Honda CR-V, Kia Sportage, Suzuki Grand Vitara

Honda CR-V gegen Kia Sportage und Suzuki Grand Vitara Honda CR-V gegen Kia Sportage und Suzuki Grand Vitara

Honda CR-V, Kia Sportage, Suzuki Grand Vitara

— 02.02.2006

Für jeden Anlaß gut angezogen?

Diese Kombination steht jedem Auto: außen kompakt, innen groß. Dazu Allrad, starke Benziner und günstige Preise. Doch welcher ist der beste?

Diese SUV tragen Klamotten für alle Fälle

Ich gebe es ja zu – in Gummistiefeln, Bermudas und Sakko sehe ich ziemlich albern aus. Die Allrad-Autos hier sind da klar im Vorteil. Sie tragen Klamotten für alle Fälle – und sehen auch noch gut aus dabei. Der neue Suzuki Grand Vitara zum Beispiel. Mit seiner energischen Front, der klaren Seitenlinie und dem kantigen Heck ist er so elegant gekleidet wie keiner seiner Vorfahren. Dabei wirkt er ernsthafter, weniger verspielt als Kia Sportage und Honda CR-V.

Und dieser Eindruck täuscht nicht: Als einziger hier hat er die Gummistiefel ständig an Bord – in Form einer Gelände-Untersetzung und Differentialsperre. Er kann offroad damit durchaus ernst machen, wie unser Experte von AUTO BILD ALLES ALLRAD erfahren hat (Seite 7).

Auf befestigten Straßen zieht der Vitara den Trainingsanzug an. Er fährt agiler als die beiden anderen, liegt straffer, die Lenkung spricht präziser an. Die Kehrseite der Medaille: eine stoßige und auf Querfugen rappelige Federung. Klar, Wanderstiefel auf dem Boulevard machen sich eben nicht so gut.

Suzuki kommt mit echten Offroad-Qualitäten

Zum Verkaufsstart tritt der Suzuki mit zwei Benzinern an, einem 1,6-Liter mit 106 PS (Dreitürer ab 19.690 Euro) und dem hier getesteten Zweiliter mit 140 PS. Im Frühjahr folgt ein 1,9-l-Diesel mit 129 PS.

Um es kurz zu machen: Ich würde auf den Diesel warten, der stammt von Renault und wird bestimmt eine runde Sache. Der Zweiliter-Benziner macht wenig Spaß, dreht im Vergleich zäh und dröhnig und zieht nur flau durch. Immerhin bleibt er bis etwa Tempo 130 ziemlich leise, genau wie auch Honda und Kia – danach wird es aber richtig laut im Abteil.

Dort beweist Suzuki neu gewonnene Stilsicherheit. Armaturen und Instrumente sind recht ansehnlich. Mehr als im Kia oder im Honda spüre ich am Design, daß ich in einem Geländewagen sitze. Die mächtige Mittelkonsole zum Beispiel betont den Cockpit-Charakter. Vorn und besonders im Fond gibt es genügend Platz, hinten läßt sich die Neigung der Lehnen verstellen und die Rückbank geteilt nach vorn klappen. Das allerdings ist etwas mühevoll. Wie es besser geht, zeigt der Kia.

Kia zeigt im Detail die beste Qualität

Im Sportage genügt ein einziger Handgriff, die Lehne schnellt dann nach vorn, und gleichzeitig senkt sich die Sitzfläche nach schräg unten ab. Es entsteht blitzschnell eine ebene, glatte Ladefläche. Der Kia – und das überrascht mich inzwischen nicht mehr – ist in vielen solcher Details am sorgfältigsten gebaut. Als einziger hat er zum Beispiel innen keine Ladekante, dazu ist der Stoßfänger vor der Kante mit schützendem Kunststoff belegt. So läßt sich auch sperriges Gepäck bequem und ohne Kratzer einladen.

Eine eigene Qualität hat, meiner Meinung nach, inzwischen auch das Korea-Design erreicht. Das kommt nicht mehr vom Änderungsschneider an der Ecke, sondern aus dem Modeatelier. Vielleicht noch nicht aus dem in Mailand oder Paris, aber immerhin. Der Sportage wirkt zwar schon fast verspielt – etwa mit dem winzigen dritten Seitenfenster – auf jeden Fall aber eigenständig. Das gilt auch für das Armaturenbrett. Vom Design her ist es das einfallsreichste im Vergleich. Und bei Materialien und Verarbeitung liegt Kia auf Honda-Niveau.

Größer sind die Unterschiede (noch) bei der Abstimmung des Fahrwerks. Da fehlt den Koreanern die Routine. Der Sportage federt ähnlich steifbeinig wie der Suzuki, nur eine Spur weicher. Allerdings erreicht er dessen Leichtfüßigkeit nicht, er fährt sich brav und friedlich, aber doch etwas träger. Mitschuld trägt daran die gefühllose Lenkung. Innen zeigt sich der Kia etwa so geräumig wie der Suzuki – da er zehn Zentimeter kürzer ausfällt, darf er allerdings schon fast als Raumwunder gelten. Auch die im Vergleich zum Honda etwas zu schmalen Sitze ähneln sich. Grand Vitara und Sportage haben noch etwas gemeinsam: einen phlegmatischen Zweiliter-Benziner. Die gute Nachricht: Auch der 141-PS-Vierzylinder im Kia läuft bis zu mittleren Touren angenehm leise. Insgesamt aber angestrengt und brummig.

