Hyundai i30 (Paris 2016) im Test: Sitzprobe, Preis

Hyundai i30 (2016): Sitzprobe

— 08.09.2016

Der neue i30 wird richtig modern

2017 kommt der neue Hyundai i30. AUTO BILD hat das Design, die Connectivity und den Innenraum des Golf-Gegners unter die Lupe genommen!

Hyundai legt den i30 neu auf. Die dritte Generation des Koreaners soll laut Hyundai das "New people's car" sein und nimmt damit zwischen den Zeilen den VW Golf ins Visier. Ab Frühjahr 2017 steht der neue i30 bei den Händlern,  AUTO BILD hat bereits die Sitzprobe gemacht und klärt, ob der Kompakte überzeugen kann.
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Video: Hyundai i30 (2016)

So passt der neue i30

Der i30 ist um einiges gefälliger geworden. Mit seinem chromumrandeten Kühlergrill, den schmaleren Scheinwerfern (auf Wunsch in Voll-LED-Ausführung) und der nach unten gezogenen Front steht er breitschultriger da als bisher. Nicht nur ein optischer Effekt, denn tatsächlich hat der Neue um 15 Millimeter an Breite gewonnen (1795 mm). Auch bei der Länge legt er zu. 4,34 Meter bedeuten vier Zentimeter Zuwachs – bei gleichem Radstand (2,65 m). In der Seitenansicht fällt sofort die durchgehende Schulterfalz unterhalb der Fensterlinie auf, die sich über die komplette Flanke zieht und weniger stark ansteigt als beim Vorgänger.

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 Um die Heckscheibe schmiegt sich ein Spoiler mit seitlichen Luftführungen, der unabhängig von der Basisfarbe des Autos stets glänzend schwarz lackiert ist. Die ausgeprägte Kante zwischen den Reflektoren sieht in Natura harmonischer aus als auf den ersten Herstellerfotos. Die Formensprache des neuen i30 ist klarer, seriöser und weniger verspielt als die zweite Generation.

Das Cockpit: modern gestaltet, gut verarbeitet

Schauen wir uns den Innenraum an. Beim Cockpit macht der neue i30 einen deutlichen Satz nach vorne. Das Armaturenbrett ist ab sofort horizontal ausgerichtet und mit seinem reduzierten Knopf-Inventar zeitgemäß. Auch das Multifunktionslenkrad mit seinen mattsilbernen Spangen wirkt trotz der zwölf Knöpfe nicht überfrachtet und gefällt sowohl haptisch als auch ergonomisch. Blickgünstig platziert, thront der Monitor des Infotainments mittig auf dem Armaturenbrett – doch dazu später mehr.

Hyundai i30 (2016): Vorstellung

Die gute Verarbeitung kennt man bereits von Hyundai – daran ändert sich auch beim neuen i30 nichts. Die Türen fallen satt ins Schloss, die Tasten im Cockpit sind druckfest. Alles macht einen soliden Gesamteindruck. Nur bei der Materialanmutung wäre mehr drin. Die Oberseite des Armaturenbretts ist zwar mit einer feinen Softtouchoberfläche versehen, aber direkt darunter stoßen die Finger auf hartes Plastik, das aber nicht billig aussieht.

Für große Fahrer und Passagiere wird es nach oben eng

Das Gestühl macht mit seinen gut gepolsterten Sitzflächen einen langstreckentauglichen Eindruck. Was den guten Eindruck etwas trübt, ist die knapp geratene Kopffreiheit, denn die Haarspitzen streicheln bei 1,95 Meter Körpergröße den Dachhimmel. Vielleicht liegt das am optionalen Panoramadach, mit dem alle Präsentations-Fahrzeuge ausgestattet waren – eine Vergleichsmöglichkeit gab es nicht. Noch eine Spur störender ist die dürftige Kopffreiheit auf der Rücksitzbank: Große Menschen müssen den Kopf seitlich wegducken. Die Beinfreiheit geht dafür in Ordnung. Gut: Das Kofferraumvolumen steigt um 17 Liter auf 395 Liter mit hochgeklappter Rücksitzbank (teilbar 40:60). Maximal passen 1301 Liter ins Gepäckabteil.

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Feinfühliges Infotainmentsystem

Der Touchscreen misst acht Zoll und hat eine gute Auflösung. Positiv, Menüpunkte lassen sich per Knopfdruck auswählen.

