24h Nürburgring: Bilder

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Hyundai vor dem Nürburgring 24h-Rennen

— 20.06.2014

Bereit für die Grüne Hölle

Mit einem technisch optimierten aber immer noch der Serie nahen Veloster Turbo geht Hyundai beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring an den Start.

Die mittlerweile übliche Glasfassade eines Geschäftshauses gibt den Blick frei auf die blitzenden Neuwagen. Fein säuberlich aufgereiht stehen diverse Hyundai-Modelle auf glänzendem Fußboden. Hinter der Tür empfängt den Besucher dieser typische Geruchsmix aus Benzin, Plastik und Gummi. So weit also ein ganz normales Autohaus. Das Besondere hier im Saarbrücker Stadtteil Burbach unweit der Saar erschließt sich selbst auf den zweiten Blick nicht. Da muss man schon raus durch die Hintertür in den Hof des Betriebs Gebrüder Schumann GmbH.

Hier ist alles anders. Ein schmaler Weg, gerade breit genug für ein Auto, trennt die hinteren Gebäude vom Ausstellungsraum des Autohauses. Hier zählt nur der Motorsport. Hier wird für Hyundai Motor Deutschland der Veloster für das 24h-Rennen am Nürburgring flott gemacht. Neben dem Veloster setzen Jürgen (52) und Peter (54) Schumann in Eigenregie noch einen Hyundai Genesis ein. Beide Fahrzeuge sind in der VLN Langstreckenmeisterschaft Nürburgring – der beliebtesten Breitensportserie Europas – und dem 24-Stunden-Rennen am Start.

Aufgemotzt: Der 4-Zylinder-Turbomotor des Renn-Veloster hat mit 230 PS rund 35 PS mehr als das Serienmodell

Anders als der Genesis, der von den Schumanns und ihrer Crew speziell für den Renneinsatz aufgebaut wurde, ist dessen Seriennachfolger Veloster ein besonderer Rennwagen. Im Prinzip ein Auto von der Stange, wie aus dem Ausstellungsraum des Autohauses gleich nebenan. Allerdings verraten nicht nur die Sponsorenaufkleber seine wahre Bestimmung. Der Veloster ist ein Rennauto mit spezieller Mission. „Wir wollen Emotionen für die Marke Hyundai wecken und beweisen, dass man mit einem für den Motorsport optimierten Serienauto Rennen auf einer der schwersten Rennstrecken der Welt bestreiten und zuverlässig das Ziel erreichen kann“, sagt Markus Schrick (53), Geschäftsführer Hyundai Motor Deutschland GmbH, und Initiator des Projekts.

Schrick ist seit Jahren selber aktiver Motorsportler. Mit diesem Engagement will er den Beweis antreten, dass Hyundai eine Marke ist, die bisher unterschätzte sportliche Gene in sich trägt. Die Umsetzung dafür liegt bei Schumann Motorsport. Als Hobby-Rallyefahrer waren die Brüder Jürgen und Peter Schumann einst unterwegs, schraubten in der ersten Garage selbst an ihrem Ford Escort „Knochen“. Die Basis für eine mittlerweile florierende Motorsportabteilung entstand vor 21 Jahren. Seit zwei Jahren kümmern sie sich um das Hyundai-Projekt. „Es begann 2012 mit gleich zwei Hyundai Veloster“, erinnert sich Peter Schumann, Sportlicher Leiter der Motorsportabteilung und Teamchef an der Rennstrecke, an die Anfänge der Zusammenarbeit. „Aus einem Veloster haben wir ein Rennauto gebaut, der andere diente als Ersatzteillager.“

Das Hauptaugenmerk lag dabei zunächst auf der Gewichtserleichterung. Überflüssiger Ballast wie Klimaanlage, Beifahrersitz, Rückbank oder Türverkleidungen flogen raus. Dann kam neues Gewicht ins Auto: Sicherheitskäfig, Feuerlöschanlage und ein Zusatztank. Neben den regelbedingten Änderungen widmete sich das Schumann-Team, in dem vor allem Karosseriebauer Andreas Glomb (35) und Kfz-Meister Oliver Bauer (43) geballte Motorsportkompetenz aus jahrelanger Erfahrung im GT-Sport und der DTM einbringen, der technischen Optimierung des Serien-Velosters. Mit einer neuen Feder-Dämpfer-Einheit wurde das Fahrwerk Nordschleifentauglich gemacht.

Am Steuer des Veloster: Hyundai-Geschäftsführer Markus Schrick, Rory Penttinen, Guido Naumann & Michael Bohrer

Eine „schärfere“ Nockenwelle erhöht die Leistung im Vergleich zum Serienauto um rund 35 Pferdestärken auf nun 230 PS bei einem Hubraum von 1,6 Litern. Die Bremse der angetriebenen Vorderräder wurde mit größeren Bremsscheiben der erhöhten Leistung angepasst. Andere Bauteile wie etwa die Bremse für die Hinterräder oder das Getriebe stammen aus Serienautos. Sein 24-Stunden-Debüt absolvierte der Hyundai Veloster Turbo 2013 so ohne jedes technisches Problem. Für den zweiten Einsatz in diesem Jahr wurde der Renner nun noch weiter entwickelt. „Wir haben die Seitenscheiben durch leichtere Kunstoffscheiben ersetzt“, erklärt Peter Schumann. Das Fahrverhalten wurde mit einem neuen Vorderachsdifferenzial optimiert.

Zudem machte die kontinuierlich verbesserte Abstimmung das Auto bei den Vorbereitungsrennen in der VLN stetig schneller. „Insgesamt haben wir bisher 400 Arbeits- stunden investiert, um den Serien-Veloster für das 24-Stunden-Rennen flottzumachen“, rechnet Peter Schumann vor. Geblieben ist allerdings die Zielsetzung. „Für uns steht das Ankommen im Vordergrund“, erläutert Markus Schrick. „Wir wollen damit die Qualität der Hyundai-Modelle unter Beweis stellen. Tanken, Bremsen-, Reifen- und Fahrerwechsel sollen der einzige Grund für einen Stopp an der Box sein.“

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