Immer mehr Anträge auf Abwrackprämie

Immer mehr Anträge auf Abwrackprämie

— 10.03.2009

Das könnte eng werden

Das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe spricht von 420.000 Kaufverträgen, die bereits mit einer Umweltprämie verbunden seien. Damit wäre der Prämientopf schon um zwei Drittel ausgeschöpft.

Das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe sieht trotz des Käufer-Booms durch die Abwrackprämie noch keinen dauerhaften Aufschwung. Mittlerweile hätten die Betriebe rund 420.000 Kaufverträge mit Prämie abgeschlossen, sagte Verbandspräsident Robert Rademacher am Dienstag (10. März) vor Beginn der Internationalen Handwerksmesse (11. bis 17. März) in München. Damit wären bereits mehr als zwei Drittel der möglichen knapp 600.000 Prämien ausgeschöpft. Ab 30. März reicht schon die verbindliche Bestellung eines Neuwagens aus, um die Prämie zu sichern – dann werden voraussichtlich viele Autokäufer zuschlagen, die bislang gezögert haben.

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Die Entscheidung der Bundesregierung für die Umweltprämie sei laut Rademacher ein "Startsignal zu einem Stimmungsumschwung im Automobilhandel" gewesen. Ungeachtet der Sonderkonjunktur sieht er aber weiter Alarmsignale für die Branche. Gemeinsam mit dem ADAC und dem Verband der Automobilindustrie will sich das Kraftfahrzeuggewerbe dafür starkmachen, dass die Beschränkung des Prämienvolumens auf bisher 1,5 Milliarden Euro aufgehoben wird und lediglich die zeitliche Befristung bis Ende dieses Jahres bestehen bleibt. Für 2009 hob der Verband zugleich seine bisherige Prognose von 2,8 Millionen Neuzulassungen auf gut drei Millionen an.

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2008 allerdings sei die Branche auf neue Tiefpunkte bei Absatz und Rentabilität abgerutscht, die Mehrheit der Autohäuser habe rote Zahlen geschrieben, sagte Rademacher. Die Umweltprämie bedeute deshalb nur eine vorübergehende Linderung. So dürfte sich die Pleitewelle unter den Betrieben eher noch verstärken. Nach rund 1100 Insolvenzen im vergangenen Jahr müsse sich die Branche auch 2009 mindestens auf dieses Niveau einstellen, sagte Rademacher. Zugleich gehe der Strukturwandel weiter. Vor allem kleinere Unternehmen stünden unter Druck, weil sie in der Finanz- und Wirtschaftskrise nur schwer an Kredite für Investitionen in größere Verkaufsflächen kommen. Der nächste Abschwung stehe zudem mit dem Ende der Abwrackprämie schon wieder bevor, sagte Rademacher. "Wir werden nach Auslaufen der Prämie ganz eindeutig eine Delle haben. Wie tief die sein wird, wissen wir noch nicht."

Ein "tiefes Loch" befürchtet der Verband aber nicht. "Wir werden ein normales Leben nach der Umweltprämie haben", sagte Rademacher. 2008 zählte die Branche knapp 3,1 Millionen Neuzulassungen, weitere 6,1 Millionen Fahrzeuge wechselten den Besitzer. Der Gesamtumsatz des Kfz-Gewerbes blieb mit 129,5 Milliarden Euro nahezu stabil. Im Servicegeschäft habe sich ein geteiltes Bild ergeben, sagte Rademacher. Während sich der Verdrängungswettbewerb verschärfte, legte die Zahl der Service-Aufträge unerwartet um rund eine Million auf 72,5 Millionen zu.

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