IAA 2007, Teil 5

Die Stars der IAA 2007; Teil 5 Die Stars der IAA 2007; Teil 5

IAA 2007, Teil 5

— 13.09.2007

Was für täglich

Neben Sparmobilen und Sportskanonen zeigt die IAA 2007 jede Menge sehenswerte Neuheiten in den Brot- und Buttersegmenten: Kleinwagen, Kompakte, Komfortable. Hier die neuen Bestseller.

Es gibt sie massenhaft, die Herzensbrecher der IAA. Ein auf 4,70 gestreckter Audi A4 mit atemberaubenden Linien muss nicht lange um Aufmerksamkeit buhlen, der Fiat 500 mit Knutschkugel-Faktor schon gar nicht. Die rollende Verlockung steht im Mittelpunkt des Fiat-Stands, wenn nicht sogar im Mittelpunkt der Messe: Kaum ein Auto ist permanent so umringt. Doch auch "Nutztiere" wie der neue Renault Kangoo haben ihren Reiz und vor allem einen hohen Alltagswert. Der Urvater der lifestyligen Kastenwagen rollt jetzt auf der Plattform des Scénic, entsprechend wuchs der Franzose auf 4,20 Meter Länge und toppt den Vorgänger gleich um 18 Zentimeter. In der Breite legt er um 16 Zentimeter zu, die Insassen registrieren sofort den Raumgewinn. Die Front des Kangoo II fällt eher brav aus, Lifestyle geht anders. Wie, das zeigt die Renault-Studie Compact Concept, ein Vorgriff auf den verkürzten, dreitürigen Kangoo. Auch der neue Laguna trägt die neue grillfreie Renault-Schnauze. Mit 4,70 Meter Länge hat er ordentlich Platz. Kombi und Limousine punkten durch ihren hochwertigen Innenraum. Seit Vel-Satis-Zeiten Benchmark: die stylische Holztäfelung mit Intarsien. Freuen dürfen wir uns schon jetzt auf den Dreiliter-Diesel, der im kommenden Jahr Einzug in die Laguna-Familie mitsamt Grandtour und Coupé hält: 265 PS und 550 Newtonmeter Drehmoment versprechen Fahrspaß satt. Für die Kleinfamilie hat Renault den Clio Grandtour aus der Traufe gehoben. Als Konkurrent zu Fabia Combi und Peugeot 207 SW kommt er in wenigen Wochen. Mit drei Benzinern und drei Dieseln, die 75 bis 112 PS leisten.

Der Mazda6 lockt mit sexy Kurven, der Mini Clubman verführt Generationen

Von vorn und hinten gelungen: Der neue Mazda6 ist deutlich sportlicher und stimmiger gezeichnet als sein Vorgänger.

Ein optischer Genuss in der hart umkämpften Mittelklasse ist der neue Mazda6. Die Japaner haben das Design konsequent weiterentwickelt und dem 6er sexy Kurven verpasst. Die Motorhaube wurde wie bei den MPS-Modellen hochgezogen, das Heck läuft elegant mit elipsenförmigen Rückleuchten aus. Den Längenzwachs von 6,5 Zentimetern bemerken vor allem Sitzriesen im Fond. Im Frühjahr 2008 rollt die Mazda-Mittelklasse als Vier- und Fünftürer und als Kombi zu den Händlern. Erfreulich: Die Preise bleiben stabil, die Leistung des vorerst stärksten Benziners nicht. Die wächst auf 170 PS. In die Liste der "sexy Cars" reiht sich auch der frisch verpackte Saab 9-3 ein. Die neue Front lässt den Schweden deutlich markanter erscheinen. Für sauberen Vortrieb sorgen BioPower-Motoren und ein neuer Diesel mit 180 PS. Sexy ist der Mini Clubmann auf den ersten Blick, sein Kultfaktor ist riesig. Der um 24 Zentimeter gestreckte Brite ist einer der schicksten Einkaufswagen, die derzeit für (reichlich) Geld zu kaufen sind. Die hinteren Flügeltüren sehen nicht nur extrem lässig aus, sie sind sogar praktisch. Eine gegenläufig angeschlagene Clubdoor bietet in diesem Segment sonst keiner. Und die Hinterbänkler können im Clubman sogar erträglich reisen. Der Einstiegspreis von fast 20.000 Euro für den Bais-Cooper mit 120 PS wird den Erfolg des Maxi-Minis nicht bremsen.

Kia legt einen schnittigen Dreitürer nach, Ford macht den Focus modern

Auf einen gehörigen Schuss Retro-Look setzt Chevrolet mit dem HHR. Der sieht ein wenig aus wie ein Chevy Suburban aus den späten Fünfzigern, punktet aber mit ordentlicher Flexibilität und 640 Litern Kofferaum. Alles andere als Retro bieten die Koreaner. Hyundai hat den i30 CW im Gepäck, der als Lifestyle-Laster mit schicken hoch angesetzten Rückleuchten maximal 1395 Liter Gepäck mitnimmt. Der auf 4,48 Meter gestreckte Kombi soll in der Kompaktklasse zu gewohnt günstigen Preisen um 15.000 Euro mit Golf und Co um Kunden buhlen. Die sportliche Seite Koreas betont der schnittige Kia pro-cee'd. Die Türen wurden im Vergleich zur Limousine um 28 Zentimeter verlängert, die Windschutzscheibe duckt sich flacher in den Wind, aggressivere Stoßfänger strecken den Dreitürer in der Gesamtlänge um kaum sichtbare 1,5 Zentimeter auf 4,24 Meter. Das Ergebnis ist durchaus sehenswert, der derzeit stärkste Motor mit 143 PS (2.0-Liter) wird der sportlichen Optik allerdings (noch) nicht gerecht. Aber Kia hat Besserung gelobt.

Manche Premiere geht so unauffällig vonstatten, dass die versammelte Presse sie kaum bemerkt. Ford hat den Focus überarbeitet, der Kölner kommt Ende 2007 mit frischem Grill in "Kinetic"-Design, LED-Rückleuchten, Mondeo-ähnlichen Scheinwerfern und hochwertiger anmutenden Materialien im Innenraum. Neu ist auch das "Ford Power Shift" genannte Doppelkupplungsgetriebe mit sechs Gängen. Weiter zu Nissan: Nach langem Zaudern haben die Japner den Almera-Nachfolger Tiida nach Europa gebracht, um die Käufer zu locken, denen ein Qashqai zu flippig ist. Der 4,20 Meter lange Kompakte bietet mit seiner um 24 Zentimeter verschiebbaren Rückbank reichlich Platz im Innenraum. Mehr als genug davon hat der VW Caddy Maxi. Gegenüber dem "normalen" Heimwerker-Touran wächst er gut einen halben Meter auf 4,88 Meter. Radstand: glatte drei Meter. Daihatsu hat still und leise den neuen Cuore enthüllt. Generation acht ist überschaubare 3,47 Meter lang und wird wie der Vorgänger von einem sparsamen Dreizylinder-Motörchen befeuert, das 70 PS mobilisiert. Auf 3,80 Meter bringt es der Mazda2, der gegen den Trend kürzer, leichter und sparsamer ist als sein Vorgänger. Auf junge Kunden setzen auch Opel und Suzuki mit Agila und Splash, die sich Plattform und Technik teilen. Reichlich Raum bei kompakten Abmessungen soll vor allem junge Frauen in die Schauräume locken. Die Motoren leisten zwischen 65 und 86 PS. Wichtig in der Kompaktklasse: Die Premiere des Peugeot 308. Die Designer haben dem 308 eine "große Klappe" mit Haifischmaul verpasst, optisch ist die Verwandschaft zum kleinen Bruder 207 unverkennbar. An dessen Erfolg soll der 308 anknüpfen.

Die Stunde der Chinesen schlägt wohl auf den Publikumstagen

Und die Chinesen? Dezent, gemessen am Vorspiel. Die Plagiatsvorwürfe stehen immer noch im Raum, trotzdem stellen zwei Unternehmen aus. China Automobile Deutschland hat den Shuanghuan CEO enthüllt, bis auf die (Honda-)Front ein BMW-X5-Klon. Brilliance stellt den Kompakten BS2 und die Mittelklasse CB3 vor. Der große Bruder BS6, berühmt für sein Crashtest-Debakel, wurde erneut vor die Wand gefahren und erreichte immerhin drei Sterne. 2008 sollen die "neuen" BS6 nach Deutschland kommen, eine Marschroute für die anderen Modelle gibt es nicht, dafür Dumpingpreise und fraglos gefälliges Design. Schließlich verneigt sich auch Brilliance offensichtlich vor BMW und hat nach asitischen Riten abgekupfert, jedoch nicht so frech wie Shuanghuan. Letztendlich bleiben die Chinesen noch liebenswerte Exoten, die keine Bedrohung für einen Messestar wie das BMW 1er Coupé bedeuten. Und ohne solchen Exoten – wie auch Lada Priora oder Kalina –  wäre die größte Automesse der Welt ein gutes Stück ärmer.

Mehr über die Neuheiten der IAA erfahren Sie wie immer in der Bildergalerie, die weiter aktualisiert wird. Über alle weiteren Highlights hält Sie rund um die Uhr autobild.tv auf dem Laufenden. Jeden Tag neu und ab sofort auf Sendung – wann und wo und so oft Sie wollen!

 

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