Hummer-Verkauf nach China geplatzt

Hummer-Verkauf nach China geplatzt

— 25.02.2010

Hummer vor dem Aus

Der GM-Tochter Hummer droht der baldige Untergang: Die Übernahme durch den chinesischen Konzern Tengzhong ist geplatzt. Die Geländewagen-Marke soll nun abgewickelt werden.

China will jetzt doch nicht kaufen. Der Geländewagen-Marke Hummer, verlustreiche Tochter von General Motors, droht nun das gleiche Schicksal wie den Geschwistern Saturn und Pontiac: Sie soll abgewickelt werden. "Wir sind enttäuscht, dass das Geschäft mit Tengzhong nicht abgeschlossen werden konnte", sagte der zuständige GM-Manager John Smith jetzt in Detroit. Für Service- und Garantieleistungen der vorhandenen Wagen will GM weiter einstehen. GM und die "Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery Co" hatten im Oktober 2009 die Übernahme vereinbart. In den vergangenen Tagen mehrten sich jedoch die Zeichen, dass es nicht zu einem Abschluss kommt. Nach Medienberichten verweigerte die chinesische Regierung ihre Zustimmung, weil die spritdurstigen Geländewagen das Ziel torpedieren würden, die Umweltverschmutzung zu senken.

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Hummer in Schieflage: Nach dem geplatzen China-Deal soll die Marke jetzt abgewickelt werden.

Hummer hatte GM zuletzt Verluste eingebrockt, der Absatz war angesichts hoher Spritpreise und der Wirtschaftskrise eingebrochen. Nach Medienberichten war Tengzhong trotz allem bereit, zwischen 150 und 200 Millionen Dollar zu zahlen. Die überdimensionalen Geländewagen sollten vorerst weiter bei GM gebaut werden, 3000 Mitarbeiter sollten dadurch in Lohn und Brot bleiben. Gemeinsam mit ihnen, den Händlern und Zulieferern werde nun die Abwicklung angegangen, sagte Smith. Bereits während der Verhandlungen stand das Geschäft unter keinem guten Stern. Behördenvertreter in China zweifelten hinter vorgehaltener Hand daran, dass Tengzhong über die nötige Erfahrung verfüge, Hummer zu steuern. Das wenig bekannte Unternehmen verdient sein Geld mit dem Maschinenbau.

Reisereporteage: Mit dem Hummer H2 auf der Route 66

Der ursprüngliche Hummer war ein ziviler Ableger des amerikanischen Militärtransporters Humvee. Dank seiner markanten Form entwickelte sich der teure Wagen schnell zu einem Statussymbol. Die späteren Modelle H2 und H3 bekamen mehr Komfort und ein etwas weniger kantiges Äußeres. Der Anstieg der Ölpreise seit 2005 setzte dem Erfolg der Marke jedoch ein Ende. Hummer gehört zu den Marken, von denen sich General Motors bei seinem Neustart trennt. Der Autobauer war 2009 in die Insolvenz gerutscht, aus dem er nur dank einer milliardenschweren staatlichen Finanzspritze einen Ausweg fand. Die US-Regierung kontrolliert das Unternehmen seitdem. Erst am 23. Februar 2009 hatte GM den Verkauf der schwedischen Tochter Saab an den niederländischen Sportwagen-Hersteller Spyker erfolgreich über die Bühne gebracht. Bei der deutschen Tochter Opel ringt der Konzern gerade um staatliche Hilfe für die Sanierung.

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