IAA Nutzfahrzeuge 2012

Unimog Designstudie Zetros Löschwagen Western Star

IAA Nutzfahrzeuge 2012: Messerundgang

— 18.09.2012

Höher, breiter, länger

Auf der IAA Nutzfahrzeuge 2012 gibt es so viele Premieren wie noch nie: Sparsame Lkw buhlen um Spediteure, aufgestylte Transporter zielen auf Privatkunden. Ein Messerundgang.

(rh/dpa) Premieren-Rekord auf der 64. IAA Nutzfahrzeuge (20. bis 27. September 2012): 354 Weltpremieren zählt der Verband der Automobilindustrie (VDA). Mit 1904 Ausstellern ist es die zweitgrößte Nutzfahrzeug-IAA aller Zeiten. Die meisten Neuheiten kommen aus der Welt der Lkw, Busse und Transporter. Viele Hersteller setzen auf Effizienz und Umweltverträglichkeit, das gefällt besonders den westlichen Märkten. Hier hat sich bereits der Verkauf von sparsamen Lkw mit über sechs Tonnen Nutzlast als profitabel erwiesen. Neben verbrauchsarmen Motoren spielt die verbesserte Aerodynamik bei den schwergewichtigen Nutzern der rechten Autobahnspur eine zentrale Rolle. Auch Hybrid- und Elektromobilität halten immer mehr Einzug bei den aufgestylten Transportern. Mercedes Citan, Ford Transit Connect, VW Cross Caddy – sie alle wollen den Privatkunden die Nutzfahrzeugsparte schmackhaft machen.

Fotos vom VW Cross Caddy (2013)

VW Cross Caddy 2013 VW Cross Caddy 2013 VW Cross Caddy 2013

Mercedes zeigt eine Unimog-Designstudie. Daneben: Kai Sieber, Leiter Design Mercedes Nutzfahrzeuge.

Speditions-Profis lassen sich von reinen Äußerlichkeiten natürlich nicht irritieren und achten bei ihrem Messerundgang vor allem auf das Gesamtangebot von Fahrzeugleistung, Verbrauch und Betriebskosten. Dem normalen Besucher fällt angesichts der Straßen-Giganten aber schnell die Kinnlade runter. Dazu kommen Nackenschmerzen, weil man einfach mehr sehen will als die mannshohen Reifen der Laster und Kipper. Auf der IAA 2012 ist einfach alles höher, breiter, länger. Um den zwölf Meter langen Schwerzuglaster der Firma Paul (Bild ganz oben) in seinem ganzen XXL-Ausmaß zu sehen, bedarf es eines gehörigen Abstands. Andere Automessen kämen wahrscheinlich mit weniger als der Hälfte von In- und Outdoorfläche aus. Aber keine Sorge: In unserer Bildergalerie sehen Sie alle Highlights – ohne danach zum Chiropraktiker zu müssen.

XXL-Baumaschinen: Heavy Equipment 2012

Der Western Star Truck ist eine Einzelanfertigung mit besonders komfortabler Schlafkabine.

Trotz aller faszinierender Gigantomanie: Europas Nutzfahrzeughersteller blicken mit gemischten Gefühlen in eine unsicher wirkende Zukunft. Nach Monaten einer vielversprechenden Aufholjagd zum Ende der Weltwirtschaftskrise wagt die Branche zum Auftakt ihrer internationalen Leitmesse in Hannover nur verhalten optimistische Prognosen. "Es scheint nicht überall die Sonne, aber wir haben insgesamt eine solide Großwetterlage", bilanzierte etwa Andreas Renschler, Chef des weltgrößten Nutzfahrzeughersteller Daimler. Eine Prognose für 2013 wagte Renschler aber nicht. Fern konjunktureller Zyklen sagt er auf lange Sicht aber generell gute Zukunftsaussichten für die Branche voraus. "Für das Jahr 2020 wird ein Wachstum des weltweiten Bruttoinlandsprodukts um rund 30 Prozent im Vergleich zu heute erwartet. Und wenn die Wirtschaft wächst, steigt bekanntlich auch der Transportbedarf." Allein bei der Nachfrage für mittlere und schwere Trucks sei in den nächsten zehn Jahren ein Zuwachs um rund die Hälfte durchaus realistisch.

IAA Nutzfahrzeuge 2012: VW-Abend

VW Amarok Canyon VW Abend IAA Nutzfahrzeuge 2012 VW Cross Caddy

Begleitfahrzeug für die Rallye Dakar: Der VW Crafter 4Motion vom österreichischen Spezialisten Achleitner.

Gegen den Trend einer bröckelnden Nachfrage in vielen Ländern West- und Südeuropas legte dagegen die Nutzfahrzeug-Tochter von Volkswagen (VWN) auch auf ihrem Kernmarkt weiter zu. Bis Ende August 2012 wurden weltweit insgesamt 362.200 Autos von VW Nutzfahrzeuge (VWN) ausgeliefert. Das waren 5,6 Prozent mehr als in den ersten acht Monaten 2011, wie der neue Markenchef Eckhard Scholz berichtete. Dabei erhöhte VWN auch in den westeuropäischen Ländern die Verkäufe leicht: Sie stiegen um zwei Prozent auf 189.000 Lieferwagen, Transporter und Pick-ups.

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