In Sachen Connectivity vertraut Hyundai auf den bereits erwähnten Touchscreen mit acht Zoll Bildschirmdiagonale. Die Darstellung ist klar, das System reagiert zügig und feinfühlig. Per Knopfdruck lassen sich die Menüpunkte anwählen, ohne blindes Gefummel auf dem Bildschirm. Nur eines fehlt: ein analoger Homebutton. Möchte man ins Standardmenü zurück, hilft nur der Druck auf einen virtuellen Knopf. Das große Infotainmentsystem beherrscht sowohl Apple Carplay als auch Android Auto. Zudem bietet Hyundai einen Fünf-Zoll-Monitor als Audio-Standard an, der in der Basis aus einem konventionellen Zweifarb-Display besteht, das sich gegen Aufpreis durch einen gleich großen Touchscreen mit Farbdarstellung tauschen lässt. Das Smartphone lässt sich auf der Fünf-Zoll-Version des Infotainments jedoch nicht spiegeln. 

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So fährt der Hyundai i30

AUTO BILD hat den neuen Hyundai i30 bereits auf der Straße getestet. Wir waren mit einem getarnten Vorserienfahrzeug, einem sogenannten Nullserienauto unterwegs. Erster Eindruck des 140 PS starken 1,4-Liter-Turbobenziners: Der Vierzylinder läuft vibrationsarm und drehfreudig, bleibt akustisch unauffällig, ist ausreichend kräftig. Aber es gibt noch was zu tun bis zum Serienanlauf im Herbst: Das lang ausgelegte Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet selbst im Sportmodus eher unwillig zurück.

AUTO BILD durfte ein Vorserienfahrzeug des neuen Hyundai i30 bereits testen.

Gelungen: Das Trio aus ESC, ASR und ABS, das im Vorgänger schon bei geringstem Schlupf den Kraftschluss für gefühlte zwei Sekunden lahmgelegt hat, ist jetzt deutlich mutiger abgestimmt. Die im Sportmodus etwas steifere elektromechanische Servolenkung reagiert jetzt spürbar direkter, arbeitet zielgenauer, hält zuverlässig die Spur und bleibt auch beim Einlenken voll bei der Sache. In Verbindung mit dem neu kalibrierten Fahrwerk baut der 2017er i30 mehr Seitenführung auf, bleibt in schnellen Kurven länger neutral und hat sein Eigenlenkverhalten besser unter Kontrolle. Voll überzeugt haben die sofort zupackenden und gut dosierbaren Bremsen. Benziner oder Diesel? Der ebenfalls 140 PS starke Selbstzünder lässt beim Kavalierstart die Antriebswellen rattern, packt dann gierig zu und surft souverän auf dem 340 Nm hohen Kamm der Drehmomentwelle, doch Drehfreudigkeit und Laufruhe sind seine Sache nicht. Wir würden vermutlich den leiseren, vibrationsarmen und nach oben hinaus kräftigeren Turbobenziner nehmen.

Der Preis dürfte bei rund 17.000 Euro liegen

Ob der Angriff auf den Golf gelingt, hängt sicherlich in entscheidendem Maße vom Preis ab. Hyundai schweigt dazu eisern, AUTO BILD vermutet jedoch, dass der Einstiegspreis bei erweiterter Serienausstattung (inklusive Tempomat, Spurhalteassistent, Notbremsfunktion) knapp unter 17.000 Euro liegen dürfte. 

Hyundai i30 (Paris 2016) im Test: Sitzprobe, Preis

Gebrauchte i30 ab 10.000 Euro

Die aktuelle Generation des i30 (ab 2012) ist mit einem Kilometerstand von unter 10.000 Kilometern ab rund 10.000 Euro erhältlich. Im AUTO BILD Dauertest schnitt er als zum Testzeitpunkt bestes Auto über eine Distanz von 100.000 Kilometern ab – wenngleich er mit kleinen Mängeln wie hohem Ölverbrauch nervte. In der Qualität schnitt er deutlich besser ab als sein Vorgänger, der Rost an Türen und Klappen aufwies und in der Hauptuntersuchung häufig Mängel an der Radaufhängung und Probleme mit der Beleuchtung zeigte. Dennoch gut: Dank fünf Jahren Garantie sind viele Dinge selbst bei einem Gebrauchten noch innerhalb der Garantielaufzeit regelbar.

Hyundai i30 Kombi im Dauertest

Hyundai i30 Kombi Hyundai i30 Kombi Hyundai i30 Kombi
Peter R. Fischer

Peter R. Fischer

Fazit

Der neue i30 ist innen wie außen unaufgeregt und wirkt wertiger als sein Vorgänger. Den entscheidenden Entwicklungsschritt vollzieht der i30 im Innenraum, der deutlich frischer aussieht und solide verarbeitet ist.

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