IAA 2007, Teil 6

IAA 2007, Teil 6: Die Allrad-Stars IAA 2007, Teil 6: Die Allrad-Stars

IAA 2007, Teil 6

— 13.09.2007

Frankfurter All(rad)stars

Achtung, das 4x4-Virus breitet sich aus: Auf der IAA 2007 ist das Thema Allrad allgegenwärtig. Und es infiziert längst nicht mehr nur SUV und Offroader.

Vielleicht ist es diesmal nicht wieder die schiere Masse der Allrad-Neuheiten, die den 4x4-Fans auf der IAA 2005 die Augen überquellen ließen. 2007 dürfte es die technische Vielfalt sein, die fasziniert. Dass die Hersteller das Allrad-Segment keineswegs vernachlässigen, liegt schlicht am ungebrochenen Käuferinteresse an 4x4-Fahrzeugen: Und da die Motorleistungen unaufhörlich steigen, breitet sich die Allrad-Technik zunehmend in mittleren Pkw-Segmenten aus. Angesichts nur noch moderater Aufpreise für die Allrad-Versionen und Mehrverbräuchen am Rande der Messbarkeit wollen sich offenbar immer mehr Neuwagenkäufer dieses Plus an Sicherheit gönnen. Audi konzentriert sich ganz auf den neuen A4 quattro: Längsmotor, Common-Rail-Diesel statt Pumpe-Düse. Die kürzlich in Shanghai vorgestellte Studie Cross Coupé quattro – sie nimmt den Q3 vorweg – ist nicht in Frankfurt zu sehen, um dem A4 nicht die Show zu stehlen. Der A4 bietet die Audi-typische technische Vielfalt mit Dieselmotoren zwischen 145 und 204 PS, Ottomotoren zwischen 130 und 170 PS und einer Auswahl von bis zu drei Getrieben (manuell, Stufenlos-Automatik oder Direktschaltgetriebe).

Die 4x4-Flotte von BMW wird immer sportlicher




BMW erregt mächtig Aufsehen mit der seriennahen Studie des Crossover-Allradlers X6, einer Kreuzung aus Coupé und SUV: große Räder (bis 21 Zoll), die technische Basis vom X5 und ebenfalls in Spartanburg/USA gebaut, vier Türen, abfallende Dachlinie wie beim Sportwagen. Technische Highlights: intelligenter Tempomat mit Stop&Go-Automatik, Torque-Vectoring-Hinterachse, die die Kraft bei Kurvenfahrt asymmetrisch auf die Räder links und rechts verteilt – wie bei einem Kettenfahrzeug. Alle vier Räder lenken mit, das Auto dürfte sich entsprechend agil fahren. Die Motoren entstammen dem X5: 3.0d (231 PS), 3.0sd (286 PS), 3.0si (306 PS), und der V8-Benziner mit 4,4 Liter Hubraum, der auf 408 PS erstarken soll. Im Januar 2008 geht der X6 in Serie. Ansonsten hält BMW seine Allrad-Baureihen mit zusätzlichen Varianten frisch: Den X3 2.0d zeigen die Bayern mit der neuen Sechsgang-Automatik von ZF und 177 PS, den bisher nur für den X3 bestellbaren sd-Biturbo-Diesel mit 286 PS präsentieren sie nun auch im X5. Cadillac gibt sich europäischer denn je und präsentiert den BLS Kombi, eng verwandt mit dem Saab 9-3 XWD und wie dieser im schwedischen Trollhättan gebaut. Beide GM-Produkte wird es optional mit Haldex-Allradantrieb geben – im Falle des Cadillac auch in Kombination mit 180-PS-Turbodiesel. Daihatsu bringt ein Facelift des Sirion. Auch die aufgefrischte Version ist wieder mit automatisch zuschaltendem Visco-Allrad zu haben. Ford hat sein neues Kompakt-SUV auf der sogenannten C-Plattform (C-Max, Land Rover Freelander, künftig auch Volvo XC60) fast fertig und zeigt eine Studie, die deutlich seriennäher sein soll, als der in Paris gezeigte Iosis X. Das Kuga genannte Konzeptauto nimmt ein Serien-SUV vorweg, das Anfang 2008 im Werk Saarlouis vom Band rollen wird. Die Allradtechnik: Haldexkupplung wie beim neuen Land Rover Freelander.

Mazdas CX-7 setzt auf die Crossover-Fraktion der Allrad-Fans




Kraftprotz: Den aufgewerteten Grand Cherokee gibt es ab Ende Oktober 2007 auch als SRT-8 mit satten 426 PS.

