Im Trend: Luxusmobile in Moskau

In Moskau fahren immer mehr teure Autos In Moskau fahren immer mehr teure Autos

Im Trend: Luxusmobile in Moskau

— 11.03.2003

Russen lieben "Made in Germany"

Hersteller von Luxusmodellen feiern in Russland Verkaufserfolge: Allein BMW konnte 2002 seinen Absatz um 296 Prozent steigern.

Königs-Lieferant in Moskau

Mit einer großen Show hat die britische Nobelmarke Bentley kürzlich ihren Autosalon "Bentley Moscow" eröffnet. Mitten im Zentrum der russischen Metropole gelegen, präsentiert der Salon auf 600 Quadratmetern die Prunkstücke des mittlerweile zum Volkswagen-Konzern gehörenden Hauses Bentley, das sich stolz mit dem Titel "Lieferant seiner Majestät der Königin" schmückt.

Unter dem Beifall zahlreicher russischer Prominenter enthüllte Stephan Brungs, für den europäischen Raum zuständiger Direktor des Automobilherstellers, einen Continental GT, der den zahlungskräftigen Neureichen als "Auto des 21. Jahrhunderts" angepriesen wird. Die dürften vor allem von der Leistungsstärke – mehr als 500 PS – und der Geschwindigkeit – 290 km/h – beeindruckt sein.

Auch wenn die Kunden diese Kraft kaum nutzen können, denn der Zustand russischer Straßen zwingt zum vorsichtigem Umgang mit dem Gaspedal. Dennoch: Die Luxuskarossen sind im Kommen in Russland. Im vergangenen Jahr wurden allein in Moskau 1200 Top-Modelle der Marken Mercedes, Jaguar und Porsche verkauft. Das sind doppelt so viele wie in Frankreich einschließlich Monaco.

Porsches kleiner Salon

Bentley will nun auf diesem noch nicht ausgeschöpften russischen Markt mitspielen und hat schon mal 25 der teuren Stücke für seine neuen Kunden in Moskau zurückgestellt. Demnächst ziehen DaimlerChryslers Luxusmarke Maybach und Rolls-Royce nach. "Bald werden eine halbe Million Dollar teure Autos durch Moskau rollen", freute sich die Zeitung "Wetschernaja Gaseta".

Auch die Luxuskarossen anderer Hersteller sind gefragt. Porsche hat auf dem Kutusow-Prospekt einen kleinen Salon eröffnet, wo nach Angaben der Inhaber wöchentlich ein bis zwei Fahrzeuge verkauft werden. Lexus hat seit dem Herbst vergangenen Jahres ebenfalls einen eigenen Fahrzeugsalon in der russischen Metropole.

VW, in Russland gut positioniert, stellte im vergangenen Herbst den Phaeton vor und hat bisher zehn Stück absetzen können. Jaguar wirbt gegenwärtig mit dem Angebot, "schon" mit einer Anzahlung von 15.000 Dollar könne man einen der britischen Luxusschlitten erwerben. Seit November wird der neue Audi A8 in Russland verkauft, im Dezember wurde er zum besten Auto des Jahres in seiner Klasse gewählt. Auch Renault hat den aufnahmefähigen Markt im Osten entdeckt. In wenigen Tagen werden die Franzosen ihren Vel Satis ins Rennen um die Gunst der neuen Russen schicken.

München zieht, Stuttgart verliert

BMW stellte übrigens am gleichen Tage wie Bentley sein neuestes Model aus der 7er Reihe vor, die unter den Schönen und Reichen in Russland besonderen Anklang findet. Die Bayern waren die Überflieger des vergangenen Jahres unter den ausländischen Autoproduzenten, stolz verweisen sie auf traumhafte Zuwachsraten. Im Jahr 2000 wurden ganz bescheiden 86 der High-Tech-Fahrzeuge verkauft. 2001 waren es schon 159, und 2002 schnellte der Absatz um 296 Prozent nach oben: 630 Luxus-BMW fanden einen Käufer in Russland, mehr als in ganz Osteuropa verkauft werden konnten.

Mercedes, ansonsten auch in Russland das Sinnbild deutschen Automobilbaus, musste in diesem Marktsegment einen heftigen Absatzeinbruch hinnehmen. Die Mercedes-S-Klasse wurde 2002 nur noch 716 Mal verkauft. Im Jahr davor hatten noch 1102 Wagen dieser Klasse einen Käufer gefunden. Auch bei der E- und C-Klasse ging der Verkauf um 34 und 47 Prozent zurück. In diesem Jahr wird der Wind der Konkurrenz noch schärfer blasen.

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