Illegale Autorennen: Facebook-Kommentare

Illegale Autorennen: Reaktionen

— 21.07.2015

"Ihr kriegt uns sowieso nicht"

Nach mehreren Meldungen über illegale Straßenrennen wird diskutiert: Was sind das für Leute? Was kann man gegen die Wettfahrten tun?

Ein aufsehenerregender Fall in Bremen (siehe Kasten weiter unten), drei mutmaßlich unbeteiligte Todesopfer in Köln: Illegale Autorennen beherrschen die Schlagzeilen der vergangenen Tage und Wochen. Bei den meisten Menschen löst diese Berichterstattung wohl Trauer, Entsetzen und Fassungslosigkeit aus. Was treibt Leute nur dazu, ihr eigenes Leben und vor allem das Leben Unschuldiger so leichtfertig und skrupellos aufs Spiel zu setzen?
Betrunken gegen Baum: Doch kein illegales Autorennen in Bremen
Der Unfalltod einer 52-jährigen Frau in Bremen geht anders als bisher angenommen nicht auf ein illegales Autorennen zurück. Videoaufnahmen belegten, dass es zur Unfallzeit kein Überholmanöver mit überhöhter Geschwindigkeit gegeben habe, teilte die Polizei am 23. Juli 2015 mit. Die Frau hatte demnach mehr als 1,5 Promille im Blut, als sie die Kontrolle über ihren Wagen verlor und gegen einen Baum und einen Betonpfeiler prallte. Nach dem tödlichen Unfall in der Nacht zum Sonntag war die Polizei zunächst von einem Autorennen ausgegangen. Sie verließ sich dabei auf Zeugenaussagen.
Quelle: dpa

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'Was halten Sie von illegalen Autorennen?'

"Man hat es nicht mit Asozialen zu tun, sondern mit Spezialisten, die eine gewisse Begeisterung haben für Autos und Motoren, aber auch für das Katz- und Maus-Spiel mit der Polizei und den Ordnungskräften", versucht der Frankfurter Verkehrssoziologe Alfred Fuhr gegenüber der Nachrichtenagentur dpa eine Erklärung. Ein Ziel sei es, die illegalen Autorennen auf Video aufzunehmen, "das ist ja mit den Handys kein Problem mehr. Es werden kleine Filme gedreht und dann etwa als Kinderfilme getarnt ins Netz gestellt oder auch zur Polizei geschickt unter dem Motto: 'Ihr kriegt uns ja sowieso nicht.'" Außerdem gehe es selbstverständlich um Geld, manchmal sogar ums Heiligste: das Auto. Fuhr: "Da reden wir dann von 15.000 bis 30.000 Euro. Dann wechselt zum Beispiel der Fahrzeugbrief."

"Wir müssen damit leben"

Verkehrssoziologe Alfred Fuhr

Doch was kann man gegen die illegalen Wettfahrten unternehmen? Fuhr erscheint hier im dpa-Interview recht resigniert: "Wir müssen damit leben", sagt er, es gelinge der Polizei nicht, "die Szene auszutrocknen". Das Wichtigste ist seiner Meinung nach, "dass man eine Art Ethik in die Szene bringt, und es gelingt, dass keine Zuschauer mehr dabei sind. Es geht ja eigentlich vor allem ums Filmen".

Illegale Autorennen: Facebook-Kommentare

"Nehmt Flugplätze und baut da Dragstrips"

Die AUTO BILD Facebook-User sehen das zum Teil anders. Sie sehen eine Hauptursache für die illegalen Rennen darin, dass es ihrer Meinung nach viel zu wenig legale Rennstrecken gibt. Sie fordern beispielsweise die Freigabe von stillgelegten Kasernen oder Flugplätzen: "Wenn man der Szene, die es gibt und die ich für gut halte, weil es ja primär um das Zusammenkommen von Autofans geht, alle legalen Plätze nimmt, dann weichen einige Idioten halt auf die Straße aus. Das Problem ist doch von der Politik hausgemacht", schreibt ein User. "Nehmt die alten Kasernen und Flugplätze und baut da Dragstrips... und dann offiziell jedes WE Rennen etc... auch gegen die Polizei..." ein anderer.

Nicht alle Tuner sind Raser

Straßenrennen sind das "Geilste, was es gibt", findet ein User. Für andere sind die Raser "Mörder".

Einige der Kommentierenden sind sauer: Sie befürchten, dass auch legale Rennveranstaltungen oder sogar die gesamte Tuning-Szene mit "diesen Idioten" über einen Kamm geschoren werden und fordern ein hartes Durchgreifen. Nicht alle Tuner sind Raser, heißt es an mehreren Stellen. Manche plädieren dafür, Rasern den Führerschein zu entziehen. Das bringe nichts, kontern andere, manche würden dann einfach ohne Führerschein weiterfahren. Für einige sind Teilnehmer an illegalen Straßenrennen "Mörder": "Moerder so bestrafen, wie es sich gehoert: lebenslaenglich", schreibt einer.
Alles zum Thema Tuning

Eine weitere Möglichkeit, die illegalen Races zu unterbinden, sieht ein User darin, beliebte "Rennstraßen" beispielsweise durch Betontrennwände einspurig zu machen und Blitzer aufzustellen. Ein weiterer Vorschlag: Wer beim Rasen erwischt wird, darf nur noch ein gedrosseltes Fahrzeug fahren – oder, das Schlimmste überhaupt, einen "rosanen Fiat Multipla". Auch eine PS-Obergrenze bringe nichts, so die Antwort: "Das liegt nicht an der Leistung sondern der überhöhten Geschwindigkeit in der Stadt – jeder 60 PS Punto kann 130 km/h oder mehr in der Stadt erreichen und das ohne Probleme". 

Abstoßende Kommentare voller Häme

Nicht alle reagieren aber empört oder traurig. "Geilste was es gibt", schreibt ein User über illegale Straßenrennen. Ein anderer findet: "Wenn man nicht gut Autofahren kann dann sollte man kein Rennen machen". Ein offenbar ostdeutscher Renn-"Spezialist" schreibt voll Häme: "Die dummen Wessis können aber auch gar nichts!"

Illegale Autorennen: Facebook-Kommentare

Autor: Maike Schade

Stichworte:

Unfall

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