IAA 2013: die SUVs und Crossover

— 11.09.2013

Und hoch das Bein

Ob damit überhaupt einer ins Gelände fährt, ist uninteressant: SUVs boomen auch 2013 noch. Und auf der IAA gibt's reichlich frische Ware zu bestaunen.



Grüne Welle hin oder her, wer in Deutschland eine nennenswerte Anzahl an Autos verkaufen will, braucht ein SUV im Programm. Oder zwei. Oder drei. Zur Not tut's auch ein entsprechend geschminkter Crossover, dann muss zusätzlich aber noch das Marketing auf Zack sein. Ist es wirklich so einfach? Nun ja, nicht ganz. Denn während vor allem die Nachfrage nach großen SUVs und Geländewagen kaum noch wächst, sind vor allem Anbieter von kleinen und kompakten Geländewägelchen in Champagnerlaune.

Überblick: Alle News zur IAA 2013 im großen Messe-Spezial

Kommt spät: Mit dem GLA drängt Mercedes in ein Segment, das BMW mit dem X1 schon bedient.

Die hochbeinigen Ableger meist kompakter Serienmodelle genießen vor allem bei Frauen und kaufkräftigen Herren in den besseren Jahren einen exzellenten Ruf, gelten durch die hohe Sitzposition als überaus praktisch und sehen dazu meist auch noch recht modern aus. Entscheidender Vorteil für die Autobauer: Es sind vor allem Privatkunden, die sich ein Kompakt-SUV vor die Garage stellen. Heißt: Bedeutend weniger Rabatt-Druck, als ihn die Hersteller bei Geschäften mit Flotten-Managern oder Dienstwagen-Fahrern auszuhalten haben. Entsprechend zahlreich sind die Hochbeiner, die sich in Frankfurt in Schale geworfen haben. An erster Stelle natürlich der Mercedes GLA, theoretisch der Prototyp der neuen Softroader-Klasse – wenn er nicht reichlich spät käme. Konkurrent BMW hat mit dem BMW X1 die Premium-Ecke des Segments bereits bestens abgegrast. Ansonsten gilt: Allrad gibt's, aber nur gegen Aufpreis. Alles andere ergibt keinen Sinn, schließlich werden wir kaum einen GLA, X1, Qashqai oder Niro jemals mit matschigem Unterbau antreffen.

Messerundgang: Das sind die Highlights der IAA 2013

Die Studie Niro zeigt, wie sich Kia die SUV-Zukunft vorstellt – bullig, hochbeinig und als Hybrid.

Moment. Niro? Ja, Niro. Der steht bei Kia im Rampenlicht und zeigt, wie man sich im europäischen Designzentrum der Koreaner die kompakte Zukunft vorstellt. Bullig. Hochbeinig. Und als Hybrid. Hauptmotor ist ein 1,6-Liter-Turbobenziner, der seine 160 Pferdestärken über ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder schickt. Die Hinterräder werden von einem 45 PS starken Elektromotor angetrieben. Noch so einer für die Zukunft: der Suzuki iV-4. Ziemlich sicher der Nachfolger des bestens platzierten Vitara und in Sachen Allradqualitäten keiner, der nur vor der Eisdiele punkten will. Und weil's so schön ist, bleiben wir in der Zukunft. Lexus ist sehr stolz auf die Studie LF-NX, auch wenn das Hybrid-Hochbein noch aussieht, als sei es mit der Axt gestaltet. Wird sich alles finden. So wie bei Jaguar zum Beispiel, die mit dem stattlichen C-X17 zeigen, wie ernst sie es mit der angekündigten Modelloffensive meinen. Ein feines Stück SUV. Nicht ganz klein, dafür aber sehr sportlich und alles, nur nicht vernünftig. Jaguar eben. Und, ganz wichtig: Der wird tatsächlich gebaut! Was beim herrlich schrulligen, aber eben auch hochbeinigen Citroën Cactus noch lange nicht beschlossene Sache ist.

Erster Eindruck: So sitzt es sich im VW Golf Sportsvan

Aufgewertet: Der Dacia Duster zeigt auf der IAA sein Facelift, bekommt außerdem technischen Feinschliff.

Womit wir bei dem wären, was in Sachen SUV und Crossover mehr oder weniger unmittelbar nach der Messe zu den Händlern darf. Der flammneue Nissan X-Trail zum Beispiel. Ein echter Veteran im SUV-Segment. Einst eher was fürs abseitige Fahrvergnügen, in seiner neuesten Auflage aber konsequent entgratet und optisch weichgespült. Eigentlich schade drum. Aber: Wer global Erfolg haben will, kommt um den Kompromiss-Look nicht herum. Da hat's Dacia gut. Die Rumänen sind bislang nur in Europa und im Osten des Planeten gefragt. Entsprechend unangepasst gibt sich der aufgehübschte Dacia Duster. Immer eine Testfahrt wert, der knorrige Osteuropäer. Und mit einem Basispreis ab 10.490 Euro ein konkurrenzloses Angebot.

War noch was? Ach ja, der nagelneue BMW X5. Sehr groß, sehr premium und eigentlich sehr spannend. Wenn der Dicke nicht irgendwie ein bisschen untergehen würde, neben all der i-Auto-Konkurrenz aus dem eigenen Haus. Eigentlich schade, passt aber irgendwie in diese Zeit.
Jochen Knecht

Fazit

Den Boom der Hochbeiner kann man gut finden, muss man aber nicht. Fakt ist: Genau solche Modelle sind gefragt, die Hersteller reagieren also lediglich auf eine mächtige Nachfrage-Welle. Das ist konsequent, aus Sicht der etablierten europäischen Autobauer aber auch gefährlich. Die haben den Markt nämlich bislang fest im Griff. Das kann sich schnell ändern, vor allem aus Japan und Korea kommt feine SUV- und Crossover-Ware, die meist auch moderne (Hybrid-)Antriebe an Bord hat. Darauf sind die Dickschiffe der Branche bislang nur sehr schlecht vorbereitet!

Stichworte:

Crossover Kompakt-SUV SUV



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