Castroneves

IndyCar: Horrorcrash in Box

— 23.08.2016

Auto verfehlt Kopf nur knapp

Das wird die Diskussionen um einen Cockpitschutz im Formel-Sport weiter befeuern: Beim IndyCar-Rennen wäre Hélio Castroneves fast erschlagen worden.

Vielleicht hatte Justin Wilson gestern beim IndyCar-Rennen in Pocono einen Job als Schutzengel. Vor einem Jahr ist der britische Ex-Formel-1-Pilot bei diesem Rennen tödlich verunglückt, nachdem ihn ein herumfliegendes Trümmerteil bei voller Fahrt am Kopf getroffen hat. Jetzt gab es einen ähnlichen Zwischenfall, der aber glimpflich endete.

Passiert war es beim Boxenstopp. Indy-500-Rennsieger Alexander Rossi kollidierte beim Losfahren mit Charlie Kimball. Sein von Andretti eingesetzter 700 PS starker Dallara-Honda wurde dabei in die Luft katapultiert. Und landete dabei am Dallara-Chevrolet von Hélio Castroneves. Dabei verfehlte Rossis linker Vorderreifen den Kopf von Castroneves nur um Zentimeter (Video unten)!

Nach diesem Schocker war Castroneves spürbar erleichtert: „Auf einmal war da ein Auto über mir“, beschreibt der Penske-Star die Szene. „Das war schon ein bisschen seltsam. Aber im Auto war ich besser geschützt, als es vielleicht den Anschein macht."

Hélio Castroneves hatte beim Unfall richtig Glück

Trotzdem: Die Diskussionen um den Kopfschutz der Fahrer im Formel-Sport ist damit wieder Tür und Tor geöffnet. In der Formel 1 spricht sich eine deutliche Mehrheit der Fahrer für einen Schutz wie dem Halo-System aus, das aber noch nicht ausgereift ist und daher die Einführung auf 2018 verschoben wurde.

Brad Keselowski aus der NASCAR-Szene, wo geschlossene Stockcars eingesetzt werden, twitterte: „Bitte setzt Halo ein. Ich will nicht noch mehr Freunde und Kollegen durch Unfälle verlieren, von denen wir wissen, wie wir sie verhindern können.“ Der NASCAR-Star testete erst kürzlich einen IndyCar-Rennwagen von Penske und ist einem Wechsel nicht abgeneigt.

Allein: IndyCar-Chef Mark Miles erklärte erst im März gegenüber AUTO BILD MOTORSPORT, dass dies leichter gesagt als getan sei: „Halo funktioniert bei uns nicht. Wir fahren auf Steilkurven und da behindert die Stange in der Mitte die Sicht.“ Aber er verspricht: „Für mich hat das höchste Priorität. Wir haben schon Lösungen gesehen, die wie Kampfjets aussehen, aber da kommen wieder Dinge wie Hitze, Kühlung und so weiter ins Spiel. Ich weiß nicht, wie das Design aussehen wird, aber es wird etwas kommen."
IndyCar und Cockpitschutz: Die Probleme

Das Rennen gewann indes Castroneves Teamkollege Will Power. Der Australier siegte in vier der letzten sechs Läufen und wurde zwei Mal Zweiter. Sein Rückstand auf Stallgefährte Simon Pagenaud beträgt drei Rennen vor Saisonschluss nur noch 20 Punkte. Das nächste Rennen findet schon am Sonntag in Texas statt, wenn das Rennen aus dem Juni, das wegen einsetzenden Regens nach 71 von 248 Runden abgebrochen werden musste, fortgeführt wird.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Hersteller

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