Der Honda-Benziner kann alles besser

Eine ganz andere Schule verrät der Honda-Zweiliter. Der 150-PS-Motor kann einfach alles besser. Er läuft kultiviert, leise und wirkt nie überlastet. Und niemand dreht hier so locker aus. Resultat sind die mit Abstand besten Fahrleistungen. Für den CR-V ist ja auch der wunderbare 2,2-Liter-Diesel mit 140 PS lieferbar (ab 26.590 Euro), den ich immer vorziehen würde. Aber wenn es ein Vierzylinder-Benziner für diese Art von Auto sein soll, dann der von Honda.

Überhaupt mag man den CR-V von Beginn an etwas unterschätzen, so unauffällig und bläßlich kommt er daher, eher so im Anzug von der Stange. Aber Vorsicht, da steckt jede Menge Erfahrung drin. Der Honda läßt sich gelassen und ohne Aufregung bewegen, federt komfortabler als Kia und Suzuki. Und er hat den geräumigsten und variabelsten Innenraum. Denn im Fond ist nicht nur wie bei den beiden anderen die Lehnenneigung verstellbar, sondern die Bank geteilt längs verschiebbar. Auch der Gepäckraum faßt in diesem Vergleich eindeutig das meiste, sein Boden läßt sich herausnehmen und als Campingtisch nutzen. Gute Idee, auch wenn ich nicht gerade Camper aus Leidenschaft bin.

Der CR-V erweist sich insgesamt als sauber verarbeitet. Hier und da könnte ich mir jedoch hochwertigere Kunststoffe vorstellen. Trotzdem sehr ansehnlich: die fein gezeichneten Instrumente in Durchlicht-Technik oder die vorn in die Mittelkonsole verlegte Handbremse. So entsteht zwischen den Sitzen ein ebener Boden – fühlt sich luftig an und ist praktisch.

Technische Daten und Testwerte

Der Honda zieht locker davon, er hat einfach alle Vorteile auf seiner Seite: den drehfreudigsten Motor, das höchste Drehmoment und eine passende Getriebe-Übersetzung. Und dann wiegt er auch noch am wenigsten – knapp 100 Kilo weniger als der Kia, auch das macht sich bemerkbar. Die Motoren der beiden anderen kommen merklich schwerer in die Gänge, wirken stets angestrengter – noch eindeutiger als beim Honda empfehlen sich hier durchzugsstarke Dieselmotoren.

Ausstattungen und Preise

Mit einem Preis von 24.790 Euro für die Basisausstattung 2.0 LS ist der Honda leider auch knapp der Teuerste, allerdings bei umfangreicher Ausstattung. Der fünftürige Suzuki Grand Vitara 2.0 Club folgt mit 24.290 Euro, am günstigsten liegt erwartungsgemäß der Kia Sportage 2.0 LX für 22.395 Euro. Bestimmt nicht zuviel für einen Anzug, der für fast alle Gelegenheiten paßt. Auf alle Fälle aber besser als meine abenteuerliche Kombination aus Gummistiefeln, Bermudas und Sakko.

Gelände-, Allrad- und Gesamtwertung

AUTO BILD ALLES ALLRAD-Autor Martin Braun über die Geländetauglichkeit der Testkandidaten Hier kommt nur einer durch: der Suzuki. Mit Leichtigkeit erklimmt der Grand Vitara Steilhänge und böse Almwege auch dort, wo Honda und Kia längst mit rauchender Kupplung und knirschendem Bodenblech aufgeben müssen. Der Hauptgrund: Der Suzuki hat als einziger in dieser Klasse der kompakten und preiswerten SUV nicht nur einen Allradantrieb, sondern zusätzlich auch ein Untersetzungsgetriebe – so wie die großen Geländewagen. Das läßt den Grand Vitara auch an starken Steigungen fast spielerisch anfahren, ohne die Kupplung zu schinden. Zudem lassen sich größere Anhänger in der Untersetzung kraftvoll rangieren.

Honda und Kia bevorzugen bei ihren Allradantrieben die Vorderräder. Die Hinterräder werden nur bedarfsweise angetrieben. Beim CR-V gesteuert durch eine zögerliche hydraulische Lamellenkupplung, beim Kia durch eine entschlossener arbeitende Kupplung mit elektronischer Regelung. Ganz anders der Suzuki: Er verteilt die Kraft grundsätzlich mit einem klassischen Zentraldifferential im Verhältnis 50:50 auf die beiden Achsen. Für härtere Geländefahrten läßt sich das Differential außerdem manuell sperren. Auch das Fahrwerk des Suzuki hat mehr Offroad-Talent als Kia und Honda, es ist robuster ausgelegt. Und selbst bei der Bodenfreiheit zeigt der Grand Vitara keine Schwäche. Fazit: Suzuki bietet ganz eindeutig das geländetauglichste Auto in dieser Klasse.

Hier ist Ihre Meinung gefragt

Ob ein Auto letztlich ankommt, wissen nur die Verbraucher selbst – also Sie. Deshalb ist uns Ihre Meinung wichtig. Vergeben Sie eigene Noten für Honda CR-V, Suzuki Grand Vitara und Kia Sportage. Den Zwischenstand sehen Sie nach Abgabe Ihrer Bewertung.

Interesse an weiteren Fahrberichten und Vergleichstests? Hier eine kleine Auswahl.

Autor: Dirk Branke

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