Hybrid-Tour durch die USA (4.Tag)

Lexus-Hybrid-Challenge durch die USA Lexus-Hybrid-Challenge durch die USA

Hybrid-Tour durch die USA (4. Tag)

— 21.03.2005

Von Des Moines nach Lincoln

In der staubtrockenen Provinz pocht das US-Herz besonders patriotisch. Unser Lexus ist das einzige japanische Auto weit und breit.

Amerikanischer ist Amerika nirgends

Des Moines? Lincoln? Wer in den USA Witze über die Provinz macht, nennt gerne die beiden Hauptstädte von Iowa und Nebraska. Sie werden zwar von der I 80 verbunden, liegen aber "in the middle of nowhere", wie die Amerikaner sagen und sind damit Inbegriff für das Amerika im Abseits. Über diese Gegend macht man Witze wie: "Schatz, in drei Tagen kriegen wir Besuch. Am Horizont steht eine Staubfahne."

Tatsächlich präsentiert sich die Landschaft links und rechts des vierspurigen Interstates als Einöde. Wo im Sommer hoher Mais wächst, langweilen jetzt blaßgelbliche Stoppelfelder in der fahlen Frühlingssonne; dazwischen Farmhäuser mit ihren typischen Wassertanks und Silos. Dies ist das Herz der USA, und in dieser Gegend pocht es besonders patriotisch. Japanische Importautos gibt es hier sehr selten, deutsche Modelle fast überhaupt nicht. Wer hier lebt, fährt Pontiac Grand Prix, Mercury Grand Marquis und Dodge Ram. An so mancher Stoßstange klebt noch ein Aufkleber mit der Bush-Cheney-Kampagne der vergangenen Präsidentschaftswahl. Amerikanischer ist Amerika nirgends.

Klar: Unser Lexus wirkt hier fremd. Dabei ist er technisch hervorragend für die Sorte Straße gerüstet, die hier überall abseits des Freeways zu finden sind: grobe Schotterwege. Bei einem Abstecher in ein kleines Kaff namens Elk Horn muß der RX 400h auf derartigem Geläuf seine Allradqualitäten unter Beweis stellen. Nun schaltet sich der E-Motor für die Hinterachse deutlich häufiger zu als auf festem Untergrund. Da das 4x4-System frontbetont ausgelegt ist, kriegen die Vorderräder beim Herausbeschleunigen aus Kurven spürbaren Schlupf, was sich als unangenehmes Zerren in der Lenkung äußert.

Mit Staubfahne im Schlepp durch die Provinz

Anders als bei mechanischen Antriebskonzepten regelt Elektronik den Einsatz des kleinen E-Motors am Hinterachsdifferential. Wenn die Vorderräder durchdrehen, registriert das der zentrale Bordrechner und schaltet im Millisekundenbereich den hinteren Elektromotor zu. Diese Auslegung macht den RX 400h zu einem passablen SUV, mit einem echten Geländewagen, der über zuschaltbare Mechanik-Sperren und Untersetzung verfügt, kann er natürlich nicht konkurrieren.

Außerdem könnte seine Lenkung noch direkter sein. "Für die Deutschland-Version wird die Abstimmung geändert, um die Antriebseinflüsse in der Lenkung zu minimieren", verspricht Toyota-Mann Peter Wandt. Auch die Fahrwerks-Charakteristik soll für den Europa-RX 400h überarbeitet werden. In US-Auslegung ist sie zwar komfortabel, wirkt aber bei starken Lenkmanövern noch nicht verbindlich genug. Mit langer Staubfahne im Schlepp fährt der Lexus völlig leere Hinterland-Pisten. AUTO-BILD-Fotograf Volker Corell leidet: "Überall Sand", schimpft er. "In der Kamera, im Haar und zwischen den Zähnen." Kein Wunder: Bei den Vorbeifahrten für seinen Fotoapparat hüllte ihn jedesmal eine dicke Staubwolke ein. Als Entschädigung für die trockene Arbeit verlangt er eine Kaffeepause. Soll er haben.

Doch kaum haben wir ihm einen Becher spendiert, wartet schon wieder Arbeit. Direkt neben dem Coffeeshop findet in einer schmucklosen Gemeindehalle eine Versteigerung von Haushaltsgegenständen statt. Mit atemberaubendem Sprechgesang rattert der Auktionator die Gebote runter und bringt ausgemusterte Vasen, Bücher, Besteck und allerlei Krimskrams unter den Hammer. Sehenswert ist vor allem das Publikum: alte Frauen mit weißem Haar, kautabakspuckende Farmer, Cowboys mit Hut, blutjunge Mütter mit Säuglingen auf dem Arm. Amerika abseits der großen Städte birgt jede Menge Erlebnisse, um Land und Leute kennenzulernen.

Erstaunlich: Selbst in der tiefsten Provinz zeigt das Lexus-Navigationsgerät an, auf welcher Straße wir fahren. Trotzdem hat es seine Tücken und wir landen nicht immer dort, wo wir hin wollen. Mehr über die schwierige Orientierung lesen Sie in der fünften Folge des Hybrid-Tagebuchs.

Autor: Jörg Maltzan

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