Glock im Toyota Prius

Im Auftrag der FIA

— 10.09.2009

Glock für Sicherheit auf der Straße

Der Formel-1-Star und weitere Kollegen setzten sich im Vorfeld zum Grand Prix Italien in der Nähe von Rom für Sicherheitssysteme in Serienautos ein. Initiator: der Automobil-Weltverband FIA.

Erholung zwischen den Rennwochenenden? Denkste! Toyota-Pilot Timo Glock musste schon vor dem GP Italien schuften. Für einen guten Zweck. Denn zusammen mit Michael Schumacher, BMW-Fahrer Robert Kubica, McLaren-Mercedes-Mann Heikki Kovalainen, Ferrari-Neuling Giancarlo Fisichella sowie den DTM-Fahrern Tom Kristensen und Susie Stoddart warb der Wersauer im Auftrag des Automobilweltverbandes FIA im Autodromo di Vallelunga bei Rom für elektronische Sicherheitssysteme in Serienautos.

Glock demonstriert die Technik


ABMS-Redakteurin Bianca Garloff ließ sich vom Profi in die Geheimnisse der Fahrsicherheit einführen.

Im Toyota Prius erklärte der 27-Jährige das sogenannte „Pre-Crash-System“. AUTO BILD MOTORSPORT-Redakteurin Bianca Garloff  nahm neben dem F1-Fahrer Platz.
„Wenn du in der Stadt mit 40 oder 50 km/h auf ein stehendes Hindernis zufährst, kriegst du zunächst ein akustisches Warnsignal“, erklärt Glock. „Dann bremst du. Und wenn das System erkennt, dass der Bremsweg nicht ausreicht, wird automatisch die Bremskraft erhöht.“
In unserem Fall heisst das: Vollbremsung. Glock schmunzelt. „Als Rennfahrer brauchst du selbst bei PR-Terminen immer ein bisschen Action...“
Variante zwei: „Du fährst auf ein Hindernis zu, spielst am Radio rum und reagierst gar nicht“, beschreibt Glock. „Dann bremst das System im letzten Moment automatisch ab, allerdings ohne die Bremse voll zuzuhauen. Du wirst zwar in das Hindernis reindonnern, aber mit deutlich verminderter Geschwindigkeit.“ Der Prius macht, was Glock sagt. Sanft bremsen und die Pylone ummähen. Im Ernstfall wäre die Motorhaube jetzt krumm. Wirklich weh getan hätten wir uns aber nicht. Und auch der Normalo-Autofahrer kann schon jetzt im Toyota Prius und Avensis sowie in fast allen Lexus-Modellen auf den Crash-Verhinderer bauen.

Kovalainen als LKW-Fahrsicherheitstrainer

Timo Glock demonstriert das Bremsverhalten des Toyota Prius.

Fahrhilfen wie die elektronische Stabilitätskontrolle, Bremssysteme und Spur-Stabilisierer werden im modernen Straßenverkehr immer wichtiger. „Vor zehn Jahren war auf den Straßen weitaus weniger los als jetzt“, sagt Glock. „Zudem bist du oft abgelenkt, weil du am Navi oder so rumspielst. Dann kannst du immer noch auf das Sicherheitssystem zurückgreifen. Auch, wenn du dich nie drauf verlassen solltest. Im Rennauto bin ich zwar froh, wenn alle Dinge ausgeschaltet sind. Aber im Straßenauto kann es schon sehr sinnvoll sein.“
Seinen PR-Job vor Ort sieht der Toyota-Fahrer ganz pragmatisch: „Solche Systeme müssen den Autofahrern erst einmal näher gebracht werden. Die meisten Leute glauben, wir würden im Straßenverkehr wie auf der Rennstrecke durch die Gegend donnern. Aber als Rennfahrer siehst du solche sicherheitsrelevanten Dinge ganz anders. Denn du weißt: Wenn dein Auto doch mal außer Kontrolle gerät, kann es weh tun. Die Kräfte, die da wirken, werden von vielen unterschätzt.“
Noch mehr Spaß als Timo Glock hatte in Vallelunga nur Heikki Kovalainen. Der Finne pilotierte einen Lastwagen mit elektronischem Stabilitätsprogramm durch einen Kreisel. Sein Instruktor war von den Fahrkünsten des McLaren-Piloten jedenfalls so begeistert, dass er Kovalainen nach dessen F1-Karriere einen Job als LKW-Fahrsicherheitslehrer anbot……

Todt und Vatanen vor Ort

Fader Beigeschmack der FIA eSafety-Veranstaltung: Als Präsident der Kampagne stand Ex-Ferrari-Teamchef Jean Todt im Mittelpunkt der FIA-Veranstaltung. Gleichzeitig kandidiert der Franzose für das Amt des FIA-Präsidenten. Deshalb war extra auch sein Gegenkandidat Ari Vatanen angereist. „Ich möchte mich nicht dazu äußern, ob die FIA Jean Todt mit solchen PR-Terminen in seinem Wahlkampf unterstützt“, sagte er zu autobildmotorsport.de. „Ich kämpfe allerdings lieber mit fairen Mitteln.“ Deshalb hat er ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk als möglichen Vizepräsident für Motorsport in sein Team berufen. Vatanen: „Deutschland spielt im Motorsport eine so große Rolle. Das möchte ich im Fall meiner Wahl honorieren.“ Am 23. Oktober entscheidet die FIA-Vollversammlung über den neuen FIA-Präsidenten.

Autor: Bianca Garloff

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