Idiotentest: Tipps für die MPU

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Idiotentest: Tipps für die MPU

— 29.11.2010

So gibt es den Schein zurück

Führerschein entzogen, die Angst im Nacken: Ernstfall medizinisch-psychologische Untersuchung, kurz MPU. Doch mit der richtigen Vorbereitung steigen die Chancen, den "Idiotentest" zu bestehen.

106.082 Autofahrer mussten 2009 ihre Furcht überwinden und zur "Medizinisch-Psychologischen Untersuchung" (MPU) – im Volksmund "Idiotentest" genannt. Angst macht das Gerücht, die MPU sei kaum zu schaffen. Die Realität: 62 Prozent aller Autofahrer bestehen sie, ein Teil davon mit anschließendem Kurs. Entscheidend ist die Bereitschaft, jene Probleme zu erkennen, die zum Verlust der Fahrerlaubnis geführt haben. Ebenso wichtig: gute Vorbereitung. Denn auf alle MPU-Fragen gibt es Antworten.

Wer muss zur Untersuchung?

Promillefahrten: mit Abstand die häufigste Ursache (56 Prozent) für eine MPU – ab 1,6 Promille oder wiederholtem Verstoß.

Kraftfahrer, denen wegen Alkohol am Steuer (56 Prozent der Betroffenen), Drogenkonsums Erreichen von 18 Punkten in Flensburg oder anderer, etwa gesundheitlicher Gründe die Fahrerlaubnis entzogen wurde. Natürlich nur, wenn der Betroffene nach Ende der Sperrfrist seinen Führerschein wieder erteilt bekommen will. Insofern ist die Teilnahme an einer MPU freiwillig.

Was ist das Ziel der MPU?

Erstens soll das Problembewusstsein des Prüfkandidaten festgestellt werden. Erkennt er seine persönlichen Fehler, etwa unkontrollierten Alkoholkonsum oder regelmäßig wiederkehrendes Fehlverhalten im Verkehr? Zweitens: Der Betroffene muss glaubhaft machen, dass er sein Verhalten zum Zeitpunkt der MPU bereits gründlich geändert hat.

Wer führt die MPU durch?


Staatlich zugelassene Organisationen, etwa der TÜV.

Was sind die Bestandteile einer MPU, wie lange dauert sie?

Zu rechnen ist mit drei bis vier Stunden. Die Bestandteile sind: Ausfüllen von drei Fragebögen zu Lebenslauf, Gesundheit und Anlass des Führerscheinentzugs. Wichtig: Psychotest-Fragebögen kommen dabei nicht zum Einsatz. Dann folgen Reaktionstests am so genannten Wiener Testgerät (siehe Foto), die aber erst nach einer Übungsphase abgelegt werden müssen. Wer diese nicht bewältigt, ist damit aber noch nicht durchgefallen. Ein Gespräch mit einem Arzt samt Untersuchung inklusive Blutentnahme schließen sich an. Den Abschluss bildet das etwa einstündige Gespräch mit einem Psychologen, der das entscheidende psychologische Gutachten ausstellt.

Worauf kommt es beim Psychologengespräch an?

Drogenkonsum führt immer häufiger zum Führerscheinentzug: 15 Prozent der MPU finden deshalb statt.

Im Gespräch geht es um die Ursachen des Führerscheinentzugs, im Fall von Alkohol um das frühere Trinkverhalten – und inwieweit es sich zum Zeitpukt der MPU geändert hat. Der Betroffene sollte darlegen können, warum sich das Fehlverhalten in der Zukunft nicht wiederholen wird. Denn entscheidend für eine erfolgreiche MPU ist, dass der Psychologe für den Betroffenen eine positive Zukunftsprognose abgeben kann.

Welche Ergebnisse kann eine MPU bringen?

Drei sind möglich: negativ (2009 traf das auf 38 Prozent aller Teilnehmer zu), positiv (48 Prozent) und positiv in Zusammenhang mit einem anschließenden "Kurs zur Wiederherstellung der Fahreignung" (14 Prozent).

Was passiert mit dem Gutachten?

Das Gutachten wird dem Betroffenen nach rund sieben bis zehn Tagen ausgehändigt und ist sein Eigentum. Die beteiligten Personen der begutachtenden Stelle unterliegen der Schweigepflicht. Ein negatives Gutachten muss der Betroffene der Behörde nicht vorlegen.

Was kostet eine MPU und wie kann man sich vorbereiten?

Die Kosten für die MPU sind einheitlich festgelegt und betragen je nach Anlass der MPU rund 400 bis 750 Euro. Vorbereitungsmöglichkeiten und Kosten dafür am Beispiel der TÜV SÜD Pluspunkt GmbH (tuev-sued.de/pluspunkt): Infoabend kostenlos, Einzelgespräch mit einem Psychologen 89 Euro, Vorbereitungskurs (sechsmal drei Stunden) 594 Euro.

Punktekonto: Bei 18 Zählern ist der Führerschein weg. Vorher gibt es aber Möglichkeiten zum Punkteabbau.

Die größten Fehler: Die Chancen für eine erfolgreiche MPU steigen, je weniger Fehler schon im Vorfeld gemacht werden. Die größten Fehler, die man begehen kann: • Nach dem Verlust des Führerscheins zu lange in Schock und Selbstvorwürfen verharren, lieber früh Hilfe suchen – entscheidend für den Erfolg ist eine gute Vorbereitung auf die MPU. • Auf reißerische Angebote zur Vorbereitung eingehen, die vor allem im Internet kursieren. Vorsicht bei Kursen, die Ängste verstärken und gleichzeitig eine erfolgreiche MPU "garantieren". • Die Schuld an der persönlichen Situation abschieben. Etwa auf das Schicksal, auf die Polizei oder auf Freunde, die einen ans Steuer gelassen haben.

Ebenfalls häufig gemachte Fehler: • Völlig unvorbereitet zur MPU antreten, die Chancen auf Erfolg sinken dann deutlich. • Die MPU allein als Bestrafung ansehen und nicht als Chance auf Veränderung, um den Führerschein zurückzubekommen. • Die mit der Untersuchung befassten Fachleute (Arzt, Psychologe) als Feinde ansehen. • Sich bei der MPU als Verlierer darstellen, mit dem es das Leben schon immer schlecht gemeint hat, und damit auf Mitleid hoffen. • Schauspielern, auswendig Gelerntes sowie vermeintlich Gewünschtes vortragen. • Bei der MPU vorgeben, eigentlich gar kein Problem zu haben. Beschönigen, was zum Verlust der Fahrerlaubnis geführt hat. Zu meinen, die Untersuchung in jedem Fall und locker zu schaffen. • Zur MPU antreten, ohne dass bereits eine Veränderung stattgefunden hat. Bei Alkoholproblemen etwa bei den Trinkgewohnheiten.

Was Sie im Gespräch mit dem Psychologen nicht sagen sollten, erfahren Sie oben in der Bildergalerie!

Autor: Roland Bunke

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