Hyundai in Genf 2009 — 19.02.2009
Der Stadt-Nomade
Hyundai liefert auf dem Genfer Salon 2009 die Steilvorlage für den neuen Tucson. HED-6 heißt das Konzept. Ebenfalls im Gepäck der Koreaner: der neue dreitürige i20 und der i30 blue mit Start-Stopp-Automatik.
Das Hyundai-Designzentrum in Rüsselsheim hat wieder zugeschlagen. Und wie: Das SUV-Konzept HED-6 "ix-onic" (HED steht für
Hyundai European Design) zeigt zum ersten Mal, wie der
Tucson-Nachfolger ix35 aussehen könnte, der Anfang 2010 kommt. Im Gegensatz zum aktuellen Modell, das beim Design wenig Experimente macht, lässt die Studie es auf dem
Genfer Salon (5. bis 15. März 2009) richtig krachen. Den Mix aus konvexen und konkaven Linien kennen wir bereits von den aktuellen
i20 oder
i30. Am Lac Léman debütieren außerdem die dreitürige Version des i20 und der i30 blue mit Start-/Stopp-Automatik. Doch der HED-6 geht einen Schritt weiter, setzt die Kontraste im Blech deutlich radikaler. Eine schmale Fensterlinie belebt die Seitenansicht, dürfte allerdings die Sicht ebenso einschränken wie die breite C-Säule. Riesige 21-Zoll-Räder auf poliertem Alu und die in den farblich abgesetzten hinteren Stoßfänger integrierten Endrohre lassen den Tucson bullig auftreten. Auch bei der Beschreibung gehen die Koreaner in die Vollen. Das Hyundai-Marketing spricht fast schon poetisch von einem "Stadt-Nomaden, einem Auto der Kontraste für eine Welt voller Kontraste".
Hyundai entdeckt das Downsizing
Der HED-6 "ix-onic" gibt einen Ausblick auf den kommenden Tucson-Nachfolger ix35. Der kommt 2010.
Unter der Haube des HED-6 sitzt ein 1,6-Liter-Benzindirekteinspritzer, der mit Hilfe eines Turboladers 175
PS mobilisiert. Damit nehmen die Koreaner die TSI-Motoren von
VW ins Visier, die unter anderem den
Tiguan befeuern. Der Motor des HED-6 hat dazu eine Start-Stopp-Automatik. Kombiniert mit einem Doppelkupplungsgetriebe mit sechs Gängen will Hyundai beim Benzinverbrauch im SUV-Segment Maßstäbe setzen. Vorn wird der HED-6 den markentypischen Hexagon-Grill in den Wind halten, eingerahmt von Tagfahrlicht mit
LED-Technik. Das lässt sich vom Fahrer individuell einstellen. Die Heckscheibe besteht aus Lexan, ein Kunststoff, der wesentlich leichter ist als Glas und sich einfacher formen lässt. So können an beiden Seiten der Heckscheibe vertikale
Spoiler integriert werden, die Luftverwirbelungen am Heck reduzieren sollen. Im Innenraum mischt der HED-6 frisches, farbiges Ambiente mit klassischem Komfort wie Ledersitzen. Bei der Länge soll er sich exakt am Tucson orientieren, also 4,40 Meter messen. Falls dessen Nachfolger das schräge Heck beibehält, dürfte er weniger Platz haben als das aktuelle Kompakt-SUV aus Korea.
Der Dreitürer des i20 feiert auf dem Genfer Salon Weltpremiere.
Hyundais Serienmodell-Weltpremiere auf dem
Genfer Salon 2009 ist der Dreitürer des i20. Wie der HED-6 ist er im Designzentrum von Hyundai in Rüsselsheim entworfen worden. Mit knapp 3,94 Metern Länge haben die Koreaner ein sportlichen Stadtfloh auf die Räder gestellt – mit erstaunlich viel Platz im Innenraum. Schon die Basisausstattung "Classic" umfasst serienmäßig CD-Radio,
ESP und aktiven Kopfstützen. Die "Kappa" genannte 1,2-Liter-Maschine mit 78 PS verbraucht laut Hyundai 5,2 Liter auf 100 Kilometer. Ende 2009 will Hyundai zusätzlich einen 75 PS starken 1,4-Liter-Diesel nachschieben, der auf wirtschaftliche 4,4 Liter kommt. Ein weiteres Highlight am Genfer Messestand wird der i30 blue mit
Start-Stopp-Automatik sein, der Mitte 2009 in Serie geht. Der Spar-Koeraner wird wahlweise von einem 1,4-Liter (109 PS) oder 1,6-Liter-Benziner (126 PS) angetrieben. Die intelligente Start-Stopp-Automatik errechnet bei jedem Stopp individuell, ob sich ein Abschalten des Motors lohnt. Beim Anfahren gibts trotzdem keine Verzögerung, versichert Hyundai. Beide Motoren sind sparsamer und pusten weniger CO
2 in die Luft als die Standardmodelle.