Hyundai ix35 im Gebrauchtwagen-Test

Hyundai ix35 Hyundai ix35 Hyundai ix35

Hyundai ix35: Gebrauchtwagen-Test

— 20.01.2016

Auffällig unauffällig

Mit auffälligem Design, aber konservativer Technik und günstigen Preisen eroberte der Hyundai ix35 die Märkte. Als Gebrauchter ist er gut.

Nach dem betont unauffälligen Tucson stellte Hyundai im September 2009 den betont auffälligen ix35 vor. Ein radikaler Designschwenk mit dem Ziel, den koreanischen Hersteller vom Graue-Maus-Image zu befreien. Der deutsche Designer Thomas Bürkle hatte bei Hyundai ganze Arbeit geleistet, sodass sich die konservative Kundschaft zunächst die Augen rieb, angesichts der wilden Linienführung mit viel Blech, aber spitz zulaufenden Fensterflächen und kleinen Radausschnitten. Ob es einem gefällt oder nicht, bleibt bis heute Geschmacksache. Tatsache ist jedoch, dass Hyundai mit dem ix35 Aufsehen erregte und gute Verkaufszahlen erreichte – bis heute, da der Nachfolger in den Startlöchern steht. Und der heißt wieder Tucson. Die Modellbezeichnung mit der kryptischen Zahlen-Buchstaben-Kombination ix35 bleibt also eine kurzlebige Episode in der jüngeren Hyundai-Geschichte.

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Gravierende Schwachstellen gibt es nicht

Den 2,0-Liter-Turbodieselmotor bauen die Koreaner selbst. Es gibt ihn in zwei Leistungsstufen: 136 und 184 PS. Er läuft problemlos.

Anders als beim auffälligen Blechkleid vertraute Hyundai bei der Technik des ix35 auf konservative Bauweise. Das hat der Zuverlässigkeit und Langlebigkeit nicht geschadet. Es werden nur ganz wenige echte Pannen und Liegenbleiber gemeldet. Gravierende Schwachstellen, die statistisch relevant wären, lassen sich dabei nicht erkennen. Steht ein ix35 doch einmal auf dem Pannenstreifen, liegt es meist an elektronischen Störungen und nur in Ausnahmefällen an größeren Schäden an der Technik. Auch die von Hyundai selbst produzierten Motoren und Getriebe bereiten kaum Ärger. Das gilt selbst für den höher belasteten Zweiliter-Dieselmotor mit Turboaufladung, wo nur ganz selten ein Abgasturbolader vorzeitig sein Leben aushaucht.

Ein Artikel aus AUTO BILD ALLRAD

Besonders zu Beginn der ix35-Bauzeit verursachten die Stoßdämpfer laute Poltergeräusche auf unebenen Straßen.

Dass die ix35-Fahrer dennoch ganz froh um die lange Fünf-Jahres-Garantie von Hyundai sind, liegt nicht an schweren Technikgebrechen, sondern an kleineren Verarbeitungsmängeln, die gerade in Deutschland wenig geschätzt und nur selten geduldet sind. Unsere Nachbarn in den Niederlanden oder in Österreich gehen da großzügiger um mit Polter- und Knistergeräuschen aus Fahrwerk und Karosserie, mit im Fahrtwind flatternder Motorhaube (wird dann nachträglich verklebt), beim Zuschlagen scheppernden Türen, ungleichmäßigen Karosseriefugen und beschlagenen Scheinwerfern. Dazu kommen Innenraummängel wie sich auflösende Sitznähte, bröselnde Schaumstoffsitzkerne, losgelöste Innenverkleidungen und ausgefallene Navigations-/Radiogeräte. Doch die Hyundai-Händler bessern zumeist geduldig und mit viel handwerklichem Geschick alles nach und haben dabei offensichtlich größtenteils Erfolg. Bei Beschwerden, die von einem größeren Teil der Fahrzeugbesitzer vorgetragen werden, nimmt Hyundai auch großzügige Austauschaktionen vor; beispielsweise bei den Stoßdämpfern, die besonders zu Beginn der ix35-Bauzeit laute Poltergeräusche auf unebenen Straßen verursachten.
Übersicht: Alle News und Tests zum Hyundai ix35

Satte 38 Prozent der ix35-Fahrer wollen die Marke wechseln

Schaltversionen mit Diesel dürfen zwei Tonnen, mit Benziner 1,9 Tonnen ziehen. Die Automatikvarianten haben eine um 400 Kilo niedrigere Anhängelast.

Das macht die ix35-Fahrer zufrieden, was sich auch in der Beurteilung der Vertragswerkstätten niederschlägt. 92 Prozent der ix35-Besitzer sind zufrieden mit deren Arbeitsleistung – ein ausgezeichneter Wert. Die Kosten für eine große Inspektion werden mit durchschnittlich 450 Euro angegeben. Auch darüber gibt es nur ganz selten Klagen. Es gibt aber auch Beschwerden. Das betrifft vor allem den Treibstoffverbrauch (28 Prozent). Sowohl die Benziner- als auch die Dieselfahrer beklagen sich über den ihrer Meinung nach zu hohen Verbrauch; auffällig oft sind Automatikfahrer dabei. Denen missfällt auch die um 400 Kilogramm niedrigere Anhängelast der Automatikausführungen. Die Schaltversionen mit Diesel dürfen zwei Tonnen, mit Benziner 1,9 Tonnen ziehen. Gerügt wird auch der Laderaum (21 Prozent), der wegen der nach hinten abfallenden Dachlinie nur eine vergleichsweise niedrige Heckklappenöffnung zulässt. Langjährige ix35-Besitzer beklagen auch lange Lieferzeiten für manche Ersatzteile. Das scheint Hyundai aber in den letzten Jahren besser in den Griff bekommen zu haben. Denn die Beschwerden nehmen deutlich ab bei Besitzern, die erst seit drei Jahren oder kürzer mit einem ix35 unterwegs sind. Trotz günstiger Preise, seltener Pannen und Zufriedenheit mit den Vertragshändlern kommt Hyundai auf eine enttäuschend niedrige Wiederkaufquote. Nur 41 Prozent wollen auf den Nachfolger des ix35, den neuen Tucson umsteigen. Erschreckende 38 Prozent wissen schon jetzt, dass sie die Marke wechseln wollen. Die Favoriten sind VW Tiguan, Ford Kuga, Toyota RAV4, aber auch der Kia Sportage. Letzterer wäre für Hyundai allerdings nicht so schlimm, denn Kia und Hyundai sind nicht nur technisch weitgehend identisch, sondern auch im gleichen Großkonzern beheimatet.
Ersatzteilkosten*
Kotflügel vorn 168 Euro
Scheinwerfer 157 Euro
Bremsscheiben vorn (ein Satz) 129 Euro
Bremsbeläge vorn (ein Satz) 66 Euro
Schaltgetriebe (neu) 6397 Euro
Motor ohne Anbauteile (neu) 8674 Euro
Generator (neu) 555 Euro
Anlasser (neu) 511 Euro
Wasserpumpe (neu) 195 Euro
Auspuff ohne Kat 1313 Euro
*Preise inklusive Mehrwertsteuer am Beispiel eines ix35 2.0 CRDi 100 kW mit Schaltgetriebe, Baujahr 2010
Auf welche Mängel Käufer beim gebrauchten Hyundai ix35 achten sollten, erfahren Sie in der Bildergalerie.

Hyundai ix35 im Gebrauchtwagen-Test

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Martin Braun

Martin Braun

Fazit

Die konservative Technik des ix35 mag zwar zu etwas erhöhtem Treibstoffverbrauch führen, aber dafür fährt der expressiv gestaltete Koreaner auch nach Jahren zuverlässig. Teure Schäden sind selten, aber die zahlreichen Verarbeitungsschwächen ärgern die Besitzer trotz der großzügigen Fünf-Jahres-Garantie.

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