Honda Civic Type-R

Honda Civic Type-R Honda Civic Type-R

Honda Civic Type-R

— 20.03.2002

Die Drehorgel

Die Japaner drehen auf. Der Honda Civic Type-R stößt in Drehzahlregionen vor, in denen der Konkurrenz längst die Luft ausgeht.

Drehfreudiger Motor

Das heisere Hecheln eines Sechszylinders. Okay, klingt gut. Das wuchtige Bollern eines Achtzylinders. Auch nicht schlecht. Im Vergleich zum Klang dieses hochgezüchteten Honda-Motors sind sie jedoch etwa so aufregend wie der Sound von Opas Rasenmäher.

Der Civic Type-R schreit, klingt manchmal etwas durchgedreht. Sobald die Nadel des Drehzahlmessers die Sieben überschreitet, ertönt ein kraft- und lustvolles Gebrüll aus dem Motorraum. Da wird deutlich, wonach der Type-R vor allem giert: nach Drehzahlen. Denn die 200 PS, die der Honda leistet, stehen erst bei 7400 Umdrehungen an.

Im unteren Drehzahlbereich tut sich nicht viel. Dafür ab 6000 U/min umso mehr. Dann erlebt der Type-R seinen zweiten Frühling, weil die variable Nockenwellensteuerung (VTEC) einen erheblich beschleunigten Gaswechsel in den Brennräumen erlaubt. Eine geniale Technik, die den kleinvolumigen Honda-Vierzylindern extrem hohe Leistungen entlockt.

Aber nicht nur die Leistungsentfaltung des Motors beeindruckt, auch der optische Auftritt ist ansprechend. Während der normale Civic unentschlossen zwischen einer futuristischen Formensprache und einem bieder-unauffälligen Gesamtbild hin- und herpendelt, glänzt der Type-R mit ausgeprägt maskulinen Zügen. Der wuchtige Frontspoiler, die muskulösen Seitenschweller und die auffälligen 17-Zoll-Leichtmetallräder geben deutlich zu verstehen: Aufgepasst, ihr GTIs! Jetzt komme ich.

Kurze Schaltwege

Die Messwerte stehen der Optik in nichts nach. Nur 6,8 Sekunden vergehen bis die 100 km/h erreicht sind. Lediglich im letzten der sechs Gänge geht dem Honda ein wenig die Puste aus. Bei 235 km/h ist Schluss. Das exakte Getriebe hilft, die Endgeschwindigkeit rasch zu erreichen. Die Schaltwege sind vorbildlich kurz, die sechs Gänge lassen sich kinderleicht durch die Schaltbox führen.

Der Schaltknüppel ist vorzüglich geformt und liegt perfekt in der Hand. Die Befürchtung jedoch, dass die Hand bei tiefen Temperaturen an dem Aluminiumknauf festfriert, ist nicht ganz abwegig. Generell ist dem Auto anzumerken, dass das Hauptaugenmerk der Entwickler der Sportlichkeit galt.

Die Sitze bieten guten Seitenhalt, die Lenkung arbeitet direkt. Das Sportfahrwerk ist straff, aber nicht übertrieben hart. Gutmütig untersteuernd, lässt sich der Type-R zügig durch Kurven aller Art manövrieren. Lediglich die Traktionsprobleme sind ein Manko. Der Fronttriebler ist mit der üppigen Leistung überfordert, die Vorderräder scharren auf der Suche nach Grip zu oft hilflos auf dem Asphalt. So ist er nun mal: der Civic Type-R dreht nicht nur hoch, sondern manchmal auch durch.

Fazit und Technische Daten

Fazit Sie wollen Vernunft und Spaß? Sie wollen mal die Familie mitnehmen und unauffällig im Verkehr mitschwimmen, mal aber 17-Zöller, Sechsgang und einen Wahnsinns-Motor genießen? Dann nehmen Sie den Civic Type-R. R steht für Racing, und wer diesen Honda fordert, weiß: Das stimmt.

Wenn das i-VTEC-System bei 6000 Umdrehungen auf hohe Leistung schaltet, dann geht es vorwärts wie am Nürburgring, dann klingt es wie in Hockenheim, und das Adrenalin fließt so schnell, als sei es auf der Qualifikationsrunde. Ein echter Renner.

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