Honda NSX (ab 1991)

Honda NSX (ab 1991)

— 20.10.2004

Individualist aus Fernost

Erinnern Sie sich? Anfang der Neunziger zielte der Honda NSX auf Porsche 911, Mercedes SL und Corvette. Und, erstaunlich genug, der seltene Mittelmotor-Flachmann ist bis heute im Programm.

Marktlage und Ausstattung

Honda NSX. Hm ..., auch nur ein Japaner, werden an dieser Stelle unsere jüngeren Leser gelangweilt denken. Da bleibt der Puls flach und die Begeisterung aus. An dieser Stelle helfen die Junggebliebenen gern den Jungen etwas weiter: Der NSX war 1991 so ziemlich das Geilste, was Japaner jemals auf Räder stellten. Aluminium-Aufbau, 274-PS-Mittelmotor und ein Styling mit italienischem Akzent. Dazu einen Top-Speed von 270 km/h, dreistellig wurde es am Tacho nach 5,9 Sekunden. Kurz gesagt: Ein Ferrari für den Alltag, gepaart mit japanischer Zuverlässigkeit und der Gutmütigkeit eines hausfrauentauglichen Civic.

Natürlich war auch die Ausstattung typisch japanisch, also komplett: Leder, Bose-System mit Tape-Laufwerk, Sechsgang-Getriebe – Anfang der Neunziger war das eine starke Ansage. Mittlerweile liegt die NSX-Präsentation 13 Jahre zurück. Für einen japanischen Autobauer eine unglaubliche Zeitspanne, gewöhnlich wechselt man in Asien die Modelle schneller als in Europa. Der Mittelmotor-Zweisitzer wird noch immer gebaut und kostet heute stolze 95.000 Euro. Wie dieser Betrag aufgebracht werden soll, kann uns auch der Finanzierungsrechner der Honda-Homepage nicht beantworten – er kennt bei dieser Summe keine Finanzierungsmöglichkeit. Also bleibt Normalverdienern nur der Gebrauchtwagenmarkt.

Wer im NSX-Channel der gängigen Internet-Plattformen surft, findet bereits ab 25 000 Euro manch frühes Baujahr. Meist garagengepflegt und in gutem Zustand, NSX-Besitzer scheinen ihr Auto über alle Maßen zu schätzen. Eine Hochleistungsflunder zum Passat-Preis – wer wird da nicht schwach? Doch bevor Sie jetzt die Altersvorsorge vor Hartz IV retten und noch rasch dem Honda-Händler übergeben, werfen Sie einen Blick auf die Ersatzteilpreise.

Motor und Qualität

Günstige Gebrauchte haben meist schon über 100.000 Kilometer gelaufen, nicht selten in flotter Gangart. Der Sechszylinder gilt zwar als nicht besonders anfällig, hält aber wie jedes mechanische Teil nicht ewig. Ersatz kostet stolze 15.531,70 Euro inklusive Steuer und ohne die 18 erforderlichen Arbeitsstunden. Für dieses Geld kaufen andere einen Basis-Golf und sind fünf Jahre mehr oder weniger glücklich.

Ersatzteile sind ausgesprochen teuer, da tröstet die hervorragende Qualität nicht wirklich. Und wer bei Reparaturen sparen will, wird keinesfalls glücklich werden und sollte besser ganz die Finger vom NSX lassen. Unerschrockene aber stellen bald nach dem Kauf fest, daß dieser Honda qualitativ hervorragend ist. Keine kapriziöse Hochleistungsdiva, sondern ein kräftiger Alltagswagen ohne große Ansprüche. Entsprechend rasch ist auch das Schwachstellen-Kapitel abgehandelt.

Grob gesagt: Macht der NSX Ärger, liegt es meistens am Besitzer. Kaufen Sie daher nur einen Wagen mit nachvollziehbarer Geschichte, ein komplettes Wartungsheft ist bei hochdrehenden Sportwagen von sehr großer Bedeutung. Im Scheckheft sollten nur die Stempel der von Honda auserwählten NSX-Spezialisten kleben – sie kennen den flinken Flachmann wohl am besten und helfen im Notfall kompetent weiter. Wobei es sehr unwahrscheinlich ist, daß der NSX einen Notfall erleidet.

Historie, Schwächen, Kosten

Modellgeschichte 1991 Einführung des NSX mit V6-Mittelmotor: 255 PS mit Automatik und 274 PS mit manuellem Schaltgetriebe 1996 NSX T (Targa) mit herausnehmbarem Dachteil 1997 Einführung des 3,2-Liter-V6 in Verbindung mit dem manuellen Schaltgetriebe mit 280 PS, die Automatik-Version behält den 3.0-V6 mit 255 PS 2002 Facelift, Ersatz der Klappscheinwerfer durch Klarglas, neue Front- und Heckschürze, Wegfall der Nebelscheinwerfer, an beiden Achsen 17-Zoll-Räder

Schwachstellen • liegt es an der kleinen Stückzahl, an der Pflege der NSX-Besitzer oder an Honda? Der Flachmann benötigt in der Werkstatt meist neben der regelmäßigen Wartung nur Verschleißteile wie Bremsklötze, -scheiben und Kupplung • die lackierte Front bekommt häufig Steinschläge ab, hier sollte der Lack gut geprüft werden • ebenso verdienen die Reifen einen Blick: Sie verschleißen bei sportlicher Fahrweise sehr stark, ebenso können sie bei einseitiger Abnutzung auf eine verstellte Achsgeometrie hinweisen • Kurzstrecken machen auch dem NSX-Auspuff zu schaffen, Ersatz kommt teuer

Reparaturkosten Preise inklusive Mehrwertsteuer ohne Arbeitszeit am Beispiel Honda NSX, 201 kW/274 PS. Unsere Preise beziehen sich auf die Baujahre 1991 bis 2001 und zeigen, daß der NSX auch bei den Ersatzteilpreisen an Ferrari erinnert.

Fazit und Modellempfehlung

Fazit "Lieber Senna als Schumi, so denken heute noch viele. Sie sind die geeigneten Kandidaten füpr den NSX. Selten vereint ein Sportwagen Alltagstauglichkeit, eindrucksvolle Fahrleistungen und leichte Beherrbarkeit so perfekt wie dieser Honda. Der Preis mag auf den ersten Blick locken, doch an dieser Stelle verweise ich auf die hohen Unterhalts- und Reparaturkosten. Wer damit kein Problem hat ist der Richtige für den Honda NASX." Nikolaus Eickmann, AUTO BILD TEST&Tuning-Redakteur und Kfz-Mechaniker

Modellempfehlung Honda NSX 3.0 (201 kW/274 PS)

Steuer/jährlich: bis 2004: 325,20 Euro, ab 2005: 453,90 Euro Verbrauch: Werksangabe 12,3 l/100km, Testverbrauch 14,9 l/100km Versicherung: Vollkasko (1000 Euro SB inkl. Teilkasko mit 500 Euro SB): 4140,91 Euro. Teilkasko (500 Euro SB): 455,32 Euro. Haftpflicht: 1184,09 Euro (Basis: HUK-Jahrestarife für Regionalklasse Berlin, Privat- und Zweitfahrzeug, Fahrer ab 36 Jahre, bis 10.000 km/Jahr) • Inspektion: alle 10.000 km, Öl/20.000 km Wertverlust: Bei guter Pflege bleiben die Notierungen vermutlich stabil

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