Immer mehr Elektronik

— 02.06.2009

Hackergefahr im Auto

Fehlersuche mit dem Laptop
Immer mehr Elektronik in unseren Autos sorgt für neue Gefahren: Nicht nur im Auto können die Helfer versagen, es droht auch der Angriff von außen. Hacker könnten ein Fahrzeug förmlich vor die Wand fahren.
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Von Stephan Bähnisch Ein einfacher Kompaktwagen enthält bereits heute ein Vielfaches der Rechenleistung einer Apollo-Mondlandefähre – einschließlich Schnittstellen zur Kommunikation mit der Außenwelt, zum Beispiel mit Satelliten (GPS), mit anderen Fahrzeugen oder Verkehrsleitsystemen. Im Prinzip sind Autos längst rollende Computer und müssten entsprechend gegen Angriffe von außen geschützt werden. So könnten Langfinger versuchen, ein Fahrzeug mit Navi zu einem falschen Ziel zu lotsen oder gar ein Auto samt Insassen im wahrsten Sinnen gegen die Wand zu fahren, wenn sie Zugriff auf die Elektronik des Fahrzeuges bekommen. Denn der Schutz vor solchen "Angriffen" steckt noch in den Kinderschuhen. Zu diesem Schluss kommt Dr. Marko Wolf vom Horst Görtz Institut für Sicherheit in der Informationstechnik (HGI) der  Ruhr-Universität Bochum in seiner Doktorarbeit. "Angriffe auf Systeme wie ESP, ABS oder das große Zukunftsthema Break/Steer/Shift-by-Wire, die fast nur auf Digitaltechnik und Software beruhen, haben sogar ein noch größeres Gefährdungspotenzial", warnt Wolf in seiner Dissertation.
Vorsicht: Zombies voraus!
Wozu Hacker in der Lage sind, zeigte sich beispielsweise Anfang des Jahres in Texas: "Caution: Zombies ahead!" (Vorsicht: Zombies voraus) warnte ein gehacktes elektronisches Verkehrsschild die Autofahrer. Was vermeintlich witzig sein sollte, wird spätestens dann ernst, wenn ein manipuliertes Navigationssystem den Fahrer zum falschen Zielort lotst oder der digitale Tacho im Stadtverkehr plötzlich eine geringere Geschwindigkeit anzeigt und der Fahrer unwissentlich zu schnell unterwegs ist. Wolf sagt, selbst eine einzige Schwachstelle in der Elektronik könne zum Ausfall sämtlicher elektronischer Schutzsysteme führen. Er verknüpft in seiner Arbeit Theorie und Praxis und will damit Pionierabeit leisten. Der Forscher rät Autobauern, seine Ingenieure künftig mit Kryptographie- und Sicherheitsexperten zusammenarbeiten zu lassen. In seiner Doktorarbeit hat der Forscher eine Sicherheitsstrategie entwickelt, die von der Konzeption des Fahrzeugs bis hin zu seiner Verschrottung für Elektroniksicherung nach Außen sorgen soll. So haben Hacker keine Chance.


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