Honda Odyssey, Nissan Quest und Toyota Sienna

Honda Odyssey Honda Odyssey

Honda Odyssey, Nissan Quest und Toyota Sienna

— 13.09.2010

Japans XXL-Vans für die USA

Die Amerikaner lieben Pick-ups. Und Nippon-Vans. Jüngster Vertreter dieser Gattung ist der Honda Odyssey. Er tritt als Konkurrent gegen den Nissan Quest und den Toyota Sienna an.

Was den Deutschen ihr VW T5, ist den Amerikanern ihr Japaner. Toyota macht Familien mit dem Sienna mobil, Nissan hält den Quest als flexible Transportlösung bereit. Jetzt kommt Honda mit seinem Familienmobil Odyssey dazu. Der japanische Dreikampf um Papas und Mamas Gunst ist also eröffnet. Wobei der Name Odyssey auf den ersten Blick etwas unglücklich gewählt scheint, denn immerhin war Namenspate Odysseus für seine Irrfahrten bekannt. Honda wird es egal sein, denn in den USA erfreut sich der XXL-Van großer Beliebtheit. Wobei XXL circa 5,10 Länge bedeutet, für deutsche Parkhäuser eine echte Herausforderung, in den USA nennen sie das "midsize" oder Mini-Van.

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Bespaßung für den Nachwuchs im Odyssey: ein riesiger Splitscreen für Reihe zwei.

Der Odyssey Jahrgang 2011 hat bis zu acht Sitze, wobei sich das hintere Gestühl flexibel verschieben lässt. Unter der Haube sitzt nicht etwa ein sparsamer Diesel – die sind in den USA nach wie vor verpönt – sondern wie üblich in dieser Klasse ein 3,5-Liter-V6-Benziner, der 248 PS leistet. Ein Vierzylinder? Fehlanzeige. Die Top-Modelle Touring und Touring Elite haben eine Sechsgang-Automatik, alle anderen Odyssey müssen mit einem Fünfstufen-Wandler auskommen. Als Verbrauch gibt Honda umgerechnet knapp zwölf Liter Super auf 100 Kilometern aus, ein VW T5 mit TDI verbraucht mehr als ein Drittel weniger. Doch Verbrauchswerte interessieren die Amis weniger. Der Blickpunkt liegt vielmehr darauf, mit welchen Goodies sich der Familienvan zum rollenden Elektroniktempel aufrüsten lässt. Und da punktet der Honda. Für die lieben Kleinen in Reihe zwei gibt es einen Splitscreen-Monitor mit bis zu 41 Zentimeter Bildschirmdiagonale, an den sich selbstredend auch externe Geräte anschließen lassen. DVD gucken oder Videospiele während der Fahrt sind also kein Problem. Genauso wie kühle Getränke aus der Kühlbox und einen besseren Blick nach hinten dank Rückfahrkamera. Spätestens beim Preis schlägt die große Stunde des Odyssey: Ab 27.800 Dollar (knapp 22.000 Euro) gibt es den Van, selbst das Top-Modell mit allem Schnickschnack kostet keine 34.000 Euro.

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Feiert im November 2010 auf der LA Auto Show Premiere: der neue Nissan Quest – hier die japanische Ausführung.

Der erste Gegenspieler des Odysse ist der neue Quest von Nissan. Er wird im November 2010 auf der LA Auto Show seine US-Premiere feiern. Und noch hält sich Nissan mit Informationen zurück. Wie schön aber, dass der Quest ein Schwestermodell in Japan hat. Es hört auf den Namen Elgrand und ist bereits seit Ende August 2010 am Start. Und über dieses Modell ist bereits mehr bekannt. Zwar wird sich die US-Version in einigen Details vom Elgrand unterscheiden, aber vieles wird Nissan auch jenseits des großes Teiches servieren. Während die Front mit Riesengrill beim Elgrand fast schon futuristisch wirkt, ist der Japaner ansonsten kantig wie eine Schrankwand. Die US-Version wird etwas weniger auffällig ausfallen. Der Quest soll immerhin bis zu acht Personen plus Gepäck transportieren, deshalb folgt die Form der Funktion. In Japan stehen zwei Motoren zur Wahl, die sicher so auch in den USA kommen, da sie dem typischen US-Geschmack entsprechen: ein 3,5-Liter-V6 mit etwa 280 PS und ein 2,5-Liter-Vierzylinder mit 170 PS für den sparsameren Familienvater. Kombiniert wird das Ganze mit einem sechsstufigen CVT-Getriebe. Nissan nennt den Elgrand in Japan wenig bescheiden den "König der Mini-Vans", entsprechend können Kunden ihren Familienfreund mit allem erdenklichen Luxus ausstatten. Auch für die USA wird es jede Menge Schnickschnack geben, unter anderem eine Parkautomatik oder ein Navi mit Karten-Darstellung aus der Vogelperspektive.

Kommem wir zu Nippon-Van Nummer drei: Der Toyota Sienna hat nie den Weg über den großen Teich gefunden. Schade eigentlich, denn der große Van mit Schiebetüren würde sicher auch hier seine Kunden finden. Vielleicht ist das 5,10 Meter lange Familienschiff aber auch einfach nur eine Spur zu groß für europäische Großstadtschluchten. In den USA ist der Sienna ein echter Volksvan, groß, günstig und variabel. Im Februar 2010 kam die dritte Generation zu den Händlern, in diversen Varianten, die es wirklich jedem Kunden recht machen. Mit sieben oder acht Plätzen, Front- oder Allradantrieb und vier oder sechs Zylindern. Die Leistung ist mit 187 (2,7-Liter-Vierzylinder) bis 266 PS (3,5-Liter-V6) ebenso üppig wie der Radstand mit 3,03 Metern. Und das Ganze zum Schnäppchenpreis: Bereits ab knapp 25.000 Dollar (rund 19.700 Euro) macht der Sienna Familien mobil.

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Gegenspieler von Odyssey und Quest: der Toyota Sienna. Die Ähnlichkeit zum Nissan ist groß.

Dabei hat der Sienna unterschiedliche Kunden im Visier. Der so genannte "Auto Access" ermöglicht älteren Passagieren einen extrem leichten Zugang, weil der linke Sitz der zweiten Reihe elektrisch sowohl nach vorn als auch zur Seite klappt. Die Insassen müssen sich quasi nur noch in den Sitz fallen lassen, den Rest erledigt "Auto Access". Toyota hat das System erstmals auf der Detroit Auto Show 2010 präsentiert. Damit es dem Nachwuchs auf den hinteren Plätzen nicht langweilig wird, ist optional ein riesiger 16-Zoll-Flachbildschirm im Angebot, der aus dem Dachhimmel klappt. Um Streit zwischen den Fondpassagieren zu vermeiden, verfügt er über eine Splitscreen-Funktion, so dass zwei Programme parallel laufen können. Natürlich ist ein DVD-Player mit dabei, auch eine Spiele-Konsole lässt sich anschließen. Sportliche Familienväter finden in der SE genannten Sportversion die passende Lösung. Die rollt auf großen 19-Zöllern, ist rundum bespoilert und tiefer gelegt. Dazu kommen spezielle Instrumente und ein eigener Innenraumtrimm. Für Europa ist der Sienna – ebenso wie seine Van-Brüder von Honda und Nissan – nicht vorgesehen.

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