Honda Jazz Facelift (2018): Fahrbericht

Honda Jazz Facelift (2018): Vorschau, Test, Motor, Preis

GTI-Feeling im 130-PS-Jazz

Der Honda Jazz bekommt zum Facelift einen 1,5-Liter-Motor mit stolzen 130 PS. Das üppige Platzangebot bleibt erhalten. Erster Fahrbericht!

Der Jazz bleibt, was er immer war: ein geräumiger, praktischer Kleinwagen.

Nach nur drei Jahren bekommt die aktuelle Generation des Honda Jazz ein Facelift. Ab sofort grinst er mit einem Gesicht im Look der anderen Honda-Modelle. Die Kunden wünschten sich aber mehr: nämlich eine etwas kraftvollere Musik unter der Haube. Dieser Wunsch wurde erfüllt, und zwar mit dem 1,5 Liter großen und 130 PS starken VTEC-Dynamik-Vierzylinder. Bisher gab es diesen Motor nur in den USA. Zu erkennen gibt sich das Aggregat am roten Strich unter dem Kühler sowie an den Seitenschwellern und am Dachspoiler. Erstaunlich für ein modernes Auto: Auch die neue Variante muss ohne Turbolader auskommen, was beim Fahren tatsächlich nicht ohne Reiz ist. Natürlich sind 130 PS im knapp über 1100 Kilogramm leichten Jazz ein ordentliches Pfund. Das zeigt schon ein Blick auf die Fahrleistungen: 0 - 100 km/h in 8,7 Sekunden und 190 Spitze soll der Kleine laut Werksangabe leisten. Durchaus sportlich. Aber das Pfund wuchert nicht so wild wie erwartet, vor allem unter 3000 Touren: Eher sanft und gleichmäßig beschleunigt der neue Jazz, legt erst ab 4000 Touren einen sportlichen Zahn zu. Dazu passt der kernige Sound, und das knackig schaltbare Sechsganggetriebe sorgt für passende Ganganschlüsse.

Neue Kleinwagen (2018, 2019, 2020, 2021, 2022, 2023 und 2024)

Drehfreudiger Motor, wenig Seitenhalt

Erst bei 7000 Touren setzt der Begrenzer ein Ende. Der Jazz ist wendig in der Stadt und handlich auf der Landstraße.

Fahrspaß ist also garantiert, zumindest wenn der Fahrer fleißig schaltet und den Vierzylinder bei Laune hält. Keine Angst: Der Motor ist eine richtige Drehorgel. Erst bei 7000 Touren setzt der Begrenzer ein Ende. Der Jazz ist wendig in der Stadt und handlich auf der Landstraße. Da mischt sich ein wenig GTI-Feeling ins Fahrgefühl eines Praktikers. Das Fahrwerk, eher straff als komfortabel abgestimmt, reiht sich da nahtlos ins sportliche Jazz-Konzert ein. Das passt. Schade, dass die Sitze nicht so richtig mitspielen. Optisch markieren sie mit dicken Backen zwar den starken Mann. Doch für viel Seitenhalt im sportlich durcheilten Kurvengewimmel sind sie zu weich und nachgiebig aufgepolstert, die recht kurzen Lehnen nehmen den Körper nicht richtig in die Zange. Am Rande bemerkt: Der Verstellbereich des Fahrersitzes ist für lange Kerle etwas knapp geraten – eine bequeme Sitzposition zu finden, ist ab etwa 1,95 Meter schwer. Da nimmt schon mal ein Knie unsanft Kontakt mit dem Zündschlüssel auf.

Der Jazz bleibt ein Platzwunder

Bei allem Hang zur Sportlichkeit bleibt der Jazz, was er immer war: ein geräumiger, praktischer Kleinwagen. Klipp, klapp, erstaunlich, wie schnell und variabel die Rücksitze Platz schaffen. Das kann kein anderer Kleinwagen besser. Auf nur knapp über vier Meter Außenlänge dürfte es schwerfallen, mehr Platz für die Passagiere zu zaubern. Qualität dagegen schon. Auch im dritten Jahr fährt der kleine Honda nicht klapperfrei über Kopfsteinpflaster, die Lackierung ist nicht überall perfekt, wie im Tankdeckel zum Beispiel. Kleinigkeiten, die man nach dem Blick auf den Preis schnell vergisst: 19.990 Euro kostet der 130 PS starke 1.5i VTEC Dynamik. Der Einstiegspreis in der Basis liegt bei 16.640 Euro – dafür gibt's den kleineren 1,3-Liter-Motor mit 102 PS.

Honda Jazz Facelift (2018): Fahrbericht

Autor: Andreas Borchmann

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