Hyundai Atos GLS

Hyundai Atos GLS Hyundai Atos GLS

Hyundai Atos GLS

— 12.02.2002

Kleiner Gerne-Groß

Hyundais Antwort auf die A-Klasse: Ein Mini-Van mit großen Zielen. Nur Spielzeug oder schon ein erwachsenes Auto?

Korea-Mini mit A-Klasse-Format

"Bekommt der noch Milch, oder darf er schon richtigen Sprit tanken?" Ha, unser Tankwart beliebt zu scherzen. Ja, mein Herr, der Hyundai Atos GLS fährt mit Benzin - Normalbenzin, um genau zu sein. Und davon braucht er nicht mehr als 6,2 Liter für 100 Kilometer. Na, Herr Tankwart, Lachen vergangen?

Atos kann natürlich noch mehr als Spritzapfer verblüffen. Bei nur 3,50 Meter Gesamtlänge befördert er - wenn es sein muß - bis zu fünf Erwachsene samt Gepäck (263 bis 1084 Liter Stauraum). Doch aufgepaßt: Vollschlanke sollten sich nicht in den Atos drängeln, denn schon mit mageren 360 Kilo hat er seine maximale Zuladung erreicht. Bescheiden auch der Platz. Vor allem für den Unglücklichen, der hinten den mittleren Sitz erwischt hat. Da fühlt er sich wie ein Salatblatt im Sandwich. Doch eine Reise-Limousine will Atos gar nicht sein. Vielmehr verfolgt er das gleiche Konzept wie die acht Zentimeter längere A-Klasse. Erdacht für Stadt und Kurzstrecke mit viel Raum bei knappen Außenabmessungen. Dazu ein hohes Maß an Nutzwert und Variabilität.

Ganz nebenbei: Trotz Elchtest-Desaster ist Hyundai über die A-Klasse mehr als glücklich. Denn erst Mercedes machte dieses Konzept salonfähig. Motto: Wenn die solch kleine Autos bauen, dann ist man mit so einem Mini-Van grundsätzlich nicht falsch angezogen. Davon soll Atos nach seiner Markteinführung am 28. März 1998 profitieren. 5000 Fahrzeuge wollen die Koreaner in diesem Jahr verkaufen. Klingt realistisch bei Preisen von 17.990 Mark für den getesten GLS und 15.990 Mark für die Basisversion GL.

Motor: agil aber laut

Und was den Elchtest angeht: Den hat Atos bereits ausführlich kennengelernt - und bestanden. Mit Tempo 75. Auch ohne teure elektronische Fahrwerkshilfen kein Problem für den Mini-Van. Er hebt dabei nur das kurveninnere Hinterrad. Wie früher der Golf.

Sieht spektakulär aus, ist aber völlig ungefährlich. Insgesamt verhält sich der Wagen in Kurven gutmütig, untersteuert sehr früh und bringt dadurch seinen Fahrer gar nicht erst in brenzlige (Kipp-)Situationen. In die gerät er höchstens bei einer Notbremsung, denn 44,6 Meter aus Tempo 100 bis zum Stillstand sind zuviel. Und da wir gerade beim Thema Sicherheit sind: Ein Beifahrer-Airbag ist (noch) nicht lieferbar, ABS nur gegen Aufpreis - 650 Mark. Gratis gibt es elektrische Fensterheber vorn, Zentralverriegelung, Servolenkung. Das freut nicht nur Damen beim Einparken. Bei Autobahntempo besitzt die Lenkung jedoch zuwenig Gefühl. Da stört auch der instabile Geradeauslauf.

Weiteres Manko: der hakelige Rückwärtsgang. Ansonsten läßt sich das Fünfganggetriebe gut schalten. Da die Gänge eins bis drei extrem kurz übersetzt sind, beißt der kleine Einlitermotor (55 PS) in der Stadt giftig zu. Leider lärmt er dabei sehr. Einzig ein bißchen Pfiff fehlt dem City-Floh. Temperament, Fahrverhalten, Funktionalität der Bedienelemente - alles okay. Auch das geschwungene Armaturenbrett ist nicht ohne Pfiff. Doch ein paar bunte Schalter wie im Twingo, schon würde alles viel frischer, freundlicher aussehen. Kommt vielleicht noch. Ganz sicher aber kommt ein Faltdach. Wie früher bei der Ente. Und die wurde anfangs auch nur mitleidig belächelt.

Bewertung und Fazit

Motor und Getriebe Quirliger Motor. Dank extrem kurzer Getriebeübersetzungen giftig im Stadtverkehr, aber unelastisch im vierten, fünften Gang, niedriger Verbrauch.

Fahrwerk und Sicherheit Gutmütige Fahreigenschaften. Leichtgängige, aber indirekte Lenkung. Schwache Bremse. ABS nur gegen Aufpreis. Noch kein Beifahrer-Airbag.

Karosserie und Innenraum Ansehnlich gestylte, gut überschaubare Karosserie. Durchschnittliche Verarbeitung. Geringe Zuladung, weniger Platz im Fond, ordentlicher Kofferraum.

Komfort Weiche Federung. Zu lasch gepolsterte Sitze, zuwenig Seitenhalt, lauter Motor. Funktionelles Cockpit , ordentliche Ausstattung.

Preise und Kosten Auch mit GLS-Ausstattung vertretbarer Preis. Kulante Garantiebestimmungen. Günstige Versicherungseinstufungen. Wahrscheinlich geringer Wertverlust.

Fazit Auch wenn der Tankwart über den Atos schmunzelt, der koreanische Mini-Van ist ein richtiges, ernst zu nehmendes Auto. Nicht nur wegen seines Preises.

Technische Daten und Ausstattung

Technik Vierzylindermotor, vorn quer eingebaut • eine obenliegende Nockenwelle • 3 Ventile pro Zylinder • Kat • Hubraum 999 cm3 • Bohrung x Hub 66,0 x 73,0 mm • Verdichtung 9,5:1 • Leistung 40 kW (55 PS) bei 5500/min • max. Drehmoment 84 Nm bei 3100/min • elektron. Benzineinspritzung • Fünfganggetriebe • Frontantrieb • vorn Einzelradaufhängung • hinten Verbundlenkerachse • vorn Scheiben-, hi. Trommelbremsen • Reifen 155/70 R 13 T • Kofferraum 263/1084 l • Tank 35 l • L/B/H 3495/1495/1615 mm

Serienausstattung Fahrer-Airbag • Kopfstützen vorn und hinten • Servolenkung • getönte Scheiben • Nebelscheinwerfer • elektrische Fensterheber vorn • umlegbare Rückbank • Zentralverriegelung

Extras ABS 650 Mark • Halbautomatik 1090 Mark • Klima 1090 Mark • Metallic 250 Mark

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