IAA 2011: VW-Abend

VW Up VW Up

IAA 2011: VW-Konzernabend

— 12.09.2011

Von Evolution und Wiedergeburt

Porsche 911, Audi A2 concept und VW Up heißen die Stars der VW-Konzernsause am Vorabend der IAA 2011. autobild.de war bei der traditionellen Feier der Wolfsburger und ihrer Firmentöchter zu Gast.  

Porsche 911. Zu diesem Auto muss man, streng genommen, gar nichts sagen. Da reicht ein Tritt aufs Gaspedal und schon bekommen PS-Verrückte rund um den Globus feuchte Hände. Bester Beweis: Die Vorstellung der inzwischen siebten Elfer-Generation auf dem VW-Konzernabend vor der IAA 2011 in Frankfurt. Eine aufwendigste Präsentation inklusive inszeniertem 911er-Raub, Stuntmen und Mathis Landwehr, dem Star aus der RTL-Serie "Lasko – Die Faust Gottes", der sich in halsbrecherischer Manier von der Decke abseilt. Dann noch eine Ansprache von Porsche-Chef Matthias Müller, aber die anwesenden Gäste hören gar nicht zu. Sie recken lieber ihre Hälse in Richtung Auto und versuchen verzweifelt, mit dem Handy ein Foto von der Sportwagen-Ikone zu schießen. Technische Informationen gehen da fast völlig unter. Macht das was? Nicht wirklich. Porsche wird die Neuauflage seines besten Pferdes auch so problemlos an den Mann bringen. Ab Januar 2012 geht es los.

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Der VW Abend

Eine komplett andere Käuferklientel will VW mit seinem Star des Abends ansprechen. Der Up ist 3,54 Meter lang, 1,64 Meter breit und 1,48 Meter hoch. Und sieht auf den ersten Blick ein bisschen so aus wie das passende Auto zu iPhone und iPad. Ein nettes Modeaccessoire halt. Nett auch die Vorstellung, als auf der Bühne plötzlich zehn Exemplare des Kleinen wild wuselnd durcheinander fahren. Doch Vorsicht! Nicht unterschätzen. Innen bietet der Up vier vollwertige Sitzplätze. Materialien und Ausstattung sind einfach, aber zweckmäßig. Der Kofferraum fällt mit 251 Litern Fassungsvermögen durchaus alltagstauglich aus. Und der Dreizylinder unter der Haube (60 bzw. 75 PS als Benziner) zeigt sich sehr manierlich. Angst vor langen Strecken oder schnellen Autobahnetappen muss man mit dem Up nicht haben (Erster Fahrbericht: VW Up). Ein echter Volkswagen, so Entwicklungschef Dr. Ulrich Hackenberg. Leider auch, was den Preis angeht. Der ist mit knapp 10.000 Euro für die Basis-Version VW-typisch hoch. Was das für den Endverbraucher heißt? Willkommen zurück, seliger Lupo!

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Wiedergeburt Nummer zwei: Audi haucht dem A2 neues Leben ein. Mit E-Motor und ganz viel Zukunftstechnik.

©Thomas Starck

Auch der Audi A2 lebt wieder. Zumindest fast. Die Studie A2 concept rollt flüsterleise hinter Audi-Chef Rupert Stadler in die Halle. Mit einem E-Motor und jeder Menge Zukunftstechnik an Bord. Zum Beispiel "drive by wire", einem System, mit dem man zusätzlich zum E-Antrieb auch noch elektrisch lenkt und bremst. Das klingt nach Zukunftsmusik, hat seine optische Inspiration aber offenbar aus der Vergangenheit. Ein laufendes rotes Lichtband. Klingelt es? K.I.T.T, der Dienstwagen von David Hasselhoff aus der Fernsehserie "Knight Rider". Der hatte so was auch. Beim A2 läuft das Band allerdings die Flanke entlang und soll beispielweise anzeigen, dass der Fahrer gerade auf die Bremse getreten ist. Wann der Kleine genau losrollt, ist noch nicht klar. Nur, dass er es tut. Das kündigt der Audi-Boss stolz an.

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Nein, sie haben ihn nicht rundgelutscht, den MissionL. Die schneeweiße Studie ist die nächste Stufe der Entwicklung, was Skodas zukünftige Kompaktlimousine angeht. Die ist ungefähr so groß wie der VW Jetta, macht dessen gewollt dynamisches Design nicht mit. Hier steckt ganz viel VisionD drin. Jene Studie, die auf dem Genfer Salon 2011 für Aufsehen sorgte. Ecken, Kanten, Sicken und muskulös ausgestellte Radhäuser. Und das alles für rund 13.000 Euro. So soll das erste Weltauto der Marke die Kunden zwischen Wuppertal und Wladiwostok begeistern. Seat setzt ebenfalls auf eine sportliche Limousine mit Stufenheck. Die ist zwar nur eine recycelte Audi A3 Sportlimousine. Sie sieht aber so schick aus, dass man ihr ohne Weiteres zutraut, in Zukunft neue Kunden in Seats Autohäuser zu locken. Die sollten mit ihren Fahrzeugen allerdings etwas pfleglicher umgehen, als der Fahrer des IBL. Der bleibt am Ausfahrttor auf der Bühne hängen und reißt ein großes Stück vom Rücklicht des schönen Spaniers ab. Viel zu tun für die Kosmetikabteilung der Messe-Profis.

Alle Infos zur Kernmarke: VW's IAA-Neuheiten

In der DTM-Saison 2012 ist auch BMW wieder mit von der Partie. Da muss der neue Audi A5 DTM technisch das halten, was er optisch verspricht. 

©Thomas Starck

Emotionen sind das, womit sich Lamborghini-Chef Stephan Winkelmann offenbar am liebsten beschäftigt. Herzrasen, erhöhter Ausstoß von Adrenalin und Schweiß auf der Stirn erfassen das Publikum, als der Lamborghini Super Trofeo Stradale durch ein Feuerwerk hindurch auf die Bühne gefahren kommt. Und genau das ist es, was der 570 PS starke Gallardo-Straßenrennwagen auch bei seinen Fahrern auslösen soll. 150 Exemplare des Traumwagens wird es geben. 130 mehr als vom Sesto Elemento. Richtig gelesen, die 999 Kilo leichte Karbon-Waffe vom Pariser Salon 2010 wird tatsächlich gebaut. In einer Mini-Stückzahl von zwanzig Exemplaren. Preis? Muss man nicht drüber sprechen. Der spielt für den anvisierten Kundenkreis eh keine Rolle. Wovor BMW und Mercedes, Citroën und Ford sich in Zukunft speziell fürchten müssen, zeigen die Wolfsburger auch noch: Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich kommt mit dem brandneuen Audi A5 DTM auf die Bühne gefahren, sein VW-Pendant Kris Nissen folgt ihm im VW Polo WRC. Und sorgt für Grinsen im Publikum, als es ihm bei der Ausfahrt nicht gelingen will, das Auto anzulassen.

Zum Schluss der Auto-Präsentation betritt Dr. Martin Winterkorn die Bühne in der Frankfurter Ballsporthalle. Um die Partnerschaft mit Suzuki steht es zwar aktuell alles andere als rosig. Aber das spielt an diesem Abend eine untergeordnete Rolle. Der VW-Boss strotz vor Selbstbewusstsein und schaut zuversichtlich in eine ertragreiche Zukunft für seinen Konzern. Willkommen in Frankfurt!

Fotos: Thomas Starck

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