Webcam

Identitätsprüfung mit WebID oder Videoident

— 20.05.2016

WebID: Zeigen Sie, wer Sie sind!

Für eine Konto-Eröffnung oder Kreditvergabe können Sie Ihre Identität jetzt auch online feststellen lassen. So funktioniert WebID.

Bisher war es nötig, dass Sie für bestimmte Geldgeschäfte persönlich anwesend sein mussten. Wenn Sie in der Filiale Ihrer Bank ein Konto eröffnen oder einen Kredit beantragen wollten, war das in der Regel auch kein Problem. Bei online-Krediten oder Direktbanken, die über keine Filialen verfügen, war lange das Postident-Verfahren der Ersatz. Dabei haben Sie sich mit Ihrem Ausweis in einer Postfiliale identifiziert und entsprechende Formulare ausgefüllt. Mit WebID geht es aber auch bequem von zu Hause aus. Da während der Identifizierung auch eine Webcam zum Einsatz kommt, wird das Verfahren auch als Videoident bezeichnet.

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Warum ist eine Identifizierung nötig?

Zwei Gesetze schreiben vor, dass Sie sich identifizieren müssen, wenn sie zum Beispiel ein Konto eröffnen oder bei einer Bank ein Schließfach mieten wollen. Zum einen ist dies die Abgabenordnung. Hier legt § 154 unter "Kontenwahrheit" fest, dass Niemand "auf einen falschen oder erdichteten Namen für sich oder einen Dritten ein Konto errichten oder Buchungen vornehmen lassen" darf. Die kontoführende Stelle muss die Angaben zur Person überprüfen und speichern. Das zweite Gesetz ist das sogenannte Geldwäschegesetz, das offiziell den klangvollen Namen "Gesetz über das Aufspüren von Gewinnen aus schweren Straftaten" hat. Hier fordert § 8 die "Feststellung der Identität des wirtschaftlich Berechtigten".

Wer bietet WebID an?

Die Palette der Geldinstitute, die WebID anbieten, ist vielschichtig und wächst ständig. Vom jungen Startup (Number26) über etablierte Direktbanken (ING-DiBa, DKB) oder Kreditkarten-Anbieter (Barclaycard) bis zum alteingesessenen Baufinanzierer (Wüstenrot) und Großbanken (Deutsche Bank) sind alle Vertreten.

Die meisten Institute führen WebID allerdings nicht selbst durch, sondern beauftragen einen Dienstleister damit. Das führende Unternehmen auf diesem Gebiet ist WebID Solutions. Zwei große Vorteile bietet diese Auslagerung. Zum einen steht der Service dank Schichtbetrieb täglich von 7 bis 22 Uhr zur Verfügung, also auch außerhalb der Banköffnungszeiten. Zum anderen müssen die Banken ihr Personal nicht schulen oder extra Spezialisten einstellen. Denn die Finanzaufsicht BaFin schreibt vor, dass WebID nur von "entsprechend geschulten und hierfür ausgebildeten Mitarbeitern … in abgetrennten und mit einer Zugangskontrolle ausgestatteten Räumlichkeiten" durchgeführt werden darf.

Was benötige ich für WebID?

Um sich online identifizieren zu lassen, benötigen folgende Dinge:
•    Ihren Personalausweis oder Reisepass (der Führerschein reicht nicht)
•    Einen Rechner mit schneller und stabiler Internetverbindung
•    Eine Webcam mit hoher Auflösung
•    Eventuell auch ein Skype-Konto
Theoretisch können Sie natürlich Ihr Smartphone nutzen, vorausgesetzt es verfügt über eine anständige Kamera und die Internetverbindung ist stabil. Vorsicht, falls das Datenvolumen Ihrer Flatrate fast aufgebraucht ist!

Wie läuft WebID ab?

Zunächst loggen Sie sich auf der Seite des Anbieters ein. Dort tragen Sie die erforderlichen persönlichen Daten in das Online-Formular ein. Achten Sie darauf, dass Sie die Daten so eintragen, wie sie auch im Ausweis stehen. Anschließend überprüft ein Mitarbeiter des Anbieters, ob das Formular korrekt ausgefüllt wurde und gleicht die Daten mit dem Melderegister ab. Anschließend teilt er Ihnen eine Vorgangsnummer zu. Schließlich kommt es zur eigentlichen Identifizierung. Hierzu führen Sie ein Video-Telefonat. Dafür können Sie eine Software wie beispielsweise Skype nutzen oder sie kommunizieren zum Beispiel mit WebRTC direkt über den Browser. Während des Telefonats führt Sie ein speziell geschulter Mitarbeiter durch den Prozess. Er bittet Sie dabei, die Vorder- und Rückseite Ihres Ausweises vor die Webcam zu halten. Dabei überprüft er die Echtheit des Dokuments und die Übereinstimmung von Foto und Gesicht. Außerdem werden Sie gebeten, die Ausweisnummer vorzulesen. Zur Sicherheit wird ein Screenshot vom Ausweis gemacht. Zum Abschluss bekommen Sie eine sechsstellige TAN per Mail oder SMS zugeschickt. Sobald Sie diese eingegeben haben, ist der Vorgang abgeschlossen und Ihre Daten werden verschlüsselt an das betreffende Kreditinstitut geschickt.

Wie sicher ist WebID?

WebID ist mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, BSI, und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Bafin, abgestimmt. Für WebID-Anbieter gelten dieselben Sicherheitsstandards wie für Banken und Behörden. Die Bafin stuft WebID als "sichere Autorisierung" ein. Der Mitarbeiter, mit dem Sie Ihr Video-Telefonat führen, sitzt in einem abgesicherten Raum, so dass niemand Ihre Daten heimlich oder versehentlich mithören kann. Die doppelte Überprüfung über biometrische Daten Ihres Ausweises einerseits und das Zuschicken und Bestätigen einer TAN andererseits, sorgt dafür, dass niemand an Ihrer Stelle ein Konto eröffnen oder einen Kredit beantragen kann.

Kann ich den kompletten Vorgang online erledigen?

Zumindest vorläufig müssen Sie einige Dinge noch per Post verschicken. Dazu gehören der unterschriebene Antrag und der Gehaltsnachweis. Es ist allerdings geplant, dass Sie auch die Vertragsdokumente am Ende nicht mehr ausdrucken und unterschrieben und an die Bank senden müssen.

Autor: Gerald Beeckmann

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