Hummer H2 6.0 V8

Hummer H2 6.0 V8 Hummer H2 6.0 V8

Hummer H2 6.0 V8

— 10.01.2003

Der Baby-Hummer

Der Hummer zeigt uns, wo der Hammer hängt. Komfortbetont und kletterstark. Geräumig und unendlich durstig. Ein unverfälschter Ami eben.

Hammermäßiger Hummer-Durst

Starten wir gedanklich mal auf der rechten Spur: Sie fahren ozonlochschonend mit Richtgeschwindigkeit vor sich hin, da zischt es plötzlich so laut, als ob ein Heißluftballon per Gasbrenner Höhe zu gewinnen versucht.

Schauen Sie jetzt nicht nach oben, sondern neben sich: Das furiose Fauchen erzeugt garantiert ein Hummer H2, der mit etwa 150 Sachen das Weite sucht. Wobei dieses Tempo garantiert kein Ozonloch stopft. Denn vom hammermäßigen Hummer-Durst könnten sich locker zehn Dreiliter-Lupo ernähren.

Doch was zählt schon der Verbrauch im Spritpreis-Wunderland Amerika?! Dort ist der Edelkrebs meist ausverkauft. Wobei der Name nur zufällig durch die Abkürzungswut der Amis entstand. Das Militär forderte in den 80er Jahren die Entwicklung eines High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle, eines universellen Radfahrzeugs also. Im Golf-Krieg hieß General Norman Schwartzkopfs neuer Dienstwagen dann schon Hummvee, daraus entwickelte sich Hummer.

316 PS wuchten den 2,9-Tonner vorwärts

Mit 2,16 Meter Breite fährt Hummer H1 fast auf Lkw-Spurweite, ist dafür "nur" 4,57 Meter lang und 1,88 Meter hoch. Hummer H2 wuchs in der Länge auf 4,82 (Höhe 1,98) Meter, zieht sich breitseits aber um zehn Zentimeter zurück. Er hat mit dem Krieger nur noch den Namen gemeinsam. H2 basiert auf dem Tahoe von Chevrolet, ähnelt mit seinem Lego-Design und den Schießscharten-Seitenfenstern doch sehr dem H1.

Der Hummer H2 wird bisher nur über Graudealer importiert, zur Deutschland-Jungfernfahrt bat uns Euro-Auto-Import (0 40/ 529 25 81, www.euroautoimport. de) nach Bremerhaven. Dort landete der jagdgrüne Allradler im hautengen Container, die 2,06 Meter Breite füllten das Blechgehäuse auf den Millimeter.

Zoll und andere Formalitäten sind bei guter Planung auch für Laien heute kein Problem. Also schnell den Ledersitz geentert, den Sechsliter-V8 angeworfen und den Boeing-Schubhebelgleichen Automatikhebel auf D gestellt: Amerika, du hast es besser. 316 PS wuchten kaum hörbar blubbernd den 2,9-Tonner voran, der Fahrtwind säuselt beruhigend, Leder knarzt luxuriös.

Sprinter-Klasse gepaart mit Brummi-Gefühl

Zeit, sich gefährlich ablenken zu lassen. Denn da die Bedienungsanleitung irgendwo bei den Importpapieren im Heck zwischen riesigem Reserverad und klappbarem Zusatzsitz schlummert, müssen sich die Anzeigen selber erklären. Tacho bis 120 Meilen (also unerreichbaren 200 km/h) und Drehzahlmesser bis 6000 Touren werden eingerahmt von Temperaturanzeigen für Getriebeöl und Kühlwasser, Öldruck, Batterie sowie Inhalt des 121-Liter-Tanks. Mit diversen Tasten im Lenkrad sind per Bordcomputer weitere zwölf Positionen abrufbar. Allerlei Sperrknöpfe warten auf schweres Gelände.

Doch jetzt naht die Autobahn: Per Kickdown gibt der Motor seine vollen 500 Newtonmeter Drehmoment an die vier permanent angetriebenen Räder weiter. Während außen der Auspuff faucht, ist innen nur ein leises Rauschen zu hören. Oder ist es vielleicht das Benzin in den Adern des Fahrers? Denn dies ist Sprinter-Klasse – gepaart mit Pkw-Komfort und Brummi-Gefühl.

Linke Autobahnspur in der Baustelle auf zwei Meter Breite begrenzt? Bloß rechts hinter den Lastern bleiben. Eine Abfahrt naht? Mit der präzisen Servolenkung kein Problem, trotz vehementen Eintauchens der soften Federung. Aber auch: nächste Autobahntankstelle wenige Kilometer voraus? Unbedingt beachten, denn 29,7-Liter-Testverbrauch lassen Ölscheichs strahlen.

Gemsenhafte Gelände-Eigenschaften

Offroad aber zählen die Kraxel-Eigenschaften. Um es kurz zu machen: Jede Menge Sperren, Über- und Untersetzungen sowie Traktionskontrollen verleihen dem H2 gemsenhafte Gelände-Eigenschaften. Nur Schluchten oder gefällte Baumriesen können ihn stoppen.

Warum Hummer nicht offiziell nach Deutschland rollt? Weil er in allem zu riesig ist. Erst für 2007 ist ein europäischer H4 angedacht. Der natürlich nicht im Muskelprotz-Format daherkommen soll, sondern im Dieter-Bohlen-Softmacho-Outfit. Doch mal ehrlich: Solch ein Hummer kann doch kein Hammer mehr sein.

Technische Daten V8-Zylinder • Hubraum 5967 cm3 • Leistung 232 kW (316 PS) bei 5200/min • maximales Drehmoment 500 Nm bei 4000/min • Allradantrieb • 4-Stufen-Automatik • Einzelradaufhängung vorn • Starrachse hinten • ABS• Kofferraumvolumen bis 1132 l • Tankinhalt 121 l • Radstand 3118 mm • Länge/Breite/Höhe 4820/2063/1977 mm • Reifen 315/ 70 R 17 • Zuladung 1000 kg • Leergewicht 2909 kg • Anhängelast 3180 kg • Spitze 147 km/h • Preis 79.990 Euro

US-Import: So geht es richtig

Wichtige Import-Regeln Nie einem US-Händler im Voraus Geld schicken, keine Anzahlung, keine Vorauszahlung. Wer selbst nicht rüberfahren will oder mag, der sollte sich hier an einen freien Importeur wenden. An Zoll wird fällig: zehn Prozent auf US-Preis plus Fracht, darauf 16 Prozent Einfuhrumsatzsteuer. Dann zum TÜV. Alle Import-Vorschriften (Abgasgutachten etc.) gibt es auf www.viking-media.de. Wartung: eingeschränkt, oft durch freie Händler. Garantie: Importeure geben meist eine Dreijahresgarantie. Manche Importeure verkaufen Garantien auch an Leute, die privat ein Auto holen.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.