Infotainment-Systeme im Test

Infotainment- und Sprachsteuerungs-Systeme im Test

— 14.10.2014

Ist Siri gefährlich?

Die Universität Utah hat im Rahmen einer Studie sieben sprachgesteuerte Infotainmentsysteme getestet. Ergebnis: Je moderner, desto gefährlicher!

Selbst wenn Fahrer und Computer sich verstehen, kann die Spracheingabe vom Verkehr ablenken. So lautet das Ergebnis einer Studie der Universität Utah (USA).

Forscher der University of Utah in den Vereinigten Staaten haben in einer Studie ermittelt, wie sehr sprachgesteuerte Infotainment- und Navigationsgeräte im Auto den Fahrer ablenken. In einem weiteren Versuch testeten die Wissenschaftler Apples Spracherkennungssoftware Siri (unter iOS 7) in unterschiedlichen Disziplinen. Dabei bekam gerade Siri ein schlechtes Zeugnis ausgestellt, die Software MyLink von Chevrolet erhält ebenfalls keine Empfehlung der Tester (siehe Tabelle).
Ablenkungsgrad (1 ist niedrig, 5 ist sehr hoch) Tätigkeit während der Fahrt Studie aus dem Jahr
1 Fahren ohne Ablenkung 2013
1,21 Radio hören 2013
1,7 Benutzung der Sprachsteuerung des Entune-Systems von Toyota 2014
1,75 Anhören eines Hörbuches 2013
1,88 Benutzung simpler Sprachsteuerungsbefehle wie "Heizung an" oder "Radiosender wechseln" 2014
2,04 Benutzung eines Systems mit einer vorher aufgenommenen, natürlichen Stimme beim Vorlesen von E-Mails und SMS. 2014
2,2 Benutzung der Sprachsteuerung des Blue Link Telematics-Systems von Hyundai 2014
2,27 Benutzung einer Freisprechanlage 2013
2,31 Benutzung eines Systems mit einer Computer-Stimme beim Vorlesen von E-Mails und SMS. 2014
2,33 Unterhaltung mit einem Beifahrer 2013
2,45 Telefonieren mit einem Mobiltelefon, das in der Hand gehalten wird(!) 2013
2,7 Benutzung der Sprachsteuerung des UConnect-Systems von Chrysler 2014
2,83 Benutzung eines fehlerfreien, sprachgesteuerten Navigationssystems 2014
3 Benutzung der Sprachsteuerung des Ford SYNC-Systems. 2014
3,06 Benutzung einer ohne Fehler funktionierenden Spracherkennung zum Verfassen von E-Mails und SMS. 2013
3,1 Benutzung der Sprachsteuerung des COMAND-Systems von Mercedes-Benz 2014
3,7 Benutzung der Sprachsteuerung des MyLink-Systems von Chevrolet 2014
4,14 Benutzung von Siri (mit iOS 7) zum Navigieren, SMS-Versand, Verfassen von Facebook- und Twitter-Posts und Kalenderbenutzung(ohne Sichtkontakt zum Telefon). 2014
Quelle: University of Utah, http://unews.utah.edu/news_releases/talking-to-your-car-is-often-distracting/

Texten im Kopf vs. Umparken im Straßenverkehr

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'Sprachsteuerung im Auto: Ihre Meinung?'

Studienleiter David Strayer betonte, dass entgegen der vorherrschenden Erwartungen sprachgesteuerte Systeme nicht alles einfacher machen würden. Bisweilen seien die Fahrer von der Bedienung einer komplexen Sprachsteuerung ähnlich abgelenkt, als wenn sie gar nicht auf die Straße schauten. Eine Textnachricht oder E-Mail komplett "im Kopf" zu schreiben, ohne dabei den Text auf dem Bildschirm vor sich zu haben, sei mental herausfordernd und ungewohnt. Der Wissenschaftler warnte: "Jeder sollte sich genau überlegen, ob er oder sie diese Technologie immer benutzen will, bloß weil es grundsätzlich möglich ist. In manchen Situationen kann es so sehr ablenken, dass die Verkehrssicherheit gefährdet ist." Es gab aber auch gute Nachrichten: Die Onboard-Systeme von Toyota und Hyundai konnten sich im Test bewähren.

Bedienkonzepte im Test

Autor: Jonathan Blum

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