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Indy 500: Cory Witherill

Als ein echter Indianer Indy 500 fuhr...

Cory Witherill ist der bisher einzige Vollblut-Indianer, der beim Indy 500 dabei war. Sein Auftritt war überzeugend. Die beeindruckende Geschichte.
Keine Kriegsbemalung, keine Federn auf dem Kopf und auch mit dem Pferd ritt Cory Witherill im Mai 2001 nicht an den Indianapolis Motor Speedway. Und doch war optisch unverkennbar: Es handelt sich um einen Vollblut-Indianer, dem ersten und bis heute einzigen, der beim legendären Indy 500, dem ältesten noch stattfindenden Autorennen, je gestartet ist.
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Cory Witherill wurde vor 46 Jahren als Nachkomme von Ureinwohnern aus dem Stamm der Navajo geboren, dem mit über 300.000 Personen bevölkerungsreichsten Indianer-Volk. Doch Witherill hat seine leiblichen Eltern nie kennen gelernt, hat auch nie im Reservat gelebt, sondern wurde ausgesetzt. Carole und Listen Witherill aus Los Angeles erbarmten sich und adoptierten das Kleinkind.
Doch Witherill ist stolz auf seine Herkunft. Bis heute veranstaltet er zahlreiche Wohltätigkeitsevents für die Navajo-Indianer. Und auch sein Start beim Indy 500 sah er in einem größeren Kontext: „Ich betrachte mich selbst als Vorbild. Indianer haben kein sportliches Vorbild – außer Notah Begay und mich.“ Begay ist ein erfolgreicher Golfer, nicht nur gut mit Witherill befreundet, sondern auch mit Tiger Woods.

Cory Witherill (vorn) 2001 beim Indy 500

Die Geschichte des Indy 500 brachte schon andere Fahrer hervor, die indianischer Abstammung waren. Joie Chitwood zum Beispiel hatte Vorfahren aus dem Cherokee-Stamm. Er startete von 1940 bis 1950 sieben Mal bei den Indy 500 und sammelte 1950, als das Rennen Teil der Fahrer-WM war, als Fünfter sogar einen WM-Punkt. Daher wird mit Chitwood ein Indianer-Nachfahre sogar offiziell in der Formel-1-Punktetabelle geführt...
Witherill war nicht ganz so erfolgreich. Aber, dass sich der US-amerikanische Ureinwohner überhaupt für das Rennen qualifizieren konnte, war eine Sensation. Vor allem ob seiner geringen Erfahrung. Er bestritt im Vorfeld nur das IndyCar-Rennen in Atlanta im von Indy Regency Racing eingesetzten G-Force Oldsmobile (rund 700 PS). Im Indy 500 landete er dann sogar auf Rang 19.

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Er begeisterte die Fans, wurde bejubelt wie ein Popstar. „Ich habe auch viele Zuschriften von Indianern erhalten, nicht nur aus dem Navajo-Stamm. Sie alle wollten das Rennen sehen.“
Der Start beim Indy 500 im Jahr 2001 war sicherlich das Karrierehighlight von Witherill. 2002 gewann er in Nashville noch einen Lauf zur Indy-Lights-Serie, in der Gesamtwertung wurde er Vierter – nur knapp hinter Ed Carpenter, dem Pole-Setter des diesjährigen Indy-500-Rennens.
Aber Witherill verdiente sich schon vor dem Indy-Abenteuer seine Sporen im Motorsport: Er war zwei Mal amerikanischer Offroad-Meister, fuhr auch Motocross – und anschließend Stockcar-Rennen. In die NASCAR schaffte er es aber nicht. Heute lässt er sich immer wieder bei historischen Events blicken – und berichtet mit Funkeln in den Augen von seinem ganz großen Indy-Abenteuer...

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Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

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