Illegale Autorennen in Köln

Illegale Autorennen in Köln

— 16.07.2015

Köln kämpft gegen die Raser

Nach einer Serie von tödlichen Autorennen auf den Straßen von Köln verstärkt die Stadt den Kampf gegen die Raser. Im Gespräch ist auch eine PS-Obergrenze für junge Autofahrer.

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'Was halten Sie von illegalen Autorennen?'

(dpa/cj) Radfahrer halten an und nehmen sich ein paar Minuten Zeit, Menschen legen Blumen nieder, andere zünden Kerzen an. Köln trauert um den 26 Jahre alten Radfahrer, der vermutlich durch ein illegales Autorennen ums Leben gekommen ist. Er ist wohl schon der dritte Unfalltote, der allein in der Domstadt im Jahr 2015 auf das Konto von Teilnehmern illegaler Autorennen geht. Stadt und Polizei wollen deshalb deutlich schärfer gegen die Szene vorgehen als bislang.
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Begonnen hatte die Kölner Serie tödlicher Autorennen in diesem Jahr am 26. März: Ein 19-jähriger Autofahrer krachte in ein Taxi, in dem ein österreichischer Fahrgast durch die Kollision starb. Der junge Mann hatte sich der Polizei zufolge mit einem 21-Jährigen ein Rennen geliefert. Am 14. April der nächste Tote: In Köln-Mülheim rasten ein 22 und ein 21 Jahre alter Autofahrer mit Limousinen durch die Stadt. Das Todesopfer: eine junge Radfahrerin, 19 Jahre alt, sie fuhr vorschriftsmäßig auf einem Radweg. Das Auto des mutmaßlichen Rasers soll mehr als 100 Stundenkilometer schnell gewesen sein, als es die junge Frau tötete. Auch im benachbarten Leverkusen lief ein illegales Rennen aus der Spur: Ein Radfahrer überlebte verletzt.

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Derzeit ermitteln Polizei und Staatsanwaltschaft gegen die beiden Autofahrer, die in den jüngsten Crash verwickelt waren, wegen fahrlässiger Tötung. Die Männer im Alter von 26 und 29 Jahren sollen sich am Freitagabend (10. Juli 2015) in der Innenstadt mit Mietwagen ein illegales Rennen geliefert haben. Dabei hatte sich einer der Wagen mehrfach überschlagen und den Radfahrer erfasst.

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"Wir werden alles dafür tun, Raser von der Straße zu holen", sagte Stadtdirektor Guido Kahle nach einem Gespräch mit der Polizei am Mittwoch (15. Juli 2015). Es werde unter anderem mehr kontrolliert, an den populären Strecken für die Autorennen

Keine Gnade: Die Polizei in Köln will so wie hier verstärkt mutmaßliche Raser ausbremsen.

soll häufiger geblitzt werden – auch mit bislang nicht eingesetzter Technik. Außerdem werde der Verkehr auf den Strecken verlangsamt, die von den Rasern für ihre illegalen Rennen gerne genutzt werden, zum Beispiel mit Pollern oder Bremsschwellen. Es soll zudem enger mit Autovermietungen zusammengearbeitet werden, damit wichtige Daten zu den Fahrern schneller übermittelt werden. "Natürlich haben auch Raser eigene Autos, aber die wollen die nicht kaputtfahren. Da mieten sie lieber eines", sagte eine Stadtsprecherin. Geplant ist auch eine engere Zusammenarbeit mit der Justiz, damit Verfahren gegen Raser schneller bearbeitet, Führerscheine schneller eingezogen und manipulierte Fahrzeuge stillgelegt werden. "Wir werden die Raser zu Fußgängern machen", sagte die Sprecherin.

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Das veröffentlichte Paket listet nur einen Teil der vereinbarten Maßnahmen auf. Bereits seit Anfang Mai geht die Ermittlergruppe "Rennen" gegen die Raser-Szene vor. In diesem Zeitraum seien 8600 Autos kontrolliert worden. Die Deutsche Polizeigewerkschaft unterstützt ebenso wie die Grünen eine PS-Obergrenze für junge Autofahrer. Es sollte darüber nachgedacht werden, "den Zugang junger Fahrer zu leistungsstarken Autos zum Selbst- und Fremdschutz einzuschränken", sagte der Landesvorsitzende Erich Rettinghaus. "Dieses testosterongesteuerte, lebensgefährliche Verhalten muss gestoppt werden. Das sind wir den Opfern schuldig", kündigte der Kölner Polizeipräsident Wolfgang Albers an.

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