Hybridantrieb Lexus RX 450h

Hybridautos: Pro und Kontra

— 06.07.2011

Hybridautos – öko oder unsinnig?

Verbrenner plus Elektroantrieb – wie sinnvoll ist das wirklich für Umwelt und grünes Gewissen? Hybridautos mit der Kraft der zwei Herzen haben flammende Befürworter und erbitterte Gegner.

"Auch ein Gutbürger-Hybrid fährt nicht ohne Benzin",
findet Heinrich Lingner.

Verstehen Sie mich nicht falsch, ich will niemandem die Freude an seinem Hybridauto nehmen. Unter ganz bestimmten Umständen sind die ja auch fraglos sinnvoll, etwa um den Stadtverbrauch von Achtzylindern zu zügeln. Und dort, wo keiner Diesel fahren will. Was mich viel mehr stört, ist das Gutbürger-Image, das die benzinelektrischen Automobile umgibt, spätestens seit eine Bundestags-Fraktionsvorsitzende einer großen Partei allen riet, doch bitte schön Hybridautos von Toyota zu kaufen.

Eine Frage des Fahrstils

Redakteur Heinrich Lingner.

So gut sind die, dass man fast schon glauben möchte, außer dem Klima könnten mit jeder Tankfüllung auch noch die Wale und ein paar Robbenbabys gerettet werden. Natürlich ist nichts davon wahr. Ich bin insgeheim überzeugt davon, dass ich mit einem 25 Jahre alten Porsche (oder von mir aus einem Golf II) nachhaltiger und klimaschonender unterwegs bin als Andere mit einem neuen Hybridauto. Diese Autos gibt es schon, sie müssen nicht erst gebaut werden, für die Batterien muss man auch keinen Nickelbergbau betreiben. Die energieintensive Förderung von Lithium ist übrigens kaum menschen- und umweltschonender. Und so ein Wagen muss nicht per Schiff um die halbe Welt transportiert werden, um hier herumzufahren. Ich verrate Ihnen noch ein Geheimnis: Kein Auto, auch kein alter Sportwagen, verbraucht mehr Benzin, als man reintankt. Es kommt nur darauf an, wie viel und wie damit gefahren wird. Und das liegt ganz allein an Ihnen. Ob mit oder ohne Hybrid.

Redakteur Frank Rosin.

"Hybridautos machen aus mir einen Gutmenschen",
sagt Frank Rosin.

Elektrisch gleite ich aus der Tiefgarage, kein Abgas trübt die Luft. Draußen, an der Straße, ist das Erste, was ich sehe, ein aufgemotztes Riesen-SUV, dessen kahlrasierter Fahrer in einem waghalsigen Überholmanöver ein paar Wagenlängen gutmachen will. Was für eine Wurst, würde ich normalerweise denken. Doch heute lässt mich das kalt, denn ich sitze in einem Hybridauto. Heute bin ich ein Gutmensch. Aggressionen, wie ich sie sonst hin und wieder im Straßenverkehr verspüre, sind wie weggeblasen. Drängler, Schleicher, Nicht-Reinlasser, Zweite-Reihe-Parker – ihr könnt mir alle nichts, denn ich fahre mit der Kraft der zwei Herzen. Selbst meine Kinder streiten im Hybridauto nicht: Sie beobachten gebannt die Bäumchen auf dem Bildschirm, denen bei sparsamer Fahrweise Blätter sprießen. Beim Warten an der Ampel spiele ich mit dem Display, lasse mir abwechselnd die Grafik für die Energieflüsse, den Verbrauch der letzten 30 Minuten und den Ladezustand des Akkus anzeigen.

Entspannt ans Ziel

Auf der Landstraße regle ich den Tempomaten auf 70, wo 70 erlaubt sind, und nicht auf 75 oder 80. Ich freue mich darüber, dass ich meiner Familie während der Fahrt entspannt ein Liedchen singen kann und dass das Auto nur drei Liter verbraucht. Sollte ich doch einmal – aus Versehen natürlich – Vollgas geben, dann heult der Benzinmotor auf wie ein gequälter Hund. Sofort fällt mir wieder ein, dass dieses Auto nicht für Raser gebaut wurde. Sondern für Gutmenschen. Und ich bin heute einer von ihnen.
Fotos: Garage

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