die Rennstrecke, folgt den Befehlen des Volants wesentlich direkter als in der Normal-Einstellung. Federn und Dämpfer vermitteln eine Spur eindringlicher die Beschaffenheit des Asphalts. Und das ESP lässt im Grenzbereich fahren, ohne dass der Type R über die Vorderachse schiebt und untersteuert. So stehen die Chancen für den Kompakt-Sportler gut, schnellster Fronttriebler auf dem Ring zu werden. Der Type R wird nur für den europäischen Markt gebaut, kommt also gleich als Linkslenker. In Japan gibt es die gesamte Modelpalette des Civic schon länger nicht mehr, weil er nach dortigen Kundenvorstellungen zu groß ist.

Technische Daten Honda Civic Type R Prototyp • 2,0 Liter Turbo-Vierzylinder mit mindestens 320 PS • Marktstart (Deutschland): 2015.
Robin Hornig

Fazit

Honda hat den Civic Type R für die Jagd auf Rundenrekorde getrimmt und verdammt schnell gemacht. Auch fern der Rennstrecken wird der laute Type R mit seinem gewaltigen Turbo-Schub für breites Grinsen sorgen, wenn der Preis die Stimmung nicht trübt und unter 35.000 Euro bleibt.

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