Immer mehr Wildunfälle

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Immer mehr Wildunfälle

— 15.04.2008

Technik soll Leben retten

Wegen des dichter werdenden Verkehrs steigt die Zahl der Wildunfälle stetig. Bei einer Tagung diskutieren Experten, wie moderne Technik helfen kann, Menschen und Tiere zu schützen.

Immer mehr Autos auf unseren Straßen bedeuten auch mehr Wildunfälle. Im Jahr 2006 wurden in Deutschland zehn Menschen bei einer Kollision mit einem Wildtier getötet, rund 2800 Menschen wurden verletzt. Der ADAC meldet, dass offiziell pro Jahr 220.000 Rehe, Hirsche und Wildschweine unter die Räder kommen, die Dunkelziffer sei mindestens genauso hoch. Über 500 Millionen Euro müssen jährlich zur Regulierung von Wildunfällen aufgewendet werden. Um die Zahl der Wildunfälle zu reduzieren, muss nach Ansicht von ADAC, dem Deutschen Jagdschutz-Verband (DJV) und dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) vorhandenes Wissen gebündelt werden. Zudem müssen die Verkehrsteilnehmer stärker für die Gefahren sensibilisiert werden.

Hilft moderne Technik gegen Unfälle?

"Wir müssen unsere Anstrengungen intensivieren und verstärkt auch neue Technologien nutzen“, fordert ADAC-Präsident Peter Meyer. So sollten etwa Wildunfalldaten zur streckenbezogenen Warnung für Routenplaner und Navigationsgeräte nutzbar sein. Auch Fahrsicherheitstrainings, bei denen Verkehrsteilnehmer lernen können, wie man sich verhält, wenn ein Reh oder ein Wildschwein plötzlich vor dem Fahrzeug auftaucht, seien hilfreich. Der DJV setzt auf technische Möglichkeiten, um Wildtieren einerseits das Queren von Straßen zu erleichtern und sie andererseits von risikoreichen Straßenabschnitten fernzuhalten. Konkrete Beispiele nennt der Verband nicht. Wie verheerend ein Aufeinandertreffen eines Autos und einem Hirsch ausgehen kann, zeigte der Automobilclub unlängst in einem Crashest.

"Die natürliche Bewegungsfreiheit von Wildtieren wird immer mehr eingeschränkt. Diesen Trend gilt es umzukehren", sagte DJV-Präsident Jochen Borchert. Zudem müsse es eine einheitliche Erfassung von Wildunfallschwerpunkten geben, an der es derzeit mangele. Gefordert sind laut DVR-Präsident Prof. Manfred Bandmann aber vor allem die Autofahrer. "Neben der Kenntnis über das Verhalten der Tiere können die Verkehrsteilnehmer durch ihr Fahrverhalten viel zur Vermeidung von Unfällen beitragen", so Bandmann. Notwendig seien insbesondere eine angepasste Geschwindigkeit und die Berücksichtigung entsprechender Verkehrszeichen.

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