Importracing Nissan GT-R GT 850 (2016) im Test: Fahrbericht

Importracing Nissan GT-R GT 850 (2016) im Test: Fahrbericht

— 28.04.2016

Inkognito mit 850 PS

Tuner Importracing pusht den Nissan GT-R auf 850 PS. AUTO BILD fuhr den GT 850 im Rahmen des Sachsenring-Rekordtag von AUTO BILD SPORTSCARS und Michelin.

Dieser Nissan ist inkognito unterwegs. Tuner Importracing hat alle Zeichen und Typenkennungen am GT-R-Kleid entfernt. Der GT-R lässt lieber Zahlen sprechen: 850 PS, 950 Nm Drehoment, 2,8 Sekunden bis Tempo und 175.000 Euro teuer. Eins gleich vorweg: Der Nissan kennt nur alles oder nichts!
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Dunkelbraunes Leder, schwarzes Alcantara und weiße Nähte – das passt!

Beim Entern des mit dunkelbraunem Leder ausstaffierten Innenraums fallen direkt die Recaro-Poleposition-Schalensitze mitsamt spezieller Sitzkonsolen auf. Für schlanke Piloten sind die ebenfalls neu belederten Schalen perfekt. Ab Hosenweite 36 (Männergröße!) könnte es aber eng werden. Egal, die Sitze sehen nicht nur gut aus, sie sparen auch noch 32 Kilogramm. Auch Lenkrad und Armaturenbrett wurden neu bezogen und mit weißen Nähten versehen. Der beim Serien-GT-R etwas nüchtern wirkende Innenraum wird durch die Sattlerarbeiten deutlich aufgewertet.

Typischer GT-R-Klang

Schluss mit Anfassen und Anschauen, der Nissan braucht Auslauf. Kurz den Startknopf hinterm Schalthebel drücken, und sofort gibt sich auch dieser GT-R als GT-R zu erkennen. Nissans Topmodell verzaubert schon im Stand mit herrlich mechanischen Klängen. Wer schon mal einen GT-R gefahren ist, der kennt dieses Rasseln, Sirren und Rattern. Mit dem Unterschied, dass diese Geräuschkulisse beim getunten GT-R noch mal deutlich potenziert wurde. Dazu mischt sich ein etwas dumpferer Sound als beim Serien-Pendant. Nach 850 PS klingt das aber noch nicht. Das liegt natürlich an den nach links abgewinkelten Endrohren im Diesel-Style. Die Dezibel-Killer sind nötig, denn der Importracing GT-R ist trotz Serien-Endtöpfen zu laut für den Rekordtag am Sachsenring. Lautstärke-Grenzen gibt es eben auch auf Rennstrecken. Vorschrift ist Vorschrift.

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Der Nissan braucht Platz

Nein, der Nissan ist kein Diesel. Die abgewinkelten Endrohre sind "Dezibel-Killer". Der getunte GT-R ist zu laut für den Sachsenring.

Stop-and-go duldet der GT-R noch, mehr aber auch nicht. Er zickt nicht rum, sehnt sich aber spürbar nach seinem Element. Das ist die Rennstrecke, oder noch besser: der Dragstrip. Der 850 PS-GT-R ist eine Waffe. Im öffentlichen Straßenverkehr ist der Nissan von Importracing ständig zu schnell. Man braucht das Gaspedal nur anzuschauen, schon winken Bußgeld und Punkte. Kein Wunder, mit Launch-Control ist Landstraßentempo (wir meinen Tempo 100) in 2,8 Sekunden erreicht. Wer weiter draufbleibt, knackt die 200 km/h schon nach 7,5 Sekunden. Auch wenn die Phrase ausgelutscht klingt: Das ist Bugatti Veyron-Niveau (7,3 Sekunden). Wer es drauf anlegt, ist noch auf dem Beschleunigungsstreifen der Autobahn bei 200 km/h und damit leicht doppelt so schnell wie die Verkehrsteilnehmer der rechten Spur.

Einen Haken hat die Abstimmung

Wer sich dazu durchringt, das rechte Pedal mit dem Bodenblech verschmelzen zu lassen, der spürt, wie die größeren Lader ganz kurz Luft holen. Der daraus resultierende Vortrieb ist heftig und fühlt sich jetzt auch nach 850 PS an. Gut gemeinter Tipp: Ungeübte Fahrer sollten die Finger vom manuellen Getriebemodus lassen, denn der Begrenzer ist näher als man denkt. Außerdem hat das Doppelkupplungsgetriebe, mit Acht- statt Sechsscheibenkupplung, die richtigen Gänge bereits vorsortiert. Einen Haken hat diese Rennstrecken-Abstimmung allerdings: Teillast mag der Importracing GT-R gar nicht. Beispiel: Bei 3000 Umdrehungen für kurze Zeit Halbgas geben, und das Getriebe fängt leicht an zu ruckeln. Das ist den größeren Ladern und der Abstimmung geschuldet. Es scheint, als wolle der Nissan sagen: "Komm mir nicht mit halben Sachen – alles oder nichts!" Sehr sympathisch, so eine Abstimmung.

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Dezente Optik für einen getunten GT-R

Der Importracing GT-R rollte auf zwei Satz HRE-P104-Felgen zum Rekordtag. Bronze und Schwarz waren im Angebot.

Auch die Optik des getunten GT-R gefällt. Kein ausladendes Bodykit, kein überdimensionaler Heckspoiler mit Flügel auf dem Flügel. Stattdessen eine dezente Carbon-Lippe auf dem Serienspoiler und ein massiver Frontsplitter. Dazu ein Kühlergrill ohne GT-R-Logo und Facelift-Scheinwerfer. Außerdem brauchen die bildschönen 20-Zoll-HRE-P104-Felgen Platz. Also hat Importracing kurzerhand die Kotflügel des GT-R Nismo montiert. Dank KW-Clubsport-Fahrwerk füllen die glanzschwarzen Felgen aus Übersee die Radhäuser gut aus. Die HRE-Räder in den Dimensionen 285/35 und 345/30 sind mit Michelin Pilot Sport Cup 2 Semislicks ausgestattet. Die Zusatzflaps an der Frontschürze sind ein Muss für die Rennstrecke. Schließlich will der Importracing GT850 der schnellste Japaner beim Rekordtag von AUTO BILD SPORTSCARS und Michelin sein. All-in kostet dieser umgebaute Nissan GT-R rund 175.000 Euro. Aber Importracing liefert auch einzelne Teile und stimmt Komplettumbauten auf die Bedürfnisse der Kunden ab – denn nicht jeder steht auf die Alles-oder-nichts-Abstimmung beim GT-R.

Importracing Nissan GT-R GT 850 (2016) im Test: Fahrbericht


Autor:

Jan Götze

Fazit

Importracing verpasst dem Nissan GT 850 nur kleine optische Veränderungen. Unterm Blech tut sich dafür umso mehr! Für 175.000 Euro bekommen Kunden einen Sportwagen mit 850 PS, Allrad, und veredeltem Interieur.

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