Hyundai XG 350

Hyundai XG 350 Hyundai XG 350

Hyundai XG 350

— 05.06.2003

Jetzt Oberklasse?

Neuer Name, neues Glück? Der frisch frisierte Nachfolger des XG 30 strebt als XG 350 ins automobile Oberhaus.

Keine neun Sekunden bis 100 km/h

Drei fünfzig – allein dieser Name klingt nach großer weiter Welt und automobilem Luxus. Zugegeben, salonfähig gemacht hat ihn in den Siebzigern die S-Klasse W 116 von Mercedes. Doch auch Hyundais Nobelauto steht dieser Name viel besser als das fast schon schüchterne 30er-Schild, das der Vorgänger 1999 zum Deutschland-Debüt trug.

Dass Namen in diesem Fall tatsächlich mehr als Schall und Rauch sind, beweist der Blick unter die Motorhaube, die zwei stabile Gasdruckfedern aufstellen. Vornehm verpackt und sauber sortiert ruht hier ein 3,5-Liter-V6, in dessen Alukopf 24 Ventile für freien Atem sorgen. Gegenüber dem Dreilitermotor des XG 30 ein feiner Fortschritt, obwohl nur fünf PS und 32 Newtonmeter mehr bereitstehen.

Exakt 197 PS lassen den 1695-Kilo-Koreaner erstaunlich behände aus den Startblöcken kommen. Wer im XG 350 wirklich unter neun Sekunden auf 100 stürmt, findet in der feinen Fünfstufenautomatik mit manueller Gasse einen zuverlässigen Partner – bekommt vom V6 aber auch ordentlich was zu hören. Vorbei das gemütliche Gleiten bei entspanntem Gasfuß. Angestrengt knurrt der Sechszylinder sich die Last von der Kurbelwelle – und fordert wie zur Strafe fast 20 Liter auf 100 Kilometer. Sogar auf unserer Normrunde verlangt der Vierventiler stattliche 12,8 Liter – wenn auch nur Normal.

Koreanische Komfortausstattung

Unter der Rubrik normal bis nüchtern läuft auch weiterhin das Design des um einen Zentimeter auf 4,88 Meter gewachsenen XG mit dem nach wie vor vernünftigen Platzangebot. Die leichten Retuschen an Front und Heck fallen nicht wirklich auf, am ehesten bemerken wir die neuen 16-Zoll-Aluräder.

Bei der Fahrwerkabstimmung melden sich trotz manierlichen Komforts leider alte Quälgeister. Das Schiff nimmt lange Wellen weich wogend, erscheint auf schlechten Pisten unruhig und poltert mitunter lautstark los. Wie schon der Vorgänger wirkt auch der XG 350 ziemlich unterdämpft. Die Sicherheit kommt dabei zum Glück nicht zu kurz, auch wenn ein ESP (Traktionskontrolle Serie) noch mehr Vertrauen schüfe.

Das dürfen wir dafür in die koreanische Komfortausstattung setzen. Von Audioanlage mit Navigation bis Zentralverriegelung mit Fernbedienung fährt im XG 350 für 33.190 Euro einfach (fast) alles ab Werk mit. Was dem Koreaner noch viel besser steht als das 350er-Schildchen.

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