Hyundai i30 N im Vergleich

VW Golf GTI Peugeot 308 GTi Hyundai i30 N

Hyundai i30 N/Peugeot 308 GTi/VW Golf GTI: Test

— 12.12.2017

Was kann der Korea-GTI?

Mit dem i30 N (Performance) wagt sich der koreanische Hersteller Hyundai auf sportliches Terrain. Hier warten schon VW Golf GTI und Peugeot 308 GTi.

Beim Markennamen Hyundai denkt man an vieles, nur nicht unbedingt an emotionale Sportwagen. Aber die Koreaner haben sich Zeit genommen und ihre Hausaufgaben akribisch erledigt. Von rund 10.000 Erprobungskilometern auf der Nordschleife sprechen sie, zudem sammelte man hier reichlich Erfahrung bei mehreren 24-Stunden-Rennen. Der Einstieg in die Welt der sportlichen Kompakten wurde also generalstabsmäßig vorbereitet. In seinem ersten Vergleichstest trifft der i30 N auf bekannte Haudegen des Segments: den VW Golf GTI im Performance-Trimm und den Peugeot 308 GTi.

Seinen Status als GTI schlechthin verliert der Golf

Ausgereift und durchdacht: Ein Golf ist immer auch praktisch –  das ist beim GTI leider nicht anders.

Denkt man einige Jahre zurück, war ein Golf GTI der Kompaktsportler schlechthin. Er gilt als Mitbegründer der Hot Hatches und oft auch als Primus des gesamten Segments. Aber unterhalb des Golf R geht es mittlerweile irgendwie brav zu, denn während die beiden Konkurrenten kräftig auf die Gefühlsschiene setzen, gibt sich der VW schon auffallend distinguiert. Das beginnt bei der überzeugendsten Verarbeitung und den hochwertigsten Materialien im (bis auf das Navi) serienmäßigen Cockpit und setzt sich fort bis zu all den funktionalen Lösungen (Stichwort: 1,5-Liter-Flasche im Türfach), die irgendwie "typisch Golf" sind. Da reichen weder der Hyundai mit seinen teils spröde wirkenden Kunststoffen noch der etwas schickere, aber ergonomisch unkonventionell gestaltete 308 GTi heran.
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Die Einstellmöglichkeiten des i30 N sind enorm

Individualisierbar: Im i30 N kann der Fahrer fast alles an seine persönlichen Vorlieben anpassen.

Problem beim Franzosen: das kleine Lenkrad, das an sich ja ein netter und auch durchaus griffsympathischer Gag ist, eine fahrerorientierte Sitzposition aber durchaus erschweren kann. Wer beim Fahren die Instrumente vollständig im Blick haben will, der muss entweder das Lenkrad auf Kniehöhe einstellen oder von Natur aus mit einem überproportional langen Oberkörper ausgestattet sein. Der Hyundai i30 N ist von derartigen Extravaganzen weit entfernt. Er greift auf eine vernunftorientierte Basis zurück, von der er sich mit ein wenig Chrom, einem sportlicheren Lederlenkrad und anders skalierten Instrumenten abgrenzt. Und damit auch der Spieltrieb nicht zu kurz kommt, gibt's optional Anzeigen im Infotainmentmonitor für Ladedruck, Drehmoment, G-Kräfte oder die Rundenzeit.

Ein Artikel aus AUTO BILD SPORTSCARS

Ebenfalls über den Monitor lassen sich diverse Parameter für Antrieb und Fahrwerk individuell einstellen. Im Einzelnen sind das: die adaptiven Dämpfer, die Servolenkung, die Stabilitätskontrolle, das Ansprechverhalten des Motors, die Zwischengasfunktion, die Sportabgasanlage und die aktive E-Sperre. Für jeden einzelnen Parameter gibt es bis zu drei Modi von Normal bis Sport Plus, sodass der "Personalisierung" ein weites Spielfeld eingeräumt wird.
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Peugeot macht es dem sportlich ambitionierten Piloten leicht

Eine Taste und gut ist: Der Peugeot 308 GTi lässt sich durch einen einfachen Tastendruck nachschärfen.

Der Witz: Neben diesem "N Customer" findet sich am Lenkrad noch eine zweite Zielflaggen-Taste für einen fix voreinstellbaren "N-Sportmodus", sodass sich allein die Zahl der Fahrmodi schon einmal auf fünf beläuft. Verglichen damit wirkt der GTI geradezu monoton in seiner Fahrmodus-Konfektion. Zwar bietet auch er vier Modi, darunter auch einen individuell konfigurierbaren, doch belässt er es dort bei den Parametern Fahrwerk, Lenkung, Motor, Sperrdifferenzial und Sound, die noch dazu in lediglich zwei Schritten differenzierbar sind. Und der Peugeot? Der verkneift sich das ganze Modus-Gehampel und setzt auf eine einzige Sporttaste, die dafür alle Synapsen auf einmal schärft. Und siehe da: Es funktioniert genauso gut.
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Wie sich die drei GTIs fahren, sehen Sie in der Bildergalerie.
Fahrzeugdaten Hyundai Peugeot VW
Modell i30 N Performance 308 GTi Golf GTI Performance
Motorbauart R4 R4 R4
Aufladung/Ladedruck Turbo/1,2 bar Turbo/1,6 bar Turbo/1,1 bar
Einbaulage vorn quer vorn quer vorn quer
Ventile/Nockenwellen 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/2 4 pro Zylinder/2
Hubraum 1998 cm³ 1598 cm³ 1984 cm³
Bohrung x Hub 86,0 x 86,0 mm 77,0 x 85,8 mm 82,5 x 92,8 mm
Verdichtung 9,5:1 9,2:1 9,6:1
kW (PS) b. 1/min 202 (275)/6000 200 (272)/6000 180 (245)/5000-6700
Literleistung 138 PS/l 170 PS/l 124 PS/l
Nm b. 1/min 353/1450-4700 330/1900–5000 370/1600-4300
Antrieb Vorderrad Vorderrad Vorderrad
Getriebe 6-Gang manuell 6-Gang manuell 6-Gang manuell
Bremsen vorn 345 mm/innenbel. 380 345 mm/innenbel. 340 345 mm/innenbel.
Bremsen hinten 314 345 mm/innenbel. 268 mm 310 mm
Bremsscheibenmaterial Stahl Stahl Stahl
Radgröße vorn – hinten 8,0 x 19 8,0 x 19 7,5 x 18
Reifengröße vorn – hinten 235/35 R 19 235/35 R 19 225/40 R 18
Reifentyp Pirelli P Zero (HN) Michelin Pilot Super Sport Bridgestone Potenza S001
Länge/Breite/Höhe 4335/1795/1447 mm 4253/1804/1446 mm 4268/1790/1482 mm
Radstand 2650 mm 2617 mm 2626 mm
Tankvolumen 50 l 53 l 50 l
Kofferraumvolumen 381-1287 l 420 l 272-1270 l
Testwagenpreis 32.200 Euro 35.350 Euro 34.170 Euro
Messwerte Hyundai Peugeot VW
Beschleunigung
0- 50 km/h 2,5 s 2,6 s 2,7 s
0-100 km/h 6,1 s 6,0 s 6,3 s
0-130 km/h 9,0 s 9,1 s 9,4 s
0-160 km/h 13,4 s 13,3 s 13,9 s
0-200 km/h 22,4 s 22,0 s 22,8 s
0-402,34 m (Viertelmeile) 14,22 s 14,30 s 14,60 s
Vmax 250 km/h (abgeregelt) 250 km/h (abgeregelt) 250 km/h (abgeregelt)
Elastizität
60-100 km/h (4./5. Gang) 4,3/5,3 s 4,1/5,4 s 4,9/6,5 s
80-120 km/h (5. Gang) 5,6 s 5,5 s 6,3 s
80-120 km/h (6. Gang) 7,0 s 6,6 s 8,2 s
Bremsweg
100-0 km/h kalt 33,9 m 33,0 m 34,3 m
100-0 km/h warm 33,8 m 33,1 m 34,8 m
Rundenzeit
Sachsenring 1:42,68 min 1:41,14 min 1:43,66 min
Testverbrauch
Ø auf 100 km 9,3 l Super 9,4 l Super Plus 9,6 l Super Plus
Reichweite 540 km 560 km 520 km
Gewichte
Leergewicht/Zuladung 1469/481 kg 1310/480 kg 1405/455 kg
Gewichtsverteilung VA / HA 62/38 % 63/37 % 61,0/39,0 %
Leistungsgewicht 5,3 kg/PS 4,8 kg/PS 5,7 kg/PS
Autor:

Ralf Kund

Fazit

Um Haaresbreite wäre dem Hyundai i30 N Performance ein Einstieg nach Maß geglückt. So muss er sich nur ganz knapp dem motorisch wie querdynamisch noch energischer performenden Peugeot 308 GTi geschlagen geben. Zweite Erkenntnis: Die Zeiten des Golf GTI als Benchmark im Segment der sportlichen Kompakten sind vorerst passé. Hier zeigt der Rookie aus Korea einem der wichtigsten Begründer des Segments, was von dem Kürzel GTI zu erwarten ist. Und das allein ist ja schon ein riesiger Erfolg.

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