Jeep bietet mit dem komplett neuen, jetzt wieder kantigen Cherokee eine Art Dodge Nitro mit Geländeuntersetzung an. Die Ähnlichkeit beider Fahrzeuge ist aus allen Perspektiven unübersehbar. Es bleibt beim V6-Benziner mit 3,7 Litern Hubraum, für Europa gibt es wieder eine Diesel-Alternative vom Zulieferer VM mit 2,8 Litern. In den USA ist der neue Cherokee (er heißt dort Liberty) bereits zu haben. Die Version Sport verfügt über einen Zuschalt-Allrad, der feinere Limited kommt mit dem Selec-Trac II getauften Permanent-Allrad via manuell sperrbarem Zentraldifferenzial. Daneben gibt's ein kleines Facelift des Grand Cherokee mit Berganfahr- und Abfahrhilfe, neuen Scheinwerfern und Design-Retuschen. Der 4.7 V8 entwickelt jetzt 309 statt zuvor 227 PS und soll zugleich sparsamer sein. Kia hat den Sportage aufgefrischt. Das Familien-SUV trägt einen neuen Kühlergrill und neue Technik-Features. Der Offroad-Messeauftritt von Mazda heißt CX-7. Wer hier einen Tribute-Nachfolger vermutet, sollte sich erst die ultraflachen Scheiben im Sportwagen-Stil anschauen und dann die Motordaten: Vierzylinder-Turbo aus dem Mazda6 MPS mit 258 PS aus nur 2,3 Litern Hubraum – vielmehr ein Crossover für Sportliche als ein SUV für die Familie. Eine Diesel-Version soll nicht vor 2009 zu haben sein. Mercedes stellt in Frankfurt als einzige Allrad-Neuheit die 4matic-Variante des C-Klasse-T-Modells vor. In Kombination mit dem Allrad stehen zwei Sechszylinder-Benziner (C 280 mit 231 PS, C 350 mit 272 PS) und der beliebte 320 CDI (224 PS) zur Auswahl. Zudem präsentieren die Schwaben den ML 450 Hybrid, der 2009 kommen soll. Der kompakte GLK soll erst Anfang 2008 in Detroit zu sehen sein.

Mitsubishi präsentiert präsentiert mit dem Concept-cX die Studie eines kompakten, nur 4,10 Meter langen SUV unterhalb des Outlander mit Euro-5-tauglichem 1,8-Liter-Diesel und automatisiertem Schaltgetriebe – umweltschonend dank niedrigem Verbrauch und vielen Materialen auf Basis nachwachsender Rohstoffe oder Recyclings. Für den Outlander – bisher nur mit dem 2,0-Liter-TDI von VW zu haben – gibt's zwei weitere Motoren: den größeren 2,2-Liter-Diesel von Peugeot/Citroën (156 PS) und den hauseigenen neuen 2,4-Liter-Benziner mit 170 PS. Letzterer ist auf Wunsch auch mit einer CVT-Automatik bestellbar – mit Lenkrad-Schaltwippen im Sportwagen-Stil. Porsche wartet mit der Hybrid-Version des Cayenne auf, die Ende 2009 in Serie gehen soll. Der sogenannte serielle Hybridantrieb ist erstaunlich unkompliziert, weil er auf eine komplexe Kraftverzweigung à la Toyota verzichtet. Der Elektromotor soll sogar bis 120 km/h den Antrieb übernehmen – üblich ist derzeit ein Umschalten auf Verbrennungsmotor schon bei Tempo 50. Der Hybrid entsteht in Kooperation mit VW und Audi.

Neues Gesicht für den Tribeca, erster Allradantrieb für den 9-3




Bei VW steht mit dem Tiguan das voraussehbar wichtigste Allradauto der nächsten Jahre.

Renault zeigt das SUV Koleos wieder als Studie, diesmal seriennäher als das in Paris präsentierte Showcar. Der von einem 177 PS starken Zweiliter-Diesel angetriebene Allradler teilt sich Plattform und Technik mit dem Konzernbruder Nissan X-Trail, verfügt aber über ein anderes Karosserieformat. In Länge (4,52 m) und Breite (1,89 m) entsprechen seine Ausmaße ungefähr denen eines Kia Sorento, der Renault ist aber mit 1,70 Metern zehn Zentimeter niedriger. In die Händler-Verkaufsräume rollt der Koleos im ersten Halbjahr 2008. Saab bringt erstmals ein Allrad-Modell und wartet mit der XWD genannten 4x4-Variante des 9-3 auf, vorerst nur für den aufgeladenen 2,8-Liter-V6-Benziner – ein Audi-quattro-Konkurrent mit 280 PS. Die Allradtechnik kommt aus Schweden – von Haldex. SsangYong bietet den Kyron, bisher nur als 2.0 Diesel zu haben, jetzt mit einem größeren 2,7-Liter-Common-Rail-Diesel (entspricht in etwa dem alten 270 CDI von Mercedes) und Partikelfilter an. Viel Neues unterm retuschierten Blech: Permanent- statt Zuschalt-Allrad, hinten jetzt Einzelradaufhängung. Subaru bringt den neuen Impreza – die dritte Auflage mit weniger Verbrauch und Motoren ab 110 PS. Daneben gibt's den gelifteten Tribeca und den neuen Justy. Letzterer ist ein Daihatsu Sirion AWD mit Subaru-Gesicht. Last but absolutely not least: Bei VW steht das voraussehbar wichtigste Allradauto der nächsten Jahre, der Tiguan. 4,40 Meter lang, drei TSI-Benziner (150 bis 200 PS), zwei Common-Rail-Diesel (140 und 170 PS), Haldex-Kupplung, Interieur vom Golf Plus, Preise ab 27.000 Euro. Beim Händler steht er ab Oktober 2007.

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