Horror-Crash beim Qualifying

Horror-Crash beim Qualifying

— 26.07.2009

Fahrwerksfeder trifft Felipe Massa am Kopf

Das Qualifying zum Großen Preis von Ungarn wurde von einem schweren Unfall von Felipe Massa überschattet, den bei 200 km/h eine Fahrwerks-Feder am Kopf traf. Der Brasilianer liegt im künstlichen Koma.

Nicht einmal eine Woche nach dem tödlichen Unfall von Henry Surtees beim Formel-2-Rennen in Brands Hatch passierte heute auf dem Hungaroring der nächste schwere Zwischenfall durch Teil, das einem Fahrer an den Helm geschleudert wurde. Diesmal war Felipe Massa der Betroffene, der am Kopf von einer Feder getroffen wurde, die Rubens Barrichello zuvor verloren hatte.Massa verlor durch den Einschlag der Feder wahrscheinlich sofort das Bewusstsein und krachte daraufhin mit seinem Ferrari fast ungebremst in die Reifenstapel. Anschließend wurde der 28-Jährige mit dem Rettungshubschrauber in ein Budapester Krankenhaus gebracht und dort nach einer Not-Operation in ein künstliches Koma versetzt.

Schnittwunde über dem Auge und ein Knochensplitter hinter dem Auge

Der Ferrari von Felipe Massa nach der Bergung des Brasilianers auf dem Hungaroring.

"Nachdem er sich gestern Nachmittag einer Operation unterzogen hat, bei der ein Knochensplitter hinter der Augenhöhle entfernt wurde, bleibt Felipe Massas Zustand stabil und es gab während der Nacht keine weiteren Komplikationen", teilte der italienische Rennstall am Sonntag mit. Die Ärzte diagnostizierten bislang eine schwere Gehirnerschütterung , eine Schnittwunde über dem rechten Auge und einen Knochenbruch am Schädel. Am Sonntagmorgen wurde Felipe Massa kurz aufgeweckt. Er konnte seine schwangere Frau Rafaela sehen und wurde einer weiteren Computertomographie-Untersuchung unterzogen. Dabei wurden keine Blutungen oder Verletzungen im Gehirn diagnostiziert. Nach der Untersuchung wurde der 28-Jährige zur besseren Genesung wieder in ein künstliches Koma versetzt.

News und Ergebnisse zum Großen Preis von Ungarn

Die Boxen-Crew von Felipe Massa schickte ihrem Fahrer während des Rennens Grüße per Boxen-Tafel.

Wie schockierende Fotos belegen, hielt der Schuberth-Helm dem Einschlag des Teils grundsätzlich stand, allerdings wurde die linke Halterung des Visiers zerstört, wodurch es zu einer Berührung zwischen Massas Kopf und dem Teil gekommen sein könnte. Davon abgesehen: Selbst wenn der Helm komplett intakt bleibt, ist ein Schlag bei dieser Geschwindigkeit für jeden menschlichen Kopf eine extreme Belastung. "Die Helme sind seit einigen Jahren aus Karbon. Das Karbon verträgt viel, aber man darf nicht außer Acht lassen, dass schwere und harte Teile schon Schaden anrichten können. Es kommt auf die Masse an", erklärte Peter Bürger vom Helmhersteller Arai noch während der Live-Übertragung im 'RTL'-Interview. "Ob das zu einer Bewusstlosigkeit führt, hängt von der Schwere und von der Geschwindigkeit ab, mit der das Teil auftritt."

"Er reagiert mit Zeichen"

"Die Information, die wir haben, ist, dass er bald aufwachen wird", erklärte Felipe Massas Vater am Sonntag nach dem Rennen. "Er bekommt jetzt schon weniger Beruhigungsmittel. So kann er angenehmer aufwachen." Auch Renningenieur Rob Smedley zwischenzeitlich Positives zu berichten: "Er reagiert gut auf die bisherige Behandlung. Er spricht nicht richtig flüssig, aber er reagiert mit Zeichen. Es scheint alles zu funktionieren, auch neuronal." Smedley hatte mit seinen Emotionen auch nach dem Rennen sichtlich zu kämpfen: "Abgesehen von gestern war das wahrscheinlich einer der schwierigsten Tage meiner Karriere. Hier an der Boxenmauer zu sitzen und zu wissen, dass mein Fahrer in einem Krankenhaus liegt, ist sehr belastend", sagte er geknickt und fügte an: "Zumindest wirft Kimis zweiter Platz ein bisschen Licht auf ein dunkles Wochenende. Er hat Ferrari heute gut verkauft."

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