IndyCar

IndyCar: Saisonvorschau 2016

— 11.03.2016

Die Formel für Männer

Anspruchsvolle Rennwagen, gefährliche Strecken, keine Fahrhilfen: Die IndyCar ist knallharter Rennsport. In St. Petersburg startet die 105. Saison der US-F1.

Sebastian Vettel (28) ist das Fahren in der Formel 1 zu einfach geworden – für die IndyCar-Szene ein wahres Luxusproblem. Hier wird selbst den Rennpiloten angst und bange! Am 13. März startet die US-Formel 1 in St. Petersburg (Florida) in die 105. Saison – mit einem brandgefährlichen Mix aus superschnellen Formel-Fahrzeugen mit Topspeedwerten nahe der 400-km/h-Marke sowie rudimentären Oval-, Rundstrecken- und Straßenkursen. IndyCar-Veteran Tony Kanaan (41) gibt zu: „Man muss schon ein bisschen verrückt sein, um das zu tun, was wir hier tun.“ Der Brasilianer hat schon mehr als 300 IndyCar-Rennen auf dem Buckel und ist daher mit dem Risiko bestens vertraut.

Besonders die Ovalkurse der IndyCar-Series sind gefürchtet und stehen zunehmend in der Kritik

Aber Umsteiger aus Europa erleben einen Kulturschock. So auch Max Chilton (24), der bis 2014 in der Formel 1 unterwegs war: „Man kommt hier zu einigen Strecken und denkt sich: Das würde im Rest der Welt oder in Europa nicht gehen.“ Besonders in der Kritik: Die Ovalrennen, auf denen bis zu 800 Kilometer lang fast nur Vollgas gefahren wird. Hier passieren die spektakulärsten Unfälle: Im Training zum Indy 500 überschlagen sich 2015 reihenweise die Fahrzeuge. Mit kleineren Aero-dynamikänderungen soll die Gefahr von abhebenden Autos reduziert werden. Skandalöse Unfälle bei der 100. Ausgabe des IndyCar-Saisonhöhepunkts am 29. Mai kann sich die Serie auf keinen Fall leisten.

Aber: 2016 kommt mit dem Speedway in Phoenix ein ultraschnelles Oval dazu. „Es ist verrückt, wie schnell wir hier fahren“, sagt Juan Pablo Montoya (40) nach dem ersten Test. Und der Kolumbianer ist wahrlich keiner, der sich vor hohen Geschwindigkeiten scheut. Noch immer hält er den Formel-1-Topspeed-Rekord: Auf der langen Geraden in Monza 2005 zeigte der Tacho seines McLaren-Mercedes 372,6 km/h an.

700 PS ohne Fahrhilfen

Gebaut werden die IndyCar-Einheitschassis bei Dallara in Italien. Im Heck faucht ein rund 700 PS starker 2,2-Liter-V6-Turbo von Chevrolet oder Honda. Die Renner sind nicht nur gefährlich schnell, sie verzichten auch auf elektronische Fahrhilfen – nicht mal eine Servolenkung ist verbaut. Simon Pagenaud (31) glaubt: „Für Rookies und junge Fahrer wird es wegen den physischen Belastungen schwierig, eine komplette Renndistanz zu überstehen. Inzwischen glaube ich daher, dass eine Servolenkung gut wäre.“

Trägt die Zielscheibe sogar auf dem Overall: Titelverteidiger Scott Dixon ist dieses Jahr der Gejagte

Die Meisterschaft ist hart umkämpft. Unter den 22 Fahrern sind 15 Rennsieger und sechs Champions. Zum Vergleich: Im F1-Fahrerfeld 2016 finden sich nur acht Sieger und fünf Weltmeister. Fünf IndyCar-Piloten kommen zudem aus der Formel 1. Neu dabei ist auch Alexander Rossi (24), der sein F1-Cockpit bei Manor an Pascal Wehrlein (21) abtreten musste. Mit Pastor Maldonado (30) und Will Stevens (24) sind zwei weitere Ex-F1-Stars auf der Suche nach einem IndyCar-Cockpit – zumindest für das Indy 500, bei dem das Feld mit Gaststartern traditionell auf 33 Fahrer erweitert wird.

Auch in der IndyCar regiert Geld die Welt. Zwischen sechs und zehn Millionen Euro kostet eine Saison mit 16 Rennen. Zu viel für US-Nachwuchstalent Sage Karam (20). „Ich warte darauf, bis endlich ein paar Sitze frei werden“, spielt er auf Oldies wie Montoya an. Der gehört neben Titelverteidiger Scott Dixon (35) zum Favoritenkreis.

Autor: Michael Zeitler

Fotos: Picture-Alliance

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