Hyundai Elantra 2.0i GLS

Hyundai Elantra 2.0i GLS Hyundai Elantra 2.0i GLS

Hyundai Elantra 2.0i GLS

— 12.02.2002

Frischer Elan

Mit neuem Schwung und neuem Namen versucht Hyundai die Kurve zu kriegen. Ziel: mehr sein als nur billig

Mehr als nur ein billiger Jacob

Neuer Job, sechs Monate Probezeit. Bewährt sich der neue Mitarbeiter, darf er bleiben. Das ist im Berufsleben völlig normal. Und bei Automobilmarken nicht viel anders. Beispiel Hyundai. Vor neun Jahren kamen die Koreaner nach Deutschland, lockten die Kunden mit Niedrigpreisen. Kümmerliches Image oder anfängliche Unzulänglichkeiten - der Käufer pfiff drauf, schließlich lockten die Neuankömmlinge mit Super-Schnäppchen. Mit dieser Masche hat Hyundai seit 1991 immerhin 230.646 Autos bei uns verkauft. Davon 65.000 Lantra. 20.579 waren es im letzten Jahr (davon 3925 Lantra). Marktanteil: 0,64 Prozent.

Nun aber ist die Probezeit vorbei. Sagt Hyundai selber. Denn der am 22. September 2000 eingeführte neue Elantra will mehr sein als nur der billige Jakob unter den Mittelklassefahrzeugen. Trotzdem bleibt er konkurrenzlos günstig. Die viertürige Limousine mit 2,0-Liter-Maschine (139 PS) kostet 33.690 Mark. Da sind selbst Japaner deutlich teurer. Mitsubishis Carisma 1.9 GDI kostet immerhin 35.790 Mark, ein Nissan Primera 2.0 sogar 39.800 Mark. In der Preislage bewegen sich auch Honda Accord oder Toyota Avensis mit vergleichbaren Motoren.

Preiswert sein heißt aber nicht ärmlich. Zwar wirken die im Innenraum verbauten Kunststoffteile noch lange nicht edel, aber nichts klappert, und der Elantra besitzt alles, was heute in der Mittelklasse als Standard gilt: elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, Lenkrad und Fahrersitz höhenverstellbar, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, geteilt umlegbare Rücksitzlehnen, diverse Ablagen. Sogar die Klimaanlage gibt es gratis.

Viel Komfort zu günstigem Preis

Ebenso wenig gespart wurde an der Sicherheitsausstattung. Vier Airbags, Kopfstützen und Dreipunktgurte auf allen fünf Plätzen, Nebelscheinwerfer und ABS - alles da. Serienmäßig. Nicht erhältlich ist eine Antriebsschlupfregelung oder das elektronische Stabilitätsprogramm ESP. Beides vermisst der Kunde nicht wirklich. Mit Traktionsproblemen kämpft der Fronttriebler nur beim zu forschen Anfahren. Ansonsten aber zieht der Elantra brav seine Bahn, warnt in Kurven vor zu schneller Gangart durch dezentes Untersteuern. Selbst bei plötzlichen Spurwechseln, unbeladen oder bis an die Grenze voll gestopft (490 Kilo), bleibt der Koreaner gutmütig, wischt nur leicht mit dem Heck weg.

Nicht ganz so souverän sind Geradeauslauf und Lenkung. Bei Autobahnfahrten muss ständig korrigiert werden, um das Auto in der Spur zu halten. Ein Balanceakt, bei dem die zu gefühllose Lenkung nur wenig hilft. Besser: der Komforteindruck. Hyundai hat das Fahrwerk europäisch abgestimmt. Locker meistert es Wellen und kurze Stöße, lässt sich nur von wirklich herben Schlägen erschüttern. Auch beim Raumangebot fährt Hyundai auf Europa-Kurs. Platzangebot im Fond und Sitze sind für "größere Aufgaben" vorbereitet. Hohe Lehnen, genügend Beinauflage, straffe Polster - das passt. Nur etwas Seitenhalt fehlt.

Noch recht japanisch fühlt sich der Zweilitermotor an. Der Vierzylinder mit zwei oben liegenden Nockenwellen und Vierventiltechnik giert nach Drehzahl, um sich richtig ins Zeug zu legen. Eine Charakteristik, wie wir sie vor allem von Honda-Motoren kennen. Mit seinen 139 PS erzielt unser Testwagen ordentliche Fahrleistungen bei angemessenem Spritkonsum. Ihm reichen im Schnitt 8,1 Liter Normalbenzin pro 100 Kilometer. Das ist zeitgemäß und führt zu einem wichtigen Häkchen in der Personalakte: Probezeit bestanden. Mit dem neuen Elantra hat Hyundai den Anschluss in der Mittelklasse geschafft.

Bewertung und Fazit

Fahrwerk und Sicherheit Ob beladen oder unbeladen, stets gutmütig im Fahrverhalten. Auf dem Niveau der Klasse: Bremsen und Sicherheitsausstattung. Manko: zu indirekte, gefühllose Lenkung.

Motor und Getriebe Etwas brummiger Motor, der erst bei höheren Drehzahlen seine Kraft entfaltet. Ausreichende Fahrleistungen, akzeptabler Verbrauch. Gelungen: Getriebe und Schaltung.

Karosserie und Innenraum Unauffälliges Design, ordentliche Verarbeitung, aber einfache Materialien im Innenraum. Gute Platzverhältnisse auch im Fond. Ausreichender Kofferraum, hohe Zuladung.

Komfort Den Sitzen fehlt Seitenhalt, die Federung ist nur bei herben Stößen wirklich überfordert. Allgemein einfache Bedienung, aber schlechte Sicht nach hinten. Alles Wesentliche ist ab Werk vorhanden.

Preise und Kosten Die Stärke: der günstige Preis. Dazu niedrige Unterhaltskosten, drei Jahre Garantie. Den Wiederverkaufswert drückt wahrscheinlich noch das fehlende Image.

Fazit Das größte Plus des Elantra: natürlich sein Preis. Die Überraschung aber: Technik, Fahrverhalten, Qualität und Ausstattung sind zeitgemäß, erfüllen Klassen-Standard.

Technische Daten und Ausstattung

Technik Motor Vierzylinder-Benziner Hubraum 1975 cm3 Leistung 102 kW (139 PS) bei 6000/min Drehmoment 182 Nm bei 4900/min Getriebe 5-Gang manuell Antrieb Front Bremsen Scheiben/Scheiben Reifen 195/60 R 15 H Kofferraum 415 l Tankinhalt 55 l Länge/Breite/Höhe 4495/1720/1425 mm Leergewicht/Zuladung 1290/490 kg Anhängelast (gebremst) 1400 kg

Serienausstattung ABS mit EBV Fahrer-, Beifahrer- und Seitenairbags vorn Klimaanlage elektr. Spiegelverstellung elektr. Fensterheber vierfach höhenverstellbarer Fahrersitz neigungsverstellbares Lenkrad Zentralverriegelung mit Fernbedienung

Extras Automatikgetrieb 2390 Mark Metalliclackierung 650 Mark Comfort-Paket inkl. Klimaautomatik, Wurzelholzdekor, Teilleder, Lederlenkrad, Sitzheizung vorn 3390 Mark Cassetten-Radio ab 269 Mark CD-Wechsler ab 449 Mark

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