Horrorunfall auf der A5

— 19.11.2012

Sechs Tote nach Geisterfahrt

Ein Geisterfahrer richtete in Südbaden ein Desaster an. Insgesamt kamen  sechs Menschen ums Leben. Die schockierten Helfer stellen sich die Frage nach dem "Warum".



(dpa) Blaulichter scheinen im Nebel auf, die Autobahn A5 bei Offenburg gleicht auf 100 Metern Länge einem Schlachtfeld. Den Helfern bietet sich ein unvorstellbar grausiger Anblick. Überall auf der Fahrbahn liegen Leichenteile und die Trümmer von vier Autowracks. Was ist passiert? Erst ein paar Stunden später hat die Polizei Gewissheit: Ein 20 Jahre alter Geisterfahrer hat mit seinem weißen BMW gegen 6.00 Uhr morgens einen voll besetzten VW Touran mit hoher Geschwindigkeit frontal gerammt. Die traurige Bilanz: Der Falschfahrer und die fünf Insassen des Minivan sind tot.

Albtraum Geisterfahrer

Wie oft gibt es Geisterfahrer?

Laut ADAC werden im Jahr bundesweit 2800 Fälle gemeldet, davon 2000 auf Autobahnen. Die allermeisten gehen glimpflich aus. Geisterfahrer verursachten gerade einmal drei Prozent der tödlichen Unfälle auf Autobahnen.

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Lesen Sie auch: 100-Jähriger überfährt 88-Jährige

Der Wagen des Geisterfahrers steht total deformiert an der Leitplanke. Der junge Mann war sofort tot. Der Motorblock des Kleinbusses wurde bei der Kollision herausgerissen. Zwei Frauen im Alter von 23 und 36 Jahren sowie drei Männer von 26, 27 und 30 Jahren wurden teilweise aus dem Wagen herauskatapultiert. Auch sie alle erlagen sofort ihren schweren Verletzungen. Eine 37-Jährige, die als erstes mit ihrem Auto zur Unfallstelle kam, wollte helfen und parkte ihren Wagen auf dem Standstreifen. Doch dann passierte das nächste Unglück: Ein Autofahrer übersah die Frau im Nebel und überrollte sie. Ein weiteres Fahrzeug prallte daraufhin in die ungesicherte Unfallstelle. Die Helferin kam schwerst verletzt ins Krankenhaus, wird aber wohl überleben. Die Insassen der beiden anderen Autos wurden glücklicherweise nur leicht verletzt.

Chronologie der Geisterfahrten

1. Januar 2013

Ein betrunkener Lkw-Fahrer wendet auf der A1 bei Bremen seinen 40-Tonner. Mehrere Fahrzeuge können nicht ausweichen, zwei Menschen kommen ums Leben. Der Fahrer flüchtet und wird nach rund 25 Kilometern von der Polizei gestoppt.

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Feldversuch: Schilder warnen vor Geisterfahrten

Erst gegen 8.00 Uhr, als die Morgensonne den wabernden Nebel durchdringt, wird den Feuerwehrmännern, den Helfern des Roten Kreuzes und den vier Notärzten das ganze Ausmaß des Unglückes bewusst. Die Leichen liegen auf etwa hundert Metern Strecke in einem dichten Teppich aus Fahrzeugteilen. Zwei Sachverständige und eine Gerichtsmedizinerin stehen darin und versuchen den Unfall zu rekonstruieren. Noch am Mittag sind nicht alle Opfer zweifelsfrei identifiziert. Ein Polizeihubschrauber versucht am Vormittag zweimal vergeblich Übersichtsaufnahmen aus der Luft zu machen. Erst gegen 13.00 Uhr lichtet sich der Nebel, und die Aufnahmen können gemacht werden.      Die A5 ist stundenlang komplett gesperrt. Auch die nicht betroffene Gegenfahrbahn ist abgeriegelt, um mögliche Gaffer zu vermeiden. Mit ernsten Gesichtern stehen die Polizeibeamten auf der Fahrbahn und stellen sich die Frage nach dem "Warum". Es kann sich keiner von ihnen an einen ähnlich schlimmen Unfall in der Gegend erinnern.

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