IAA 2007, Teil 6 — 13.09.2007
Frankfurter All(rad)stars
Achtung, das 4x4-Virus breitet sich aus: Auf der IAA 2007 ist das Thema Allrad allgegenwärtig. Und es infiziert längst nicht mehr nur SUV und Offroader.
Die 4x4-Flotte von BMW wird immer sportlicher
BMW erregt mächtig Aufsehen mit der seriennahen Studie des Crossover-Allradlers X6, einer Kreuzung aus Coupé und SUV: große Räder (bis 21 Zoll), die technische Basis vom X5 und ebenfalls in Spartanburg/USA gebaut, vier Türen, abfallende Dachlinie wie beim Sportwagen. Technische Highlights: intelligenter Tempomat mit Stop&Go-Automatik, Torque-Vectoring-Hinterachse, die die Kraft bei Kurvenfahrt asymmetrisch auf die Räder links und rechts verteilt – wie bei einem Kettenfahrzeug. Alle vier Räder lenken mit, das Auto dürfte sich entsprechend agil fahren. Die Motoren entstammen dem X5: 3.0d (231 PS), 3.0sd (286 PS), 3.0si (306 PS), und der V8-Benziner mit 4,4 Liter Hubraum, der auf 408 PS erstarken soll. Im Januar 2008 geht der X6 in Serie. Ansonsten hält BMW seine Allrad-Baureihen mit zusätzlichen Varianten frisch: Den X3 2.0d zeigen die Bayern mit der neuen Sechsgang-Automatik von ZF und 177 PS, den bisher nur für den X3 bestellbaren sd-Biturbo-Diesel mit 286 PS präsentieren sie nun auch im X5. Cadillac gibt sich europäischer denn je und präsentiert den BLS Kombi, eng verwandt mit dem Saab 9-3 XWD und wie dieser im schwedischen Trollhättan gebaut. Beide GM-Produkte wird es optional mit Haldex-Allradantrieb geben – im Falle des Cadillac auch in Kombination mit 180-PS-Turbodiesel. Daihatsu bringt ein Facelift des Sirion. Auch die aufgefrischte Version ist wieder mit automatisch zuschaltendem Visco-Allrad zu haben. Ford hat sein neues Kompakt-SUV auf der sogenannten C-Plattform (C-Max, Land Rover Freelander, künftig auch Volvo XC60) fast fertig und zeigt eine Studie, die deutlich seriennäher sein soll, als der in Paris gezeigte Iosis X. Das Kuga genannte Konzeptauto nimmt ein Serien-SUV vorweg, das Anfang 2008 im Werk Saarlouis vom Band rollen wird. Die Allradtechnik: Haldexkupplung wie beim neuen Land Rover Freelander.
Mazdas CX-7 setzt auf die Crossover-Fraktion der Allrad-Fans
Mitsubishi präsentiert präsentiert mit dem Concept-cX die Studie eines kompakten, nur 4,10 Meter langen SUV unterhalb des Outlander mit Euro-5-tauglichem 1,8-Liter-Diesel und automatisiertem Schaltgetriebe – umweltschonend dank niedrigem Verbrauch und vielen Materialen auf Basis nachwachsender Rohstoffe oder Recyclings. Für den Outlander – bisher nur mit dem 2,0-Liter-TDI von VW zu haben – gibt's zwei weitere Motoren: den größeren 2,2-Liter-Diesel von Peugeot/Citroën (156 PS) und den hauseigenen neuen 2,4-Liter-Benziner mit 170 PS. Letzterer ist auf Wunsch auch mit einer CVT-Automatik bestellbar – mit Lenkrad-Schaltwippen im Sportwagen-Stil. Porsche wartet mit der Hybrid-Version des Cayenne auf, die Ende 2009 in Serie gehen soll. Der sogenannte serielle Hybridantrieb ist erstaunlich unkompliziert, weil er auf eine komplexe Kraftverzweigung à la Toyota verzichtet. Der Elektromotor soll sogar bis 120 km/h den Antrieb übernehmen – üblich ist derzeit ein Umschalten auf Verbrennungsmotor schon bei Tempo 50. Der Hybrid entsteht in Kooperation mit VW und Audi.
Neues Gesicht für den Tribeca, erster Allradantrieb für den 9-3
Renault zeigt das SUV Koleos wieder als Studie, diesmal seriennäher als das in Paris präsentierte Showcar. Der von einem 177 PS starken Zweiliter-Diesel angetriebene Allradler teilt sich Plattform und Technik mit dem Konzernbruder Nissan X-Trail, verfügt aber über ein anderes Karosserieformat. In Länge (4,52 m) und Breite (1,89 m) entsprechen seine Ausmaße ungefähr denen eines Kia Sorento, der Renault ist aber mit 1,70 Metern zehn Zentimeter niedriger. In die Händler-Verkaufsräume rollt der Koleos im ersten Halbjahr 2008. Saab bringt erstmals ein Allrad-Modell und wartet mit der XWD genannten 4x4-Variante des 9-3 auf, vorerst nur für den aufgeladenen 2,8-Liter-V6-Benziner – ein Audi-quattro-Konkurrent mit 280 PS. Die Allradtechnik kommt aus Schweden – von Haldex. SsangYong bietet den Kyron, bisher nur als 2.0 Diesel zu haben, jetzt mit einem größeren 2,7-Liter-Common-Rail-Diesel (entspricht in etwa dem alten 270 CDI von Mercedes) und Partikelfilter an. Viel Neues unterm retuschierten Blech: Permanent- statt Zuschalt-Allrad, hinten jetzt Einzelradaufhängung. Subaru bringt den neuen Impreza – die dritte Auflage mit weniger Verbrauch und Motoren ab 110 PS. Daneben gibt's den gelifteten Tribeca und den neuen Justy. Letzterer ist ein Daihatsu Sirion AWD mit Subaru-Gesicht. Last but absolutely not least: Bei VW steht das voraussehbar wichtigste Allradauto der nächsten Jahre, der Tiguan. 4,40 Meter lang, drei TSI-Benziner (150 bis 200 PS), zwei Common-Rail-Diesel (140 und 170 PS), Haldex-Kupplung, Interieur vom Golf Plus, Preise ab 27.000 Euro. Beim Händler steht er ab Oktober 2007.

































