Infiniti M30d (2010): Fahrbericht

Infiniti M30d GT Infiniti M30d GT

Infiniti M30d GT/S (2010): Fahrbericht

— 16.11.2010

Die japanische Oberklasse-Alternative

Nissans Nobeltochter Infiniti will mit dem M30d ab sofort Mercedes E-Klasse, BMW 5er, Audi A6 & Co ärgern. Ob die Oberklasse-Limousine das Zeug dazu hat, klärt der erste Fahrbericht.

Ein leichtes Säuseln des Windes ist zu hören – und das Abrollen der 18-Zöller auf dem Asphalt. Ansonsten herrscht Stille im Infiniti M30d GT. Um das leise Grummeln des V6-Turbodiesels überhaupt zu hören, muss man die Ohren schon gewaltig spitzen. 238 PS schöpft der in Zusammenarbeit mit Renault entwickelte Selbstzünder aus drei Litern Hubraum und entfaltet ein maximales Drehmoment von 550 Nm bei 1750 Umdrehungen. Damit beherrscht er jede Tonart der kultivierten Fortbewegung – vom flüsterleisen Cruisen bis zum energischen Durchzug auf der Autobahn. Das Fahrwerk bügelt geschmeidig die Unebenheiten im Straßenbelag aus, in scharfen Kurven beginnt die Fuhre aber schon mal leicht zu Schaukeln. Die Siebengang-Automatik schaltet angenehm weich. Im unteren Drehzahlbereich könnte sie hier und da aber schneller reagieren.

Auf einen Blick: News und Tests zu Infiniti

Innen drin im M30d ist Wohlfühlen angesagt. Hier gibt es viel Platz, Leder, Holz und sehr bequeme Sitze.

Wer die sportliche Gangart bevorzugt, sollte zum M30d mit S-Paket greifen. Der liegt dank 20-Zöllern und verstellbaren Dämpfern satter, rumpelt aber schon mal auf sehr schlechtem Asphalt. Mit der in der Version S Premium serienmäßigen Allrad-Lenkung fährt er deutlich zielgenauer als sein auf Komfort ausgelegtes Pendant durch die Kurve. Apropos Komfort: Hinterm Steuer ist Wohlfühlen angesagt. Die serienmäßigen Ledersitze scheinen auf den ersten Blick zwar etwas zu breit geraten, sind aber gerade auf langer Strecke sehr bequem und bieten guten Halt. Viel Platz bietet der M in beiden Sitzreihen, groß gewachsene Passagiere müssen nur hinten ein wenig den Kopf einziehen. Leder im Überfluss, hochwertige Teppiche, weiche Oberflächen, unterschiedliche Farben, Alu und in Handarbeit gefertigte Holzintarsien machen den Testwagen zum Reiseauto mit nobler Note. Die in den Topversionen GT Premium und S Premium serienmäßige "Forest Air"-Funktion der Klimaanlage wirkt dazu mit Hilfe von entspannenden Düften und einer sanft wehenden, kühlen Brise beruhigend auf Fahrer und Beifahrer ein und fördert so ihre Konzentration.

News und Tests zum Infiniti M

Europa, wir kommen: Der Infiniti M ist außen wie innen weder asiatisch nüchtern noch amerikanisch überfrachtet.

Viel Liebe zum Detail steckt in diesem Japaner. Besonders erfreulich: Der M ist außen wie innen weder asiatisch nüchtern noch amerikanisch überfrachtet geraten. Wirkt alles sehr europäisch, was die Japaner sich da ausgedacht haben. Beispiel: Der Tankdeckel sitzt rechts! Die Qualitätsanmutung ist hoch, die Ausstattung schon in der Basis umfangreich (u. a. Rückfahrkamera, beheiztes Lenkrad). Gleich eine ganze Armada von elektronischen Helfern ist für die Topversionen zu haben, vom Kollisionswarner über Spurhalte- und Totwinkel-Assistenten bis zum automatischen Bremsen. Leider meldet sich jeder einzelne mit einem lauten Piepsen zu Wort, und das nervt nach einer Weile gewaltig. Die Preisliste für Infiniti M30d GT beginnt bei 51.250 Euro.
Lars Hänsch-Petersen

Fazit

Der Infiniti M30d ist die japanische Alternative in der Business-Klasse. Oder das passende Auto für den, der hohe Ansprüche und eine dicke Brieftasche, aber keine Lust auf automobilen Mainstream hat.

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