IAA 2007, Teil 1

Emission und Emotion: Die Öko-Stars der IAA 2007 Emission und Emotion: Die Öko-Stars der IAA 2007

IAA 2007, Teil 1

— 10.09.2007

Emission und Emotion

Weniger ist mehr: An dieser Vorgabe kommt keiner vorbei zum Start der IAA 2007. Nie zuvor waren die Hersteller so stark darauf bedacht, ihre saubere Seite positiv darzustellen. Allen voran die deutschen.

Willkommen auf der größten Autobühne der Welt. Pünktlich um 8:00 Uhr öffnete die Internationale Automobil-Ausstellung zum 62. Mal ihre Pforten. Und noch nie, noch nicht einmal zu Zeiten der Ölkrise, ging es vordergründig so offensiv ums Knausern. Weniger Schadstoffe, weniger Verbrauch. "Nachhaltige Mobilität" nennt Neu-VDA-Präsident Wissmann das. BMW darf anfangen mit der großen Öko-Show. "Mehr Fahrfreude. Weniger Verbrauch. Jetzt", mit diesem plakativen Slogan kontern die Bayern auf das allgegenwärtige "Sehen, was morgen bewegt", das Motto der diesjährigen IAA. EfficientDynamics heißt die bereits gelebte Zauberformel. 40 Prozent der verkauften BMW-Fahrzeuge in Europa sollen 2008 weniger als 140 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, dank flächendeckend eingeführtem Flotten-Mix aus hochmodernen Motoren und Taschenspielertricks wie Start/Stopp-Technik ein glaubhaftes Ziel. Zwölf Modelle der Münchener unterschreiten die magische Grenze bereits. Natürlich wird auch Mini von der frischen Technik profitieren. Mit dem Clubman stellt BMW einen der Rampenlichthelden der IAA. Vertraute Formensprache und fünf Türen in origineller Anordnung – zwei hinten, drei seitlich: Der Erfolg des Kleinst-Lifestyle-Lasters steht außer Frage, erst recht in Großstadt-Szenevierteln.

Nachhaltige Mobiltät – die gibt es bei Mercedes sogar mit TÜV-Segen

Die Karawane zieht weiter zu Mercedes – und die Stuttgarter legen gleich richtig los. Hier tanzt nicht der Bär, hier tanzt der Baum in Form der Performance-Truppe MOMIX und formt das perfekte Öko-Auto. Aus Zweigen. Daimler-Chef Zetsche zaubert zur Krönung der Performance das Forschungsfahrzeug F 700 aus dem Hut. Mit 5,17 Metern länger als eine S-Klasse, soll der Öko-Lulatsch dank Diesotto-Motor und Hybridsystem mit 5,3 Litern Kraftstoff auskommen. Möglich wird das durch die ausgeklügelte Verbrennungstechnik mit Selbstentzündung. Doch nicht mit einem Diesel, sondern als Benziner kombiniert der Motor die Tugenden beider Welten. Und mobilisiert dabei 258 PS und 400 Newtonmeter. 20 Sparmodelle bis 2011 kündigen Mercedes und Smart insgesamt an, "True-Blue-Solutions" nennt Zetsche das. Mit dabei: Smart mhd (mild hybrid drive) mit rund vier Litern Verbrauch, der Elektro-Smart, die Fuel-Economy-Modelle der C-Klasse, diverse BlueTec-Diesel und ein Vollhybrid in der S-Klasse. Wichtigstes Volumen-Modell in Frankfurt ist das T-Modell der C-Klasse, das künftig nicht nur praktisch ist (1500 Liter Stauraum), sondern vorab vom TÜV für seine besonders saubere Fertigung zertifiziert wurde. Auch das ist Nachhhaltigkeit.

Neben Hybridkonzepten hoch im Kurs: der gute alte Elektroantrieb

Schauen wir rüber zu Opel und GM. Hier heißt die Devise Ecoflex. An der Speerspitze dieser Entwicklung: das Corsa-Hybridkonzept. Bei einem Durchschnittsverbrauch von 3,75 Litern Diesel pro 100 Kilometer (CO2 99 g/km) nutzt der Rüsselsheimer Saubermann Starter-Generator und Stopp/Start-Automatik. Auch die Studie eines für den Betrieb mit einem Bioethanol/Benzin-Mix konzipierten 2,0-Liter-Turbomotors im Vectra Flexpower ist erstmals zu sehen. Künftig, so Opel-Chef Hans Demant, wird es in jeder Volumenbaureihe ein "Flex-Modell" geben, auch die Erdgasflotte wird ausgeweitet. Was machen die Japaner? Mitsubishi ist erster an der Reihe, zeigt mit dem i-EV einen superkurzen Stadtflitzer mit Elektroantrieb, der dank Sandwichkonzept vier Personen Platz bietet und aussieht wie ein Osterei. Weit wichtiger sicher der neue Lancer, mutig die Allrad-Studie cX, allerdings mit herkömmlichen Dieselantrieb. Wir flitzen rüber zu Porsche, wo der Hybrid-Cayenne für ein gutes Gewissen sorgen soll. Dank Elektrounterstützung soll das 280 PS starke SUV mit rund neun Litern Super auskommen. Diese Marke werden der Cayenne GTS (405 PS) und der 911er GT2 (530 PS) sicher nicht knacken.

Der König der CO2-Emission kommt – Trommelwirbel – aus Italien: Der Fiat Panda Aria hat einen Zweizylinder-Motor mit Turboaufladung, 900 Kubikzentimetern Hubraum und doppelter Kraftstoffversorgung, der mit einem Kraftstoffgemisch aus 70 Prozent Erdgas und 30 Prozent Wasserstoff befeuert wird. Kalkulierter CO2-Ausstoß: 69 g/km. Auch bei den Werkstoffen setzen die Italiener auf Öko: Kokos, Kork, Bambus – alles von Mutter Natur angeliefert und vorbildlich recyclebar. Einziger Nachteil: Dieses Auto wird so nie kommen. Anders bei  VW: Was die Wolfsburger auffahren, wird auch gebaut. Zauberformel hier: BlueMotion. Nahezu jede Baureihe bekommt einen Spardiesel. Auch der neue Tiguan, unangefochtener Star auf dem Volkswagen-Areal, wird als Saubermann zu haben sein. Dazu servieren die Wolfsburger die viersitzige Kleinwagen-Studie up!, die 2009 für weniger als 8000 Euro den Markt aufmischen soll. Kleines Geld, womit wir bei VW-Tochter Skoda wären. Auch hier wird es eine Öko-Linie geben, bei den Tschechen heißt sie GreenLine. Den nagelneuen Fabia Combi gibt es natürlich auch als Spar-Mobil: Mit 80-PS-TDI kommt er bei unter 110 g/km CO2-Emission raus.

2007 ist ein guter Jahrgang – vor allem für die Umwelt

Querpass zu Audi. 20 Prozent weniger CO2 bis 2012 verspricht Audi-Chef Rupert Stadler. Am Mittwoch um 12 Uhr wird er bei autobild.tv erklären, wie genau das funktionieren soll. So viel vorab: Hybridmodelle wie der Q7, neue Motoren, die neue TDI-Generation mit ultra low emission-Technologie (funktioniert wie BlueTec mit Harnstoff) und weiter entwickelte TFSI-Motoren (Benzindirekteinspritzer) sollen es möglich machen. Dazu hat Stadler mit dem neuen A4 einen der Stars der IAA im Gepäck. Aufmerksamkeit ist Audi also garantiert. Die verspricht sich Ford auch. Econetic nennen die Kölner ihre Öko-Formel. Den Anfang macht der Focus mit 1,6-Liter-TDCi: Leichtlaufreifen, Tieferlegung der Karosserie und ein Aerodynamik-Kit, das den cw-Wert auf 0,31 senkt – in Kombination mit dem optimierten Antriebsstrang soll das den Durchschnittsverbrauch auf 4,3 Liter drücken. So viel zu den Saubermeistern des Vormittags. Eines wird klar: 2007 ist ein guter Messe-Jahrgang – vor allem für die Umwelt.

Mehr über die Öko-Offensive auf der IAA erfahren Sie in der Bildergalerie, die laufend aktualisiert wird. Über alle weiteren Highlights hält Sie rund um die Uhr autobild.tv auf dem Laufenden. Jeden Tag neu und ab sofort auf Sendung – wann und wo und so oft Sie wollen!



 


 

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