Hummer H3

Hummer H3 Hummer H3

Hummer H3

— 27.10.2004

Riesenbaby aus Amerika

Familie Hummer bekommt Nachwuchs: Der Kleinste heißt H3 und soll als "Midsize-SUV" gegen BMW X3 und Co antreten.

Keine Säufer-Gene mehr unterm Blech

Die GM-Tochter Hummer ist bekannt für ihre Riesen-Offroader. Doch jetzt scheint auf der California International Motor Show Umdenken angesagt: Das jüngste Modell soll nur noch als "Midsize-SUV" antreten. Quasi ein Schrumpfmodell, obwohl die großen Brüder H1 und H2 in den USA durchaus beliebt sind.

Doch ohne Farmgelände und Wüstensturm sind sie selbst Amerikanern zu wuchtig im Straßenverkehr. Um das Wüstenkrieger-Image in Amerika wie Europa dennoch profitabel verkaufen zu können, wurde der neue Baby-Hummer deshalb für die Zielgruppe von Konkurrenten wie BMW X3 und Jeep Grand Cherokee konstruiert. Herausgekommen ist der H3, der immer noch mit Riesenmaßen beeindruckt.

Zum Vergleich: Ein BMW X3 ist 4,56 Meter lang, der X5 4,67 Meter. Beide übertrumpft der H3 mit einem Gardemaß von 4,74 Metern. Ähnlich sieht es bei den übrigen Werten aus: Breite 2,17 Meter (X3: 1,85 Meter), Höhe 1,89 Meter (X3: 1,67 Meter). Fazit: Klassenziel verfehlt. Und beim Verbrauch? Die großen Brüder konsumieren schließlich gerne mal über 20 – oder sagen wir besser 30 Liter. Der 220 PS starke Reihenfünfzylinder im H3 gibt sich angeblich mit weniger als zwölf Litern zufrieden – damit hätte der neue Hummer tatsächlich keine Säufer-Gene mehr unterm Blech.

Rallye Dakar wäre kein Problem

Doch kann das alles sein? Hummer-Chefin Susan Docherty definiert es so: "Der H3 soll sich von der Klasse der gewöhnlichen SUV abheben." Aha. Der H3 hat immer noch die Seele seiner großen Brüder, soll aber gleichzeitig neue Käufer locken. Die bekommen wie gewohnt ein Vehikel für jede Gelegenheit: Im Gelände sind 61 Zentimeter Wassertiefe kein Problem, auch vor 40 Zentimeter hohen Hindernissen muß der kleinste Hummer nicht kapitulieren.

Bestückt mit einem elektronisch gesteuerten Allradantrieb, Sperrdifferential, elektronischer Stabilitätskontrolle, vier Scheibenbremsen und Unterfahrschutz könnte er jederzeit bei der Rallye Dakar antreten. Dank beheizten Ledersitzen, dem elektrischen Sonnendach und DVD-Navigationsradio taugt er aber genauso für den Shopping-Ausflug.

Der H3 kommt im Frühjahr 2005 auf den US-Markt und soll weniger als 30.000 Dollar kosten. Schnäppchenpreis sozusagen. Doch das überzeugt Hummer-Liebhaber und Schauspieler Arnold Schwarzenegger offenbar nicht. Der Gouverneur von Kalifornien erteilte statt dessen General Motors den Auftrag für einen Hummer H2 mit Wasserstoffmotor: Damit will der "Gouvernator" für seinen Plan werben, im Sonnenstaat deutlich mehr Wasserstoff-Tankstellen zu errichten. Das ist auch dringend nötig, denn der Prototyp vom "H2H" hat nur eine Reichweite von 80 Kilometern. H2H statt H3? Das klingt eher nach Umsatteln ohne Komfortverlust.

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.