Hyundai Coupé 2.7 V6 GLS

Hyundai Coupé 2.7 V6 Hyundai Coupé 2.7 V6

Hyundai Coupé 2.7 V6

— 25.02.2002

Koreas stärkstes Stück

2002 ist die Fußball-Welt in Korea zu Gast. Vorab schickt Hyundai schon mal seinen neuen Stürmer zu uns. Ein talentiertes Coupé mit richtig Bums und besten Siegchancen.

Interieur wie aus dem Audi-Shop

Während im Hotelsaal in Nizza das Hyundai Coupé ins Rampenlicht rollte, waren einige Manager in Gedanken immer auf Ballhöhe. Als Deutschland sich endgültig zur Weltmeisterschaft schoss, ging ein Stoßseufzer durch die Reihen: WM-Aktion gesichert, Sondermodelle marsch. Hyundai, Hauptsponsor der Fußball-Weltmeisterschaft 2002, kann im nächsten Jahr seine große Image-Offensive in Europa anpfeifen.

Hyundai-Geschäftsführer Karl-Heinz Engels: "Wir wollen deutschen Kunden Korea näher bringen." Als Vorspiel startet schon im Frühjahr das neue Coupé, das auf der Frankfurter IAA Pre-miere feierte und jetzt erstmals zu fahren war. Auf den ersten Blick ein braver Korea-Celica, gegenüber dem pummeligen Vorgänger überall ein paar Zentimeter gewachsen. Der hatte Hyundai 1996 ersten freundlichen Applaus in Europa eingefahren, aber heute?

Show-Wert besitzen nun Cabrios oder ausgefallene Freizeit-Autos, beides fehlt den Koreanern schmerzlich. Also, so meine Erwartung, kommt hier nur ein neues Coupé, die kurzlebige Frühjahrs-Liebelei der chronisch untreuen Mode-Käufer. Völlig falsch.

V6-Kraftmeier mit sechs Gängen

Sicher, der Hyundai ist kein radikaler Hingucker wie der Audi TT und zitiert in seinen Seitenkiemen ungeniert Ikonen wie den Ferrari 456. Aber seine straffen Linien haben alles peinlich Pummelige abgelegt, auch das Interieur wirkt so ernsthaft, als hätte Hyundai im Audi-Shop eingekauft. Da glänzen stilsicher mattsilberne Ringe, dicke, rote Zeiger huschen gelassen über klare Anzeigen. Es gibt ordentliche Sitze, noch ordentlicheren Gepäckraum (312 Liter) und im Fond keinen Platz - eben Klassen-Standard.

Nur in der Mittelkonsole der Topversion tobt noch asiatischer Spieltrieb: Das "Torquemeter" (so was schon mal gesehen?) zeigt doch tatsächlich das aktuelle Drehmoment des V6. Wenn keiner hinguckt, schütteln deutsche Techniker den Kopf - fehlt nur noch die digitale PS-Anzeige. Solche optische Kraftmeierei hätte der neue V6 (rangiert über dem bekannten 2,0-Liter mit 136 PS) gar nicht nötig. Der 2,7-Liter aus Sonata und Trajet lässt einen aufreizenden Bass auf die Ohren los und satte 245 Newtonmeter auf die Vorderräder. Sechs Gänge (erstmals bei Hyundai) werden klack, klack aus dem kurzen Handgelenk sortiert, die Power verbläst jeden Zweifel: 8,2 Sekunden bis 100 km/h, Spitze 220. Respekt. Der wächst spätestens beim Fahren.

Das Coupé macht - wäre das Wort doch nicht so abgedroschen - richtig Spaß. Hier kommt keine Pensionärs-Kutsche, sondern ein Zweisitzer mit richtig Biss. Satt und solide liegt der Hyundai, die dünnen 17-Zoll-Socken schütteln die steife Karosserie bis ins Mark - die besteht ohne Quietschen. Das Fahrwerk, vom Mittel- klasse-Elantra übernommen, wurde wieder im hessischen Eschborn auf Europas straffen Geschmack getrimmt.

Das Schönste am Coupé ist sein Preis

Eine Schwäche allerdings kann auch das Team um Entwicklungs-Leiter Axel Honisch nicht abstellen: Zum Start tritt das Coupé mit vier Airbags, aber ohne ESP an. Die Koreaner werden den Schleuderschutz erst 2003 liefern. Ob ein Heckspoiler sein muss, darüber streiten derzeit Techniker und Verkäufer - wie damals beim Audi TT. Die erstaunliche Reife des Coupés aber lehrt noch mehr: Hyundai hat die Korea-Krise von 1998 abgehakt und holt rasant auf. So etwas nennt man wohl ein Aldi-Schicksal - wenn die Produkte sich schneller verbessern als der Ruf.

So bleibt das Schönste am Coupé sein Preis: "Um 40.000 Mark" verspricht Geschäftsführer Engels für den Basis-Zweiliter mit Alufelgen, Klimaautomatik und Traktionskontrolle. Die Topversion inklusive Leder, 17-Zöllern und allen Komforts soll rund 48.000 Mark kosten. Preise und Pakete werden über den Winter geschnürt.

Was heißt das für Deutschland? Wir dürfen Korea nicht unterschätzen. Ist ein bisschen wie im Fußball: Es gibt halt keine kleinen Gegner mehr